Stand: 26.02.21 11:25 Uhr

Alle Infos zum ESC 2021

Die Ahoy Arena in Rotterdam. © Guido Pijper Foto: Guido Pijper

Der ESC findet 2021 in der Ahoy Arena in Rotterdam statt.

Der Eurovision Song Contest 2021 findet in der Ahoy Arena in Rotterdam statt. Das Finale wird am 22. Mai 2021 ausgetragen, die Halbfinalshows finden am 18. und 20. Mai statt. Der Stadtrat von Rotterdam hat einer Austragung mehrheitlich zugestimmt. Mit der Zusage verbunden war die Billigung eines städtischen Zuschusses von 6,7 Millionen Euro für das Musikevent. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten die Verantwortlichen den Wettbewerb am 18. März für 2020 abgesagt. Er sollte am 12., 14. und 16. Mai in Rotterdam stattfinden.

ESC trotz Corona: Drei Szenarien möglich

Viele Details des ESC 2021 müssen noch verhandelt werden. Die ausrichtende Europäische Rundfunkunion (EBU) hat bekanntgegeben, dass während der Corona-Pandemie drei mögliche Szenarien für den kommenden ESC im Raum stehen. Von einer Show mit wenig Einschränkungen bis zu einer Show im Lockdown werde alles bedacht. Wie genau der ESC 2021 ausgetragen wird, soll sich Mitte/Ende April entscheiden. Sicher ist bereits: Es moderieren Chantal Janzen, Jan Smit und Edsilia Rombley, die bereits für 2020 ausgewählt wurden. Auch Nikkie de Jager wird eine der Hauptmoderatorinnen. Wer das zweite Semifinale als Showact eröffnet, steht bereits fest: Breakdander Redouan Ait Chitt und Sängerin Eefje de Visser bieten eine Tanz-Gesangs-Performance dar.

Das Motto bleibt "Open Up" und auch die Bühne wird auf das nächste Jahr übertragen, da diese bereits vorbereitet wurde. "Abgesehen davon hängt vieles davon ab, was zu diesem Zeitpunkt möglich ist, von der Verfügbarkeit aller Beteiligten und davon, was zum Geist von 2021 passt", so Sietse Bakker, ausführender Produzent des ESC. So gibt es etwa ein neues Konzept für die Postcards: Anstatt dass jeder Künstler zuvor für den Dreh in die Niederlande reist, sollen vor dem Auftritt Bilder laufen, die in der Heimat des Acts gedreht wurden.

Tickets: Erstattung und erneute Kaufoption für Eintrittskarten

Da es bei Szenario B und C des Corona-Stufenplans weniger Publikum geben wird, haben die Organisatoren beschlossen, allen, die schon Karten haben, den Kaufpreis zu erstatten. Sie bekommen später die Möglichkeit, neue Karten für dieselben Shows zu kaufen. Die Anzahl der verfügbaren Karten pro Show ist abhängig von den amtlichen Abstandsregeln. Die Organisatoren betonen, dass sofern möglich, später weitere Karten verkauft werden.

Termine der ESC-Shows 2021

Erstes Halbfinale | Jury Show: Montag, 17. Mai 2021
Erstes Halbfinale | Family Show: Dienstag (Nachmittag), 18. Mai 2021
Erstes Halbfinale | Live Show: Dienstag (Abend), 18. Mai 2021

Zweites Halbfinale | Jury Show: Mittwoch, 19. Mai 2021
Zweites Halbfinale | Family Show: Donnerstag (Nachmittag), 20. Mai 2021
Zweites Halbfinale | Live Show: Donnerstag (Abend), 20. Mai 2021

Finale | Jury Show: Freitag, 21. Mai 2021
Finale | Family Show: Samstag (Nachmittag), 22. Mai 2021
Finale | Live Show: Samstag (Abend), 22. Mai 2021

Teilnehmer am ESC 2021

Die gleichen 41 Länder, die bereits am ESC 2020 hätten teilnehmen sollen, sind auch beim Eurovision Song Contest 2021 dabei. 23 davon halten an ihren für 2020 ausgewählten Acts fest und schicken sie für Rotterdam ins Rennen. Auch die Halbfinal-Zuordnung bleibt unverändert.

1. Halbfinale - 18. Mai 2021
TeilnehmerländerVorentscheid/AuswahlTeilnehmer/Song
1. Hälfte
AustralienTeilnehmerin aus 2020Montaigne
Belarus
IrlandTeilnehmerin aus 2020Lesley Roy - "Maps"
LitauenPabandom iš naujo!The Roop - "Discoteque"
NordmazedonienTeilnehmer aus 2020Vasil - "Here I Stand"
Russland
SchwedenMelodifestivalen | 13.03.2021
SlowenienTeilnehmerin aus 2020 | Song am 27.02.2021Ana Soklič
2. Hälfte
AserbaidschanTeilnehmerin aus 2020Efendi
BelgienTeilnehmer aus 2020Hooverphonic
IsraelTeilnehmerin aus 2020Eden Alene - "Set Me Free"
KroatienDoraAlbina - "Tick-Tock"
MaltaTeilnehmerin aus 2020Destiny
NorwegenMelodi Grand PrixTix - "Fallen Angel"
RumänienTeilnehmerin aus 2020Roxen
UkraineTeilnehmer aus 2020Go_A - "Shum"
Zyperninterne AuswahlElena Tsagrinou - "El Diablo"
2. Halbfinale - 20. Mai 2021
TeilnehmerländerVorentscheid/AuswahlTeilnehmer/Song
1. Hälfte
EstlandEesti Laul | 06.03.2021
GriechenlandTeilnehmerin aus 2020Stefania - "Last Dance"
IslandTeilnehmer aus 2020 | Song am 13.03.2021Daði og Gagnamagnið - "10 Years"
MoldauTeilnehmerin aus 2020 | Song am 04.03.2021Natalia Gordienko - "Sugar"
ÖsterreichTeilnehmer aus 2020Vincent Bueno
Polen
San MarinoTeilnehmerin aus 2020 | Song am 23.02.2021Senhit
SerbienTeilnehmer aus 2020Hurricane - "Loco Loco"
Tschechische RepublikTeilnehmer aus 2020 | Song am 16.02.2021Benny Cristo - "Omaga"
2. Hälfte
AlbanienFestivali i KëngësAnxhela Peristeri - "Karma"
Armenien
BulgarienTeilnehmerin aus 2020Victoria
DänemarkDansk Melodi Grand Prix | 06.03.2021
FinnlandUuden Musiikin KilpailuBlind Channel - "Dark Side"
GeorgienTeilnehmer aus 2020Tornike Kipiani
LettlandTeilnehmerin aus 2020 | Song am 12.03.2021Samanta Tīna
PortugalFestival da Canção | 06.03.2021
SchweizTeilnehmer aus 2020Gjon's Tears
Finale - 22. Mai 2021
TeilnehmerländerVorentscheid/AuswahlTeilnehmer/Song
Deutschlandzwei ExpertenjurysJendrik - "I Don't Feel Hate"
FrankreichEurovision France, c’est vous qui décidezBarbara Pravi - "Voilà"
Großbritannien (UK)Teilnehmer aus 2020James Newman
ItalienSanremo-Festival | 06.03.2021
NiederlandeTeilnehmer aus 2020Jeangu Macrooy
SpanienTeilnehmer aus 2020Blas Cantó - "Voy a quedarme"

Deutschland wählte ESC-Act über zwei Jurys aus

Deutschland ist für den ESC 2021 bei seinem Auswahlverfahren für 2020 aus zwei Jurys - einer Experten-Jury und einer Eurovisions-Jury - treu geblieben. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren ist die Wahl auf Jendrik Sigwart gefallen. Er performt seinen selbstgeschriebenen Song "I Don't Feel Hate". Ben Dolic, der 2020 mit "Violent Thing" antreten sollte, hatte sich dazu entschlossen, nicht weiter an dem Verfahren teilzunehmen. Einen Vorentscheid gab es nicht. Wegen der großen Sparmaßnahmen des NDR findet auch keine Show von der Reeperbahn vor dem ESC-Finale statt. Es wird allerdings vor und nach dem ESC-Finale eine Show mit Barbara Schöneberger aus einem TV-Studio geben.

Slowenien mit Vorentscheid, The Roop mussten nochmal gewinnen

The Roop gewinnen mit "Discoteque" 2021 den Vorentscheid in Litauen erneut. © LRT Foto: Justinas Stacevičius

The Roop mussten in Litauen noch einmal antreten, gewannen aber auch 2021 den Vorentscheid.

Im Jahr 2020 hatten Rumänien und Israel für eine feststehende ESC-Kandidatin in einem Vorentscheid nur noch nach einem Song gesucht. Im Jahr 2021 ist Israel zumindest online den gleichen Weg gegangen und ließ über drei Songs von Eden Alene abstimmen. Außerdem widmet Slowenien seiner Kandidatin Ana Soklič ein komplettes Voting. Im Baltikum setzt man nicht durchgängig auf die gleichen Kandidaten. Zwar darf Samanta Tīna noch einmal für Lettland starten. In Litauen und Estland müssen The Roop und Uku Suviste allerdings noch einmal am Vorentscheid teilnehmen. Die litauische Band hat "Pabandom iš naujo!" bereits für sich entschieden.

ESC-Vorentscheide etwa in Schweden, Norwegen und Frankreich

Neben Deutschland starten auch einige andere Länder die Suche nach Acts neu. In Finnland fand der Vorentscheid Uuden Musiikin Kilpailu statt, der letztjährige Kandidat Aksel nahm erneut daran teil. Auch Portugal richtet den Vorentscheid Festival da Canção aus. Die letztjährige Gewinnern Elisa ist allerdings nicht dabei. Der dänische Sender DR hat für 2021 den Dansk Melodi Grand Prix bestätigt. Ben & Tan, die Kandidaten von 2020, durften aber nicht auftreten. Ulrikke verzichtete in Norwegen auf einen Startplatz im Melodi Grand Prix 2021, stattdessen ist sie dort außer Konkurrenz aufgetreten. Auch Frankreich hat nach einer internen Wahl 2020 wieder einen Vorentscheid ausgerichtet. Der Kandidat aus 2020, Tom Leeb, kehrte jedoch nicht zum ESC zurück. Stattdessen geht Barbara Pravi mit "Voilà" für Frankreich an den Start. Auch Kroatien hat nach Damir Kedžo einen neuen Act gesucht.

Regeländerung 2021: Background-Gesang vom Band erlaubt

In diesem Jahr ist zum ersten Mal Background-Gesang erlaubt, der nicht live gesungen wird. Während der Gesang des Hauptacts und die darunterliegende Vocal-Unterstützung noch immer live sein müssen, können Backing-Vocals testweise zusammen mit der Musik vom Band kommen. Das bedeutet aber auch: Alle Vocals, die die Live-Performance auf der Bühne ersetzen oder übermäßig unterstützen würden, bleiben verboten. Die EBU möchte damit die Vielfalt der Acts erhöhen und Produzenten und Komponisten helfen, das Potential der Songs voll auszuschöpfen, indem diese so nah wie möglich an der Studio-Version präsentiert werden. Diese Regeländerung soll nach dem ESC 2021 wieder überprüft werden.

Songs durften nicht vor September 2020 erscheinen

Während Künstler aus 2020 auch in diesem Jahr antreten dürfen, sieht es bei der Songauswahl anders aus. Da die Beiträge laut den Regularien der EBU nicht vor September 2020 kommerziell veröffentlicht werden durften, braucht jeder Teilnehmer ein neues Lied.

ESC-Teilnehmerländer müssen Auftrittsvideo drehen

Für den Fall, dass ein Act im Mai nicht in Rotterdam auftreten kann, muss jedes Land bereits im März ein Auftrittsvideo seines Acts drehen und bei der EBU einreichen. Dieses soll dann anstelle eines Live-Auftritts abgespielt werden. Diese Live-on-Tape-Performance darf nicht geschnitten oder nachbearbeitet sein. Die EBU hat einige Regeln aufgestellt, damit diese Performances fair und vergleichbar sind. So sind etwa Drohnenaufnahmen, Wasser, ein Greenscreen und der Einsatz von Augmented Reality verboten. Innerhalb von 60 Minuten darf der Act dreimal auftreten. Ein Durchgang wird dann genommen. Die EBU überwacht den Videodreh via Liveschalte. Bereits beim Junior ESC 2020 haben die Teilnehmer über Auftrittsvideos mitgemacht. Anders als beim JESC müssen die teilnehmenden Rundfunkanstlaten beim ESC 2021 die Bühne am Austragungsort allerdings nicht genau nachbauen.

Montenegro, Andorra und Luxemburg kehren nicht zurück

Auch 2021 in Rotterdam kehrt Montenegro nicht zum ESC zurück. Für das Jahr 2020 sagte der Sender RTCG bereits aus finanziellen Gründen die Teilnahme ab. Auch die Slowakei, Monaco, Andorra und Luxemburg sind nicht wieder dabei. Eine Teilnahme schloss Andorras Sender RTVA ebenfalls wegen der Kosten aus, obwohl Andorras bislang letzte Vertreterin Susanne Georgi aus Moskau 2009 angeblich sogar einen Sponsor beschafft habe. Auch Luxemburg bleibt dem ESC weiter fern. Der Sender RTL wolle sich weiterhin eher auf Nachrichtenformate konzentrieren als auf Shows und Unterhaltungsfernsehen. Immer wieder wurde auch über eine Teilnahme des Kosovo spekuliert. Die EBU stellte klar, dass es zurzeit keine Pläne gebe, das Balkanland für den ESC 2021 einzuladen, dies gelte auch für Kasachstan.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 22.05.2021 | 21:00 Uhr