Stand: 13.04.21 16:34 Uhr

Alle Infos zum ESC 2021

Die Ahoy Arena in Rotterdam. © Guido Pijper Foto: Guido Pijper

Der ESC findet 2021 in der Ahoy Arena in Rotterdam statt.

Der 65. Eurovision Song Contest 2021 wird in der Ahoy Arena in Rotterdam ausgetragen. Das Finale findet am 22. Mai 2021 ab 21 Uhr statt und wird live im Ersten übertragen. Die Halbfinalshows am 18. und 20. Mai überträgt der ARD Digitalsender ONE. Alle Shows werden auf eurovision.de live gestreamt. Für Deutschland startet Jendrik mit "I Don't Feel Hate".
Der ESC hätte eigentlich 2020 schon in Rotterdam stattfinden sollen - aufgrund der Corona-Pandemie war der Wettbewerb für 2020 aber abgesagt worden.

ESC trotz Corona: Publikum möglich

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat bekannt gegeben, dass im Mai bis zu 3.500 Fans pro Show in der Ahoy Arena dabei sein können. In einem Feldversuch will die niederländische Regierung damit untersuchen, wie Großveranstaltungen mit Publikum unter Corona-Maßnahmen stattfinden können. Eine endgültige Entscheidung darüber gibt es Ende April. Zuvor hatte die EBU drei mögliche Szenarien für den kommenden ESC aufgestellt. Von einer Show mit wenig Einschränkungen bis zu einer Show im Lockdown werde alles bedacht. Wie genau der ESC 2021 ausgetragen wird, soll sich Ende April entscheiden. Sicher ist bereits: Es moderieren Chantal Janzen, Jan Smit und Edsilia Rombley, die bereits für den abgesagten ESC 2020 ausgewählt wurden. Auch Nikkie de Jager ist eine der Hauptmoderatorinnen.

Tickets: Erstattung und erneute Kaufoption für Eintrittskarten

Da es bei Szenario B und C des Corona-Stufenplans weniger Publikum geben wird, haben die Organisatoren beschlossen, allen, die schon Karten haben, den Kaufpreis zu erstatten. Sie bekommen später die Möglichkeit, neue Karten für dieselben Shows zu kaufen. Die Anzahl der verfügbaren Karten pro Show ist abhängig von den amtlichen Abstandsregeln. Die Organisatoren betonen, dass sofern möglich, später weitere Karten verkauft werden.

Interval Acts: Måns Zelmerlöw, Lordi und Afrojack

Im Finale treten verschiedene Künstler mit einer Mischung aus klassischer Musik und Dance-Music als Interval Act Music Binds Us auf. Mit dabei sind DJ Afrojack, Wulf, Glennis Grace sowie ein Symphonieorchester aus jungen Talenten. Auch ein Film des niederländischen Regisseurs Tim Oliehoek kommt dabei zur Aufführung. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit früheren ESC-Gewinnern. Neben Måns Zelmerlöw treten auch die finnische Hardrock-Band Lordi auf. Die Pausen-Acts komplettieren Helena Paparizou, Sandra Kim, Teach-In und Lenny Kuhr.

Wer das zweite Semifinale als Showact eröffnet, steht auch bereits fest: Breakdander Redouan Ait Chitt und Sängerin Eefje de Visser bieten eine Tanz-Gesangs-Performance dar. Den Interval Act übernehmen Balletttänzer Ahmad Joudeh und BMX-Fahrer Dez Maarsen.

ESC-Motto "Open Up" von 2020 bleibt bestehen

Das Motto bleibt "Open Up" und auch die Bühne vom Vorjahr wird übernommen, da diese 2020 bereits vorbereitet wurde. "Abgesehen davon hängt vieles davon ab, was zu diesem Zeitpunkt möglich ist, von der Verfügbarkeit aller Beteiligten und davon, was zum Geist von 2021 passt", so Sietse Bakker, ausführender Produzent des ESC. So gibt es etwa ein neues Konzept für die Postcards: Anstelle von in den Niederlanden gedrehten Clips, sollen vor dem Auftritt Bilder laufen, die in der Heimat des jeweiligen Acts gedreht wurden.

Termine der ESC-Shows 2021

Erstes Halbfinale | Jury Show: Montag, 17. Mai 2021
Erstes Halbfinale | Family Show: Dienstag (Nachmittag), 18. Mai 2021
Erstes Halbfinale | Live Show: Dienstag, 18. Mai 2021, 21 Uhr | eurovision.de, ONE

Zweites Halbfinale | Jury Show: Mittwoch, 19. Mai 2021
Zweites Halbfinale | Family Show: Donnerstag (Nachmittag), 20. Mai 2021
Zweites Halbfinale | Live Show: Donnerstag, 20. Mai 2021, 21 Uhr | eurovision.de, ONE

Finale | Jury Show: Freitag, 21. Mai 2021
Finale | Family Show: Samstag (Nachmittag), 22. Mai 2021
Finale | Live Show: Samstag, 22. Mai 2021, 21 Uhr | eurovision.de, Das Erste, ONE

Teilnehmer am ESC 2021

Nach dem kurzfristigen Rückzug von Armenien Anfang März und der Disqualifikation von Belarus, nehmen nur noch 39 Länder am Eurovision Song Contest 2021 teil. 26 davon halten - teils nach Vorentscheiden - an ihren für 2020 ausgewählten Acts fest und schicken sie für Rotterdam ins Rennen. Die Halbfinal-Zuordnung bleibt unverändert. Die endgültige Startreihenfolge der Halbfinals hat der zuständige niederländische Fernsehsender NPO Ende März mit Zustimmung der EBU festgelegt.
Deutschland stimmt gemeinsam mit Italien und den Niederlanden im ersten Halbfinale ab. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Spanien voten im zweiten Halbfinale.

Startreihenfolge der Länder im 1. Halbfinale I 18. Mai 2021
StartplatzLandTeilnehmer/in / Song
1LitauenThe Roop -"Discoteque"
2SlowenienAna Soklič - "Amen"
3RusslandManizha - "Russian Woman"
4SchwedenTusse - "Voices"
5AustralienMontaigne - "Technicolour"
6NordmazedonienVasil - "Here I Stand"
7IrlandLesley Roy - "Maps"
8ZypernElena Tsagrinou - "El Diablo"
9NorwegenTix - "Fallen Angel"
10KroatienAlbina - "Tick-Tock"
11BelgienHooverphonic -"The Wrong Place"
12IsraelEden Alene - "Set Me Free"
13RumänienRoxen - "Amnesia"
14AserbaidschanEfendi - "Mata Hari"
15UkraineGo_A - "Shum"
16MaltaDestiny - "Je me casse"
Startreihenfolge der Länder im 2. Halbfinale I 20. Mai 2021
StartplatzLandTeilnehmer/in / Song
1San MarinoSenhit - "Adrenalina"
2EstlandUku Suviste - "The Lucky One"
3Tschechische RepublikBenny Cristo - "Omaga"
4GriechenlandStefania - "Last Dance"
5ÖsterreichVincent Bueno - "Amen"
6PolenRafał - "The Ride"
7MoldauNatalia Gordienko - "Sugar"
8IslandDaði og Gagnamagnið - "10 Years"
9SerbienHurricane - "Loco Loco"
10GeorgienTornike Kipiani - "You"
11AlbanienAnxhela Peristeri - "Karma"
12PortugalThe Black Mamba - "Love Is On My Side"
13BulgarienVictoria - "Growing Up Is Getting Old"
14FinnlandBlind Channel - "Dark Side"
15LettlandSamanta Tīna - "The Moon Is Rising"
16SchweizGjon's Tears - "Tout l'univers"
17DänemarkFyr & Flamme - "Øve os på hinanden"
Finale - 22. Mai 2021
LandTeilnehmer/inSong
DeutschlandJendrik"I Don't Feel Hate"
FrankreichBarbara Pravi"Voilà"
Großbritannien (UK)James Newman"Embers"
ItalienMåneskin"Zitti e buoni"
NiederlandeJeangu Macrooy"Birth Of A New Age"
SpanienBlas Cantó"Voy a quedarme"

"Countdown für Rotterdam" mit Barbara Schöneberger

Barbara Schöneberger moderiert am 22. Mai um 20.15 Uhr die Show "Countdown für Rotterdam" live aus dem NDR Studio in Hamburg. Mit dabei sind unter anderem auch Michael Schulte, Jan Delay, Sarah Connor und Newcomerin Zoe Wees. Es ist eine Live-Schalte nach Rotterdam zum deutschen Act Jendrik geplant. Im Anschluss des Finales blickt Barbara Schöneberger in der Sendung "Aftershow Party" mit prominenten Gästen auf die Highlights der Show, die bewegendsten Momente und die beeindruckendsten Auftritte des Abends. Auch Jendrik kommt dann noch einmal live aus Rotterdam zu Wort, ebenso wie Kommentator Peter Urban.

Deutschland wählte ESC-Act über zwei Jurys aus

Deutschland ist für den ESC 2021 bei seinem Auswahlverfahren für 2020 aus zwei Jurys - einer Experten-Jury und einer Eurovisions-Jury - treu geblieben. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren ist die Wahl auf Jendrik Sigwart gefallen. Er performt seinen selbstgeschriebenen Song "I Don't Feel Hate". Ben Dolic, der 2020 mit "Violent Thing" antreten sollte, hatte sich dazu entschlossen, nicht weiter an dem Verfahren teilzunehmen. Einen Vorentscheid gab es nicht. Wegen der Sparmaßnahmen des NDR gibt es in diesem Jahr vor dem Finale keinen "Countdown" live von der Hamburger Reeperbahn. Es gibt aber vor und nach dem ESC-Finale eine Show mit Barbara Schöneberger aus einem TV-Studio. Außerdem gibt es zusätzliche Sendungen in TV und Online rund um den ESC 2021.

Regeländerung 2021: Background-Gesang vom Band erlaubt

In diesem Jahr ist zum ersten Mal Background-Gesang erlaubt, der nicht live gesungen wird. Während der Gesang des Hauptacts und die darunterliegende Vocal-Unterstützung noch immer live sein müssen, können Backing-Vocals testweise zusammen mit der Musik vom Band kommen. Das bedeutet aber auch: Alle Vocals, die die Live-Performance auf der Bühne ersetzen oder übermäßig unterstützen würden, bleiben verboten. Die EBU möchte damit die Vielfalt der Acts erhöhen und Produzenten und Komponisten helfen, das Potential der Songs voll auszuschöpfen, indem diese so nah wie möglich an der Studio-Version präsentiert werden. Diese Regeländerung soll nach dem ESC 2021 wieder überprüft werden.

Songs nicht vor September - Compilation im April

Während Künstler aus 2020 auch in diesem Jahr antreten dürfen, sieht es bei der Songauswahl anders aus. Da die Beiträge laut den Regularien der EBU nicht vor September 2020 kommerziell veröffentlicht werden durften, braucht jeder Teilnehmer ein neues Lied. Die EBU veröffentlicht eine Compilation aller Wettbewerbstitel auf CD und digital am 23. April.

ESC-Teilnehmerländer müssen Auftrittsvideo drehen

Für den Fall, dass ein Act im Mai nicht in Rotterdam auftreten kann, muss jedes Land ein Auftrittsvideo seines Acts bei der EBU einreichen. Dieses soll dann anstelle eines Live-Auftritts abgespielt werden. Diese Live-on-Tape-Performance darf nicht geschnitten oder nachbearbeitet sein. Die EBU hat einige Regeln aufgestellt, damit diese Performances fair und vergleichbar sind. So sind etwa Drohnenaufnahmen, Wasser, ein Greenscreen und der Einsatz von Augmented Reality verboten. Innerhalb von 60 Minuten darf der Act dreimal auftreten. Ein Durchgang wird dann genommen. Die EBU überwacht den Videodreh via Liveschalte. Jendrik hat sein Backup-Video Anfang März in Litauen gedreht.

Montenegro nicht dabei, Armenien sagt ab, Belarus disqualifiziert

Auch 2021 in Rotterdam kehrt Montenegro nicht zum ESC zurück. Für das Jahr 2020 sagte der Sender RTCG bereits aus finanziellen Gründen die Teilnahme ab. Auch die Slowakei, Monaco, Andorra und Luxemburg sind nicht wieder dabei. Eine Teilnahme schloss Andorras Sender RTVA ebenfalls wegen der Kosten aus, obwohl Andorras bislang letzte Vertreterin Susanne Georgi aus Moskau 2009 angeblich sogar einen Sponsor beschafft habe. Auch Luxemburg bleibt dem ESC weiter fern. Der Sender RTL wolle sich weiterhin eher auf Nachrichtenformate konzentrieren als auf Shows und Unterhaltungsfernsehen. Immer wieder wurde auch über eine Teilnahme des Kosovo spekuliert. Die EBU stellte klar, dass es zurzeit keine Pläne gebe, das Balkanland für den ESC 2021 einzuladen, dies gelte auch für Kasachstan. Am 5. März sagte Armenien, das eigentlich auf der Liste der Teilnehmerländer stand, den Auftritt in Rotterdam ab. Organisationsprobleme und "andere objektive Gründe" seien daran Schuld, hieß es in einer Stellungnahme. Vermutlich hängen diese Gründe mit den kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Aserbaidschan zusammen. Belarus wurde von der EBU wegen politischer Aussagen in den eingereichten Songs disqualifizert.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 22.05.2021 | 21:00 Uhr