Stand: 31.05.21 12:13 Uhr

EBU suspendiert Mitgliedschaft von Belarus

Das EBU-Gebäude in Genf © EBU

EBU-Gebäude in Genf: Der Vorstand spricht sich für die BTRC-Suspendierung aus.

Die politisch instabile Lage in Belarus hat weitere Folgen für das osteuropäische Land. Der ESC-Ausrichter European Broadcasting Union (EBU) beschloss, die Rundfunkanstalt BTRC zu suspendieren. Die Entscheidung fiel laut EBU-Mitteilung auf einer Vorstandssitzung am vergangenen Freitag. "Die EBU hat die Unterdrückung der Medienfreiheit in Belarus genau beobachtet und hat wiederholt an das EBU-Mitglied BTRC appelliert, unsere Kernwerte der Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit und des Verantwortungsbewusstseins aufrechtzuerhalten", heißt es in der Mitteilung. Seit den umstrittenen Wahlen im vergangenen Sommer habe die EBU sich für den Schutz des unabhängigen Journalismus und der Meinungsfreiheit in Belarus starkgemacht.

BTRC hat zwei Wochen Zeit zur Antwort

Besonders alarmierend seien in den vergangenen Wochen von BTRC ausgestrahlte Interviews gewesen, die offenbar unter Druck zustande gekommen seien. Diese und andere BTRC-Beiträge zum Thema hätten zu ernsthafter Besorgnis geführt. "Im Lichte dieser außergewöhnlichen Entwicklungen hat der Vorstand keine andere Wahl, als die Suspendierung der BTRC-Mitgliedschaft vorzuschlagen." BTRC habe zwei Wochen Zeit zu reagieren, bevor die Entscheidung in Kraft tritt.

Geplanter ESC-Beitrag 2021 im März disqualifiziert

Im März hatte die EBU entschieden, Belarus nicht als Teilnehmer für den ESC 2021 in Rotterdam zuzulassen. Ursprünglich sollte die Gruppe Galasy ZMesta mit dem Song "Ya nauchu tebya" ("Ich bringe dir bei") beim Wettbewerb antreten. Die EBU habe den Song sorgfältig geprüft und festgestellt, dass er die nicht-politische Natur des ESC infrage stellt. Weltweit hatten Fans die EBU aufgefordert, den Song zu disqualifizieren, weil sie in ihm eine Verhöhnung der laufenden Proteste und der Opposition in Belarus sehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 26.06.2021 | 19:05 Uhr