Alle Infos zum ESC 2021
Der 65. Eurovision Song Contest 2021 wurde in der Ahoy Arena in Rotterdam ausgetragen. Das Finale hat am 22. Mai ab 21 Uhr stattgefunden und wurde live im Ersten, im ARD Digitalsender ONE, der Deutschen Welle sowie im Livestream auf eurovision.de übertragen. Auf Platz eins landete die italienische Band Måneskin mit "Zitti e buoni". Für Deutschland startete Jendrik mit "I Don't Feel Hate" und landete am Ende auf dem 25. Platz.
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Zyperns Sängerin Elena Tsagrinou zeigt sich zur Performance zu "El Diablo" in einem silber-glitzernden Fransenkleid, ihre vier Tänzerinnen tragen hautenge rote Anzüge. Die Farben Rot und Schwarz dominieren das Bühnenbild. Der "teuflische Auftritt" der Zyprer wird durch den Spiegeleffekt auf dem Bühnenhintergrund noch verstärkt.
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Die sportlich anspruchsvolle Choreografie bringt die Sängerin etwas außer Atem - das ist an einigen Stellen auch zu hören. Am Ende brennt dann auch noch das symbolische Höllenfeuer auf der Bühne.
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Ebenfalls in Rot und Schwarz gehalten ist die Bühne bei Anxhela Peristeri - bei der Albanerin sind das sogar die Landesfarben. Für visuelle Akzente sorgen außerdem rote Rauchfontänen, Lichtkreise und natürlich das glitzernde Kleid der Sängerin. Auch stimmlich überzeugt sie bei der Ballade "Karma", die immer wieder durch orientalische Klänge aufgelockert wird.
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Wie ein junges Reh mit Haargeweih hüpft Eden Alene für Israel über die Bühne. Bei der intensiven Dance-Nummer "Set Me Free" hat auch die Maske ganze Arbeit geleistet - trotz wirbelnder Tanzbewegungen hält die Frisur bis zum Ende.
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Am Anfang trägt sie noch ein weißes Kleid - am Ende helfen die Tänzer Eden Alene aus ihrem Trickoberteil, unter dem sie einen engen, schwarzen Body trägt und setzen ihr eine Art Krone auf.
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Nach drei Tanzsongs zum Beginn sorgt die belgische Band Hooverphonic mit ihrem düsteren Sound für Abwechslung auf der ESC-Bühne. Zur Musik passen auch die angsterfüllten Augen, die im riesigen Format und in Schwarz-Weiß auf die Leinwand projiziert werden. "Zwei ältere Männer und eine Frau um die 40 - könnte der Kampf ums Kanzleramt sein, aber das hier macht dann doch mehr Spaß", meint ESC-Kommentator Peter Urban.
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Russlands Manizha beginnt ihr "Russian Woman" als übergroße Matrjoschka-Puppe. In dem großen Kleid kann sie sich nicht bewegen und wird auf der Bühne herumgewirbelt.
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Doch dann geht das Kleid auf und eine russische Folklore-Sängerin wird zur modernen Hip-Hopperin. Manizha besingt in "Russian Women" die Emanzipation von der einfachen russischen Arbeiterin ohne Wahlrecht zur modernen selbstbewussten Frau. Eine bildstarke Bühnenshow mit starker Message und einem Song, der Genre-Grenzen überschreitet.
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Destiny trägt ein knappes silbernes Outfit und zeigt viel Haut. Die Ansage: Wenn ich ein wenig Haut zeige, heißt das noch lange nicht, dass ich ja sage. Um Selbstbestimmung geht es auch in ihrem Song "Je me casse", zu Deutsch: "Ich hau ab". Der maltesische Beitrag ist eine bunte Mischung aus Elektro-Dance, R'n'B und Sprechgesang, bei der Destiny ihre beeindruckend kraftvolle Stimme komplett zur Geltung bringen kann.
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The Black Mamba aus Portugal glänzen mit schnieken Outfits aus eleganten Smokings und edlen Lackschuhen. Leadsänger Pedro Taborda alias Tatanka trägt dazu noch einen weißen Hut. Der Soul-Song "Love Is On My Side" erzählt die wahre Geschichte einer osteuropäischen Prostituierten, die die Hoffnung auf ein besseres Leben im Westen nicht aufgeben will.
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Für Serbien muss die Windmaschine auf die höchste Stufe gestellt werden. Das Trio Hurricane wirbelt - und fegt dabei die letzten Spinnweben aus den Ecken der Arena. Sanja, Ksenija und Ivana legen in ihren schwarzen Glitzer-Outfits und mit wehenden Haaren zu "Loco Loco" einen fulminanten Tanz aufs Parkett.
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James Newman hat schon Hits für Rudimental, Calvin Harris und seinen jüngeren Bruder John geschrieben - in Rotterdam steht er mit dem Dance-Pop "Embers" selbst auf der Bühne. Während James Newman eine unerschütterliche Ruhe ausstrahlt, bringen seine vier Tänzer Bewegung in das Staging. Und das Bühnenbild verdeutlicht noch mal, was das Beste am Song ist: die Trompeten.
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Im lilafarbenen Paillettenanzug fliegt Stefania Liberakakis zwischen den Wolkenkratzern. Die 18-jährige Griechin hat praktisch ein Heimspiel - sie ist in Utrecht in den Niederlanden geboren und aufgewachsen.
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Der Song "Last Dance" handelt von den vielen Einschränkungen, die besonders junge Menschen während der Corona-Pandemie in der Phase des Erwachsenwerdens hinnehmen müssen.
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Schwebende geheimnisvolle Töne, die in höchste Höhen aufsteigen: Gjon's Tears will mit seiner Pop-Hymne "Tout l'univers" am liebsten das ganze Universum erreichen - für das Voting reicht erst mal Europa. Nach elf Jahren wird ein Act der Schweizer erstmals wieder auf Französisch gesungen. Die Optik: kreisende Armbewegungen und ein stuhlförmiges Bühnenelement, auf dem der Sänger während des Songs steht.
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Ein Corona-Fall in der Band hindert die sympathischen Isländer Daði og Gagnamagnið daran, im Finale live vor Publikum aufzutreten. Für die Fernsehzuschauer ist das aber kaum zu bemerken. Ein Probenauftritt ihres Songs "10 Years" wird eingespielt - während Dadi und seine Freunde vermutlich etwas traurig im Hotelzimmer zuschauen.
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Trost und Gedenken unter dem Riesenmond am nächtlichen Firmament: Der spanische Teilnehmer Blas Canto hat im vergangenen Jahr gleich zwei Familienmitglieder durch Covid-19 verloren.
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Um die Trauer zu überwinden, hat er das Lied "Voy a quedarme" geschrieben. Nach einem entsprechend melancholischen Beginn nimmt der Song in der zweiten Hälfte an Tempo auf. So verströmt das Lied trotz des traurigen Hintergrunds Hoffnung und Zuversicht. Ein würdiges Gedenken.
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Die moldauische Sängerin Natalia Gordienko serviert uns in ihrem Song das, was wir besser reduzieren sollten: Zucker. Komponiert hat den Dance-Song "Sugar" der russische Star-Komponist Filipp Kirkorow. ESC-Kommentator Peter Urban: "Der wusste schon immer, wo es was Süßes gibt."
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Und dann ist es so weit: Jendrik steht für Deutschland auf der Bühne. Er singt, tanzt, springt, spielt seine Ukulele. Ob seine gute Laune auch auf die Zuschauer überspringt?
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Der Song "I Don't Feel Hate" ist ein Plädoyer dafür, auf Hass nicht mit Hass zu reagieren, sondern mit Mitleid. Unterstützt wird er dabei von einer tanzenden Hand, die vom Mittelfinger zum Peace-Zeichen wechselt.
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Dass es beim ESC nicht nur Songs über Liebe und Glück gibt, sondern auch solche über die dunklen Seiten des Lebens, zeigen die Finnen mit "Dark Side". In Projektionen auf der Videowall hängen die Mitglieder der Rock-Band Blind Channel wie schlafende Vampire mit den Köpfen nach unten.
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Erhellend sind hier nur die vielen Flammenwerfer. Die Band beschreibt ihre Musik als Violent Pop. Der Song ist aus Frustration während der Pandemie entstanden, ein Song für Außenseiter mit einem Hoffnungsschimmer. Selbst wenn das Leben hart und gemein sei, solle man dennoch versuchen, Spaß zu haben.
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Ganz verlassen sitzt die Bulgarin Victoria bei ihrer Ballade auf einem kleinen Felsen in einem riesigen Ozean. Das Lied "Growing Up Is Getting Old" handelt davon, sich selbst zu verbessern, indem man alte Zeiten, Momente und Orte noch einmal neu betrachtet. Auf der Bühne hält sie ein Bild von sich mit ihrem Vater, der an ALS erkrankt ist.
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Schrill, knallgelb und brillant im 80er-Jahre-Stil inszeniert: Die Litauer The Roop hatten sich mit ihren extravaganten Tanzbewegungen zu "On Fire" schon im vergangenen Jahr eine breite ESC-Fanbasis aufgebaut. In "Discoteque" bleiben sie ihrem Stil treu und legen noch eine bunte Bühnenshow obendrauf.
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Lead-Sängerin Kateryna Pawlenko sticht wie eine grüne Pflanze aus der kargen Winterlandschaft heraus. Nach eigener Aussage will die ukrainische Band Go_A mit ihrem Song "Shum" den Frühling erwecken und das Aufwachen aller Lebewesen nach dem Winter beschleunigen. Dabei verbindet die Band traditionelle ukrainische Folklore mit Elektrobeats.
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Emotional und berührend: Barbara Pravi führt die französische Chanson-Tradition fort. Bühnenbild und Show sind minimalistisch. Dafür ist die Kamera ganz nah dran. So stehen bei "Voilà" nur Barbara Pravi und ihre beeindruckende Stimme im Mittelpunkt.
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Samira Efendi aus Aserbaidschan liebt es in ihren ESC-Songs in historische Rollen zu schlüpfen. Nachdem sie 2020 nicht als "Cleopatra" auftreten konnte, hat sie sich dieses Jahr für die berühmte Spionin "Mata Hari" entschieden.
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Der Song ist eine bunte Mischung aus Elektro-Beats und orientalischen Klängen. Zu einer starken Tanzchoreografie wird natürlich auch noch ordentlich Feuerwerk abgefeuert.
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"Fallen Angel" heißt der Song des Norwegers Tix. Daran hat er auch sein Bühnenoutfit angepasst. Im Hintergrund wird die Bühne mit animierten Wolken bespielt. Um ihn herum tanzen Dämonen, die mit Ketten an ihm herumzerren. Doch Tix lässt sich nicht beirren und bringt seinen Song souverän zu Ende.
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Bühne frei für den Gastgeber: Jeangu Macrooy betritt in einem knallblauen, brustfreien Anzug die Ahoy Arena. Immer wieder wiederholt er anfangs die Liedzeile "Your Rhythm Is Rebellion". Das ist sehr eindringlich. Keine Frage, Jeangu hat den Rhythmus, beim Tanzen und Singen. Sein ESC-Song handelt von Aufbruch und Befreiung, von einer neuen Zeit, in der alle Ketten sprengen.
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Italien überrascht in diesem Jahr mit härteren Tönen. "Zitti e buoni"- übersetzt ruhig und lieb - heißt hier nur der Titel des Songs. Måneskin will Wut und Rebellion ausdrücken. Das geht am besten mit fast freiem Oberkörper, einem Hundehalsband und ordentlich Feuerwerk.
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Die Klunker glitzern, musikalisch gab es aber schon Acts vom sechsmaligen ESC-Sieger Schweden, die strahlender waren. Sänger Tusse performt den Song "Voices", bei dem er leider nicht jeden Ton bis zum Ende halten kann. Vielleicht liegt es daran, dass er erst vor wenigen Wochen eine Stimmband-Operation hatte. Die Bühnenchoreografie überzeugt aber - besonders als die "Million Voices", die Tusse besingt, auch in den Hintergrund projiziert werden.
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San Marino hat in diesem Jahr ordentlich investiert und neben Sängerin Senhit auch den US-Rapper Flo Rida auf die ESC-Bühne gebracht, der den Elektro-Pop-Song "Adrenalina" mit Rap-Parts auflockert. Mit viel Glitzer und Glamour bringen sie die 3.500 Zuschauer in Rotterdam zum Abschluss des Wettbewerbs noch einmal zum Tanzen.
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Die Jury-Punkte werden verkündet. Destiny und die maltesische Delegation freuen sich über zwölf Punkte aus Norwegen. Nach den Jurywertungen liegt sie hinter Gjon's Tears (Schweiz) und Barbara Pravi (Frankreich) auf Platz drei.
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Die Italiener Måneskin sind nach den Jury-Votes noch einen Platz dahinter. Im Televoting bekommen sie aber mit Abstand die meisten Punkte und setzen sich am Ende vor Frankreich und der Schweiz durch.
Das erste Halbfinale fand am 18. Mai statt, das zweite folgte am 20. Mai. Der ESC hätte eigentlich 2020 schon in Rotterdam stattfinden sollen - aufgrund der Corona-Pandemie war der Wettbewerb für 2020 aber abgesagt worden. Es moderierten Chantal Janzen, Jan Smit und Edsilia Rombley, die bereits für den abgesagten ESC 2020 ausgewählt worden waren. Auch Nikkie de Jager war eine der Hauptmoderatorinnen.
Teilnehmer am ESC 2021
Nach dem kurzfristigen Rückzug von Armenien Anfang März und der Disqualifikation von Belarus nahmen insgesamt nur 39 Länder von ursprünglich 41 am Eurovision Song Contest 2021 teil. 26 davon halten - teils nach Vorentscheiden - an ihren für 2020 ausgewählten Acts fest und schicken sie für Rotterdam ins Rennen. Die Halbfinal-Zuordnung blieb unverändert. Die endgültige Startreihenfolge der Halbfinals hatte der zuständige niederländische Fernsehsender NPO Ende März mit Zustimmung der EBU festgelegt. Deutschland stimmte gemeinsam mit Italien und den Niederlanden im ersten Halbfinale ab. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Spanien voteten im zweiten Halbfinale. Nach dem zweiten Halbfinale legten die Produzenten die Startreihenfolge für das Finale fest.
Aufgrund eines positiven Corona-Tests bei einem Bandmitglied konnten Daði og Gagnamagnið aus Island bereits im zweiten Halbfinale nicht live auf der Bühne performen. Stattdessen wurde ihr aufgezeichneter Auftritt aus der zweiten Probe gezeigt. Im Finale schaffte es die Band dann auf Platz vier.
Australien nicht in Rotterdam dabei
Australien war das einzige Land, das sich dazu entschlossen hatte, aufgrund der Corona-Pandemie sein Team nicht zum Eurovision Song Contest nach Rotterdam reisen zu lassen. Die Kandidatin Montaigne nahm aber dennoch am Wettbewerb teil. Anstelle eines Live-Auftritts war sie mit einer Live-on-Tape-Performance dabei, also mit einem Video ihres Songs "Technicolour". Im ersten Halbfinale schied sie jedoch aus.
Deutsche Jury vergab die Hälfte der Punkte
Janin Ullmann, Ivy Quainoo, Matthias Arfmann, Uwe Kanthak und Constantin Zöller bildeten die diesjährige nationale Jury. Die Jurys bewerten - anders als das TV-Publikum - nicht die Auftritte während der ESC-Live-Sendungen, sondern die jeweils zweite Generalprobe der Shows am Abend davor. Diese sogenannten Jury-Finale sahen die Jury-Mitglieder in einer speziellen, nicht öffentlichen Übertragung gemeinsam beim NDR in Hamburg. Die Ergebnisse der Televotings wurden beim ESC aus allen Ländern zusammen ausgewertet und - anders als die Jury-Bewertungen - nicht einzeln verkündet. Die Zuschauer-Abstimmung lief per Anruf, SMS oder über die offizielle Eurovision-App.
Interval Acts: Måns Zelmerlöw, Lordi und Afrojack
Duncan Laurence, ESC-Gewinner von 2019 in Tel Aviv, eröffnete das erste Halbfinale mit "Feel Something". Als Interval-Act performten die Sängerin Davina Michelle und die Schauspielerin Thekla Reuten den Titel "The Power Of Water", einer Hommage an die niederländische Geschichte der Wasserwirtschaft.
Breakdancer Redouan Ait Chitt (Redo) und Singer-Songwriterin Eefje de Visser eröffneten das zweite Halbfinale. Der Balletttänzer Ahmad Joudeh und der BMX-Fahrer Dez Maarsen waren mit "Forward Unlimited" und "Close Encounter Of A Special Kind" die Interval-Acts.
Das Finale begann mit der traditionellen Flaggenparade, bei der alle 26 Finalisten zur Musik des 16-jährigen DJ Pieter Gabriel ihren Einzug in die Halle hielten. Als Interval-Acts präsentieren DJ Afrojack, Glennis Grace und Wulf "Music Binds Us" - ein zweiteiliges, speziell für den ESC in Auftrag gegebenes Stück - zusammen mit einem Sinfonieorchester aus jungen niederländischen Musikern. Dabei präsentierte Afrojack auch seine aktuelle Single "Hero". Außerdem gab es ein Wiedersehen mit früheren ESC-Gewinnern. Neben Måns Zelmerlöw trat auch die finnische Hardrock-Band Lordi auf. Die Pausen-Acts komplettierten Helena Paparizou, Sandra Kim, Teach-In und Lenny Kuhr. Während der letzten Sekunden des Votings gab es mit "The Human Countdown" eine Tanzperformance.
Auch im Finale sollte Duncan Laurence auftreten und seine neue Single vorstellen sowie seinen ESC-Siegersong "Arcade" performen. Am 20. Mai teilte die EBU jedoch mit, dass Laurence positiv auf Corona getestet wurde. Aufgrund der Mindestisolationszeit von sieben Tagen konnte er daher nicht live in der Ahoy Arena auftreten.
"Countdown für Rotterdam" mit Barbara Schöneberger
Barbara Schöneberger moderierte am Finalabend ab 20.15 Uhr die Show "Countdown für Rotterdam" live aus dem NDR Studio in Hamburg. Mit dabei waren unter anderem auch Michael Schulte, Jan Delay, Sarah Connor und Newcomerin Zoe Wees. Im Anschluss des Finales blickte Barbara Schöneberger in der Sendung "Aftershow Party" mit prominenten Gästen auf die Highlights der Show, die bewegendsten Momente und die beeindruckendsten Auftritte des Abends zurück. Auch Jendrik kam dann noch einmal live aus Rotterdam zu Wort.
Großevent unter Pandemiebedingungen: Feldversuch mit Publikum
Für Künstler, Delegationen und Produktions-Crews galten Corona-bedingt strenge Sicherheitsmaßnahmen. Das niederländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft hatte Ende April in Den Haag bestätigt, dass bei allen ESC-Shows auch Publikum zugelassen ist. In den drei Live-Shows und den öffentlichen Proben durften jeweils 3.500 Zuschauer dabei sein. Das entspricht etwa 20 Prozent der Kapazität der Ahoy Arena in Rotterdam. Die European Broadcasting Union (EBU) führte - gemeinsam mit der niederländischen Regierung und dem verantwortlichen Sender NPO - den ESC als sogenanntes Fieldlab-Event durch. Dabei sollte wissenschaftlich untersucht werden, wie Großevents unter Pandemiebedingungen ablaufen können.
Tickets: Erstattung und erneute Kaufoption für Eintrittskarten
Aufgrund der reduzierten Publikumskapazität hatten die Organisatoren beschlossen, allen, die schon Karten für den ESC 2020 hatten, den Kaufpreis zu erstatten. Karten für 2021 konnten nur diejenigen Fans kaufen, die schon Karten für den ESC im vergangenen Jahr hatten.
ESC-Motto "Open Up" von 2020 blieb bestehen
Das Motto blieb "Open Up" und auch die Bühne vom Vorjahr wurde übernommen, da diese 2020 bereits vorbereitet worden war.
Deutschland wählte ESC-Act über zwei Jurys aus
Deutschland blieb für den ESC 2021 bei seinem Auswahlverfahren für 2020 mit zwei Jurys - einer Experten-Jury und einer Eurovisions-Jury. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren fiel die Wahl auf Jendrik Sigwart. Er performte seinen selbst geschriebenen Song "I Don't Feel Hate". Ben Dolic, der 2020 mit "Violent Thing" antreten sollte, hatte sich dazu entschlossen, nicht weiter an dem Verfahren teilzunehmen. Einen Vorentscheid gab es nicht. Wegen der Sparmaßnahmen des NDR gab es in diesem Jahr vor dem Finale auch keinen "Countdown" live von der Hamburger Reeperbahn. Es gab aber vor und nach dem ESC-Finale eine Show mit Barbara Schöneberger aus einem TV-Studio. Außerdem gab es zusätzliche Sendungen in TV und Online rund um den ESC 2021.
Regeländerung 2021: Background-Gesang vom Band erlaubt
In diesem Jahr war zum ersten Mal Background-Gesang erlaubt, der nicht live gesungen wird. Während der Gesang des Hauptacts und die darunterliegende Vocal-Unterstützung noch immer live sein mussten, konnten Backing-Vocals testweise zusammen mit der Musik vom Band kommen. Das bedeutete aber auch: Alle Vocals, die die Live-Performance auf der Bühne ersetzen oder übermäßig unterstützen, blieben verboten. Die EBU wollte damit die Vielfalt der Acts erhöhen und Produzenten und Komponisten helfen, das Potenzial der Songs voll auszuschöpfen, indem diese so nah wie möglich an der Studio-Version präsentiert werden. Diese Regeländerung soll für die Zukunft überprüft werden.
Songs durften nicht vor September veröffentlicht werden
Während Künstler aus 2020 auch in diesem Jahr antreten durften, sah es bei der Songauswahl anders aus. Da die Beiträge laut den Regularien der EBU nicht vor September 2020 kommerziell veröffentlicht werden durften, brauchte jeder Teilnehmer ein neues Lied. Die EBU veröffentlichte eine Compilation aller Wettbewerbstitel am 23. April auf CD und zuvor bereits digital.
ESC-Teilnehmerländer mussten Auftrittsvideos einreichen
Alle Teilnehmerländer mussten für den Fall, dass ein Act aufgrund von Corona-Maßnahmen nicht nach Rotterdam reisen kann, ein Auftrittsvideo schon im Vorfeld bei der EBU einreichen. Anstelle eines Live-Auftritts wurde dann das Video abgespielt. Diese Live-on-Tape-Performance durfte nicht geschnitten oder nachbearbeitet sein. Die EBU hatte einige Regeln aufgestellt, damit diese Performances fair und vergleichbar sind. So waren etwa Drohnenaufnahmen, Wasser, ein Greenscreen und der Einsatz von Augmented Reality verboten. Innerhalb von 60 Minuten durfte der Act während der Aufnahme dreimal performen. Ein Durchgang wurde dann genommen. Die EBU überwachte die Videodrehs via Liveschalte. Jendrik hatte sein Backup-Video Anfang März in Litauen gedreht.
Montenegro nicht dabei, Armenien sagt ab, Belarus disqualifiziert
Auch 2021 in Rotterdam kehrte Montenegro nicht zum ESC zurück. Für das Jahr 2020 hatte der Sender RTCG bereits aus finanziellen Gründen die Teilnahme abgesagt. Auch die Slowakei, Monaco, Andorra und Luxemburg waren nicht wieder dabei. Eine Teilnahme schloss Andorras Sender RTVA ebenfalls wegen der Kosten aus, obwohl Andorras bislang letzte Vertreterin Susanne Georgi aus Moskau 2009 angeblich sogar einen Sponsor beschafft hatte. Auch Luxemburg blieb dem ESC weiter fern. Der Sender RTL wolle sich weiterhin eher auf Nachrichtenformate konzentrieren als auf Shows und Unterhaltungsfernsehen. Immer wieder wurde auch über eine Teilnahme des Kosovo spekuliert. Die EBU stellte klar, dass es keine Pläne gebe, das Balkanland für den ESC 2021 einzuladen, dies gelte auch für Kasachstan. Am 5. März sagte Armenien, das eigentlich auf der Liste der Teilnehmerländer stand, den Auftritt in Rotterdam ab. Organisationsprobleme und "andere objektive Gründe" seien daran Schuld, hieß es in einer Stellungnahme. Vermutlich hingen diese Gründe mit den kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Aserbaidschan zusammen. Belarus wurde von der EBU wegen politischer Aussagen in den eingereichten Songs disqualifiziert.
Show mit Freunden schauen: #ESCzusammen
Mit "ESC zusammen" konnten Fans alle Shows live bei eurovision.de mit ihren Freunden über das Internet verfolgen.
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