Stand: 25.03.20 15:47 Uhr

Uku Suviste hätte für Estland gesungen

Uku Suviste, Kandidat Estlands beim ESC 2020.  Foto: ERR

Uku Suviste wollte mit "What Love Is" zum ESC nach Rotterdam fahren.

Im dritten Anlauf hat Uku Suviste den estnischen Vorentscheid "Eesti Laul gewonnen" und wäre mit der Ballade "What Love Is" zum Eurovision Song Contest nach Rotterdam gefahren. Der ESC fällt allerdings wegen der Coronakrise aus. Der 37-Jährige, der 2010 zu Estlands "Sexiest Man" gewählt wurde, hat den Song gemeinsam mit der US-Amerikanerin Sharon Vaughn geschrieben, die für zahlreiche ESC-Beiträge mitverantwortlich ist, unter anderem für "Waterline" von Jedward und "Scream" von Sergey Lazarev. Suviste hat in seiner 16-jährigen Karriere an zahllosen Wettbewerben teilgenommen, war Mitglied einer R'n'B-Band und Ensemblemitglied des Musicals "Grease". In Russland kennt man ihn aufgrund seiner Teilnahme an der jüngsten Staffel von "The Voice".

"Eesti Laul" mit langweiliger Massenware

Im vergangenen Jahr hatte das estnische Fernsehen die Teilnahmebedingungen für ausländische Komponistenteams gelockert, im Gegenzug allerdings eine Teilnahmegebühr eingeführt, die für Titel in englischer Sprache doppelt so hoch lag wie für estnische Songs. In diesem Jahr wurde das Startgeld sogar noch erhöht, was allerdings nicht verhindern konnte, dass der einst so kreative Vorentscheid mit langweiliger Massenware geflutet wurde. Wieder gab es zwei Semifinalrunden, aus denen jeweils vier Songs durch Jury- und Publikumsentscheid gemeinsam, zwei jedoch alleine durch Televoting ins Finale gewählt wurden, damit Zuschauerlieblinge nicht zu früh aus dem Wettbewerb geschmissen werden.

Genretechnische Vielfalt im Finale

Für Estland steht Victor Crone mit "Storm" auf der ESC-Bühne. © eurovision.tv Foto: Andres Putting

Victor Crone entscheidet 2019 den Vorentscheid "Eesti Laul" für sich. Seinen Song "Storm" covern alle Finalteilnehmer 2020.

Zur Eröffnung der wie immer auf höchstem Niveau produzierten Show sangen die zwölf Finalteilnehmer Victor Crones Vorjahressieger "Storm", der in Tel Aviv immerhin den Finaleinzug geschafft hatte. Den zweifelhaften Humor der Einspielfilmchen kompensierte dann ein zumindest genretechnisch vielfältiges Starterfeld, das mit ungewohnt souligen und bluesigen Klängen aufwartete. Nachdem der ESC-Gewinner von 2001, Tanel Padar, in der Wertungspause zeigte, wie gut estnische Musik klingen kann, entschieden sich die Zuschauer unter den drei mit Juryunterstützung ermittelten Superfinalisten zielsicher für den langweiligsten Song. Schwer vorstellbar, dass Estland damit wieder den Einzug ins Finale geschafft hätte.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | Eurovision Song Contest | 25.04.2020 | 19:05 Uhr