Stand: 04.12.20 15:10 Uhr

Alle Infos zum ESC 2021

Die Ahoy Arena in Rotterdam. © Guido Pijper Foto: Guido Pijper

Der ESC findet 2021 in der Ahoy Arena in Rotterdam statt.

Der Eurovision Song Contest 2021 findet in der Ahoy Arena in Rotterdam statt. Das Finale wird am 22. Mai 2021 ausgetragen, die Halbfinalshows finden am 18. und 20. Mai statt. Der Stadtrat von Rotterdam hat einer Austragung mehrheitlich zugestimmt. Mit der Zusage verbunden war die Billigung eines städtischen Zuschusses von 6,7 Millionen Euro für das Musikevent. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten die Verantwortlichen den Wettbewerb am 18. März für 2020 abgesagt. Er sollte am 12., 14. und 16. Mai in Rotterdam stattfinden.

ESC trotz Corona: Vier Szenarien möglich

Viele Details des ESC 2021 müssen noch verhandelt werden. Die ausrichtende Europäische Rundfunkunion (EBU) hat bekanntgegeben, dass während der Corona-Pandemie vier mögliche Szenarien für den kommenden ESC im Raum stehen. Von einer Show ohne Einschränkungen bis zu einer Show im Lockdown werde alles bedacht. Wie genau der ESC 2021 ausgetragen wird, soll sich in den ersten Monaten des Jahres 2021 entscheiden. Sicher ist bereits: Es moderieren Chantal Janzen, Jan Smit und Edsilia Rombley, die bereits für 2020 ausgewählt wurden. Das Motto bleibt "Open Up" und auch die Bühne wird auf das nächste Jahr übertragen, da diese bereits vorbereitet wurde. "Abgesehen davon hängt vieles davon ab, was zu diesem Zeitpunkt möglich ist, von der Verfügbarkeit aller Beteiligten und davon, was zum Geist von 2021 passt", so Sietse Bakker, ausführender Produzent des ESC. So gibt es etwa ein neues Konzept für die Postcards: Anstatt dass jeder Künstler zuvor für den Dreh in die Niederlande reist, sollen vor dem Auftritt Bilder laufen, die in der Heimat des Acts gedreht wurden.

Tickets für den ESC 2021

Derzeit ist noch nicht absehbar, wann und ob der offizielle Ticketverkauf für die ESC-Shows 2021 startet. Laut EBU hängt es davon ab, wie viele Tickets aus 2020 zurückgegeben werden und welche Kapazitäten in Bezug auf die Zuschauermenge während der Liveshows freigegeben werden. Falls der ESC nur mit einer verringerten Anzahl an Zuschauern stattfinden darf, wird unter den Ticketinhabern ausgelost. Diejenigen, die nicht in die Halle können, sollen den vollen Ticketpreis erstattet bekommen.

Bereits für den ESC 2020 gekaufte Tickets behalten 2021 ihre Gültigkeit. Wer gekaufte Tickets zurückgeben wollte, konnte dies bis zum 29. Juni 2020 tun und sich den Kaufpreis dann zurückerstatten lassen. Sollten im nächsten Jahr nicht alle Personen, für die Tickets gekauft wurden (beispielsweise einer Gruppe, die gemeinsam den ESC besuchen wollte), an der Veranstaltung teilnehmen können, öffnet die EBU den Personalisierungsprozess erneut, bevor der weitere Ticketverkauf beginnt. So ist es möglich, dass Namen auf den Tickets geändert werden. Weitere Infos dazu erhalten Ticketkäufer zu einem späteren Zeitpunkt per E-Mail. Es ist nicht möglich, eine teilweise Rückerstattung der Tickets zu beantragen.

Termine der ESC-Shows 2021

Erstes Halbfinale | Jury Show: Montag, 17. Mai 2021
Erstes Halbfinale | Family Show: Dienstag (Nachmittag), 18. Mai 2021
Erstes Halbfinale | Live Show: Dienstag (Abend), 18. Mai 2021

Zweites Halbfinale | Jury Show: Mittwoch, 19. Mai 2021
Zweites Halbfinale | Family Show: Donnerstag (Nachmittag), 20. Mai 2021
Zweites Halbfinale | Live Show: Donnerstag (Abend), 20. Mai 2021

Finale | Jury Show: Freitag, 21. Mai 2021
Finale | Family Show: Samstag (Nachmittag), 22. Mai 2021
Finale | Live Show: Samstag (Abend), 22. Mai 2021

Teilnehmer am ESC 2021

Die gleichen 41 Länder, die bereits am ESC 2020 hätten teilnehmen sollen, sind auch beim Eurovision Song Contest 2021 dabei. 21 davon halten an ihren für 2020 ausgewählten Acts fest und schicken sie für Rotterdam ins Rennen. Auch die Halbfinal-Zuordnung bleibt unverändert.

1. Halbfinale - 18. Mai 2021
TeilnehmerländerVorentscheid/AuswahlTeilnehmer
1. Hälfte
AustralienTeilnehmerin aus 2020Montaigne
Irland
LitauenPabandom iš naujo!
Nordmazedonien
Russland
SchwedenMelodifestivalen | 13.03.2021
SlowenienTeilnehmerin aus 2020Ana Soklič
Weißrussland
2. Hälfte
AserbaidschanTeilnehmerin aus 2020Efendi
BelgienTeilnehmer aus 2020Hooverphonic
IsraelTeilnehmerin aus 2020 | Song am 25.01.2021Eden Alene
KroatienDora | 13.02.2021
MaltaTeilnehmerin aus 2020Destiny
NorwegenMelodi Grand Prix | 20.02.2021
RumänienTeilnehmerin aus 2020Roxen
UkraineTeilnehmer aus 2020Go_A
Zyperninterne AuswahlElena Tsagrinou
2. Halbfinale - 20. Mai 2021
TeilnehmerländerVorentscheid/AuswahlTeilnehmer
1. Hälfte
EstlandEesti Laul | 06.03.2021
GriechenlandTeilnehmerin aus 2020Stefania
IslandTeilnehmer aus 2020Daði og Gagnamagnið
MoldauTeilnehmerin aus 2020Natalia Gordienko
ÖsterreichTeilnehmer aus 2020Vincent Bueno
Polen
San MarinoTeilnehmerin aus 2020Senhit
SerbienTeilnehmer aus 2020Hurricane
Tschechische RepublikTeilnehmer aus 2020Benny Cristo
2. Hälfte
AlbanienFestivali i Këngës | Dezember 2020
Armenien
BulgarienTeilnehmerin aus 2020Victoria
DänemarkDansk Melodi Grand Prix | 06.03.2021
FinnlandUuden Musiikin Kilpailu | 20.02.2021
GeorgienTeilnehmer aus 2020Tornike Kipiani
LettlandTeilnehmerin aus 2020Samanta Tīna
PortugalFestival da Canção | 06.03.2021
SchweizTeilnehmer aus 2020Gjon's Tears
Finale - 22. Mai 2021
TeilnehmerländerVorentscheid/AuswahlTeilnehmer
Deutschlandzwei Expertenjurys
FrankreichEurovision France, c’est vous qui décidez
Großbritannien (UK)
ItalienSanremo-Festival | 06.03.2021
NiederlandeTeilnehmer aus 2020Jeangu Macrooy
SpanienTeilnehmer aus 2020Blas Cantó

Deutschland wählt ESC-Act über zwei Jurys aus

Deutschland bleibt für den ESC 2021 seinem Auswahlverfahren für 2020 treu. Das bedeutet, dass zwei Jurys - die Experten-Jury und die Eurovisions-Jury - über den deutschen Act entscheiden. Ben Dolic, der 2020 mit "Violent Thing" antreten sollte, kann sich erneut bewerben, wird aber nicht direkt für 2021 nominiert. Einen Vorentscheid gibt es nicht. Wegen der großen Sparmaßnahmen des NDR findet voraussichtlich auch keine Show von der Reeperbahn vor dem ESC-Finale statt.

Slowenien mit Vorentscheid, Griechenlands Song ist fertig

Im Jahr 2020 hatten Rumänien und Israel für eine feststehende ESC-Kandidatin in einem Vorentscheid nur noch nach einem Song gesucht. Im Jahr 2021 geht Israel den gleichen Weg. Außerdem widmet Slowenien seiner Kandidatin Ana Soklič ein komplettes Voting. Die Sängerin sagte, sie stehe allen Genres offen - es müsse keine Ballade wie "Voda" sein. Stefania aus Griechenland präsnetiert 2021 einen ähnlichen Song wie "Superg!rl". Ihr Popsong soll schon geschrieben sein - und zwar vom gleichen Team. Dimitris Kontopoulos, das Songwriter- und Produzenten-Team Arcade und Komponistin Sharon Vaughn stünden damit auch 2021 hinter Griechenlands Song.

ESC-Vorentscheide etwa in Schweden, Estland und Norwegen

Uku Suviste, Kandidat Estlands beim ESC 2020.  Foto: ERR

Der Sänger Uku Suviste erhält einen Startplatz beim Vorentscheid Eesti Laul 2021.

Neben Deutschland starten auch einige andere Länder die Suche nach Acts neu starten. Dazu gehören unter anderem Schweden mit dem Melodifestivalen und Estland. Der diesjährige estnische Kandidat Uku Suviste hat allerdings das Angebot erhalten, einen der 24 Startplätze beim Vorentscheid Eesti Laul anzunehmen. Für dieses Verfahren hat der Sänger bereits zugesagt. Auch The Roop bekommen einen Startplatz im Finale des litauischen Vorentscheids. Der Sender LRT wolle damit den Einsatz der Band - bis zum Zeitpunkt der ESC-Absage - würdigen. In Finnland findet der Vorentscheid Der Vorentscheid Uuden Musiikin Kilpailu statt, für den diesjährigen Kandidaten Aksel gibt es aber keinen fixen Startplatz. Auch Portugal plant im nächsten Jahr den Vorentscheid Festival da Canção auszurichten. Die diesjährige Gewinnern Elisa werde allerdings nicht dabei sein. Der dänische Sender DR hat für 2021 den Dansk Melodi Grand Prix bestätigt. Ben & Tan, die Kandidaten von 2020, erhalten dafür aber wohl keine Einladung. Ulrikke verzichtet in Norwegen auf einen Startplatz im Melodi Grand Prix 2021, stattdessen soll sie als Interval-Act dort auftreten. Frankreich richtet - nach einer internen Wahl 2020 - wieder einen Vorentscheid aus. Der Kandidat aus 2020, Tom Leeb, kehrt jedoch nicht zum ESC zurück. Auch Kroatien sucht nach Damir Kedžo einen neuen Act. In Albanien soll im Dezember laut Sender RTSH traditionell das Festivali i Këngës stattfinden. Offen scheint allerdings zu sein, ob der Siegeract dann nach Rotterdam fährt, oder Arilena Ara eine zweite Chance bekommt. Sie hatte den Wettbewerb 2019 gewonnen.

Regeländerung 2021: Background-Gesang vom Band erlaubt

Im kommenden Jahr ist zum ersten Mal Background-Gesang erlaubt, der nicht live gesungen wird. Während der Gesang des Hauptacts und die darunterliegende Vocal-Unterstützung noch immer live sein müssen, können Backing-Vocals testweise zusammen mit der Musik vom Band kommen. Das bedeutet aber auch: Alle Vocals, die die Live-Performance auf der Bühne ersetzen oder übermäßig unterstützen würden, bleiben verboten. Die EBU möchte damit die Vielfalt der Acts erhöhen und Produzenten und Komponisten helfen, das Potential der Songs voll auszuschöpfen, indem diese so nah wie möglich an der Studio-Version präsentiert werden. Diese Regeländerung soll nach dem ESC 2021 wieder überprüft werden.

Songs dürfen nicht vor September 2020 erscheinen

Während Künstler aus diesem auch im nächsten Jahr antreten dürfen, sieht es bei der Songauswahl anders aus. Da die Beiträge laut den Regularien der EBU nicht vor September 2020 kommerziell veröffentlicht werden dürfen, braucht jeder Teilnehmer ein neues Lied.

Montenegro, Andorra und Luxemburg kehren nicht zurück

Auch 2021 in Rotterdam kehrt Montenegro nicht zum ESC zurück. Für das Jahr 2020 sagte der Sender RTCG bereits aus finanziellen Gründen die Teilnahme ab. Auch die Slowakei, Monaco, Andorra und Luxemburg sind nicht wieder dabei. Eine Teilnahme schloss Andorras Sender RTVA ebenfalls wegen der Kosten aus, obwohl Andorras bislang letzte Vertreterin Susanne Georgi aus Moskau 2009 angeblich sogar einen Sponsor beschafft habe. Auch Luxemburg bleibt dem ESC weiter fern. Der Sender RTL wolle sich weiterhin eher auf Nachrichtenformate konzentrieren als auf Shows und Unterhaltungsfernsehen. Immer wieder wurde auch über eine Teilnahme des Kosovo spekuliert. Die EBU stellte klar, dass es zurzeit keine Pläne gebe, das Balkanland für den ESC 2021 einzuladen, dies gelte auch für Kasachstan.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 22.05.2021 | 21:00 Uhr