Uku Suviste, Kandidat Estlands beim ESC 2020.  Foto: ERR
Stand: 06.03.21 23:26 Uhr

Uku Suviste kriegt für Estland eine zweite Chance

Uku Suviste, Kandidat Estlands beim ESC 2020.  Foto: ERR

Uku Suviste ist "The Lucky One". Mit dem gleichnamigen Song darf der Vorjahressieger des Eesti Laul zum ESC nach Rotterdam.

Dass sich Vorjahressieger Uku Suviste noch einmal durch die estnische Vorentscheidung kämpfen musste, fanden nicht nur viele Esten ungerecht - schließlich hatte er den Eesti Laul 2020 haushoch gewonnen und durfte am Ende gar nicht fahren. Jetzt haben sie dem 38-jährigen Sänger eine zweite Chance für den Eurovision Song Contest geschenkt: Im Superfinale setzte sich der ehemals "Sexyest Man" des Landes gegen die 21-jährige Juryfavoritin Sissi Nylia Benita durch.

Den Song "The Lucky One", in dem es um eine Trennung geht, aus der der Verlassene am Ende gestärkt hervorgeht, dürften Uku Suviste und Mitautorin Sharon Vaughn nicht ohne Hintergedanken als Omen für einen erneuten Sieg geschrieben haben.

Eesti Laul ist typisch für skurrile Performances

Der nationale Vorentscheid Eesti Laul war schon immer für skurrile Performances gut. Und was macht man, wenn Vorjahressieger Uku Suviste sich noch einmal um die Fahrkarte nach Rotterdam bewirbt und man seinen Song "What Love Is" noch einmal zu Gehör bringen will, ohne den Wettbewerb zu verzerren? Man lässt ihn von der Grindcore-Band Goresoerd in einer möglichst unkenntlichen Version zum Festivalauftakt aufführen! Auch sonst ließen die Esten trotz fehlenden Publikums keine trübe Pandemie-Stimmung aufkommen, sondern feierten ihre Stars humor- und stimmungsvoll auf gewohnt großer Bühne mit vielen spektakulären Effekten, unaufdringlich moderiert von Grete Kuld und Tõnis Niinemets.

Mehrere Wiederholungstäter im estnischen Vorentscheid

Uku Suviste war nicht der einzige Wiederholungstäter im Starterfeld: Auch Jüri Pootsmann (Estland 2016), Koit Toome (Estland 1998 und 2017) und Ivo Linna (Estland 1996), der gemeinsam mit Sohn Robert sein Glück versuchte, hatten sich in den beiden Semis für das Finale qualifiziert, für Sängerin Tanja (Estland 2014) war dagegen nach der ersten Vorrunde Schluss. Offenbar schenkten die vertrauten Gesichter den Zuschauern in unsicheren Zeiten ein Gefühl der Sicherheit. Nur so ist zu erklären, dass sie sich am Ende für den sterbenslangweiligen Remix ihres noch sterbenslangweiligen Vorjahressongs entschieden.

Zumindest werden sie - anders als Finnland oder Dänemark - nicht darüber grübeln müssen, was gewesen, wenn. Sie werden es erleben.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 13.03.2021 | 19:05 Uhr