Stand: 19.09.19 09:44 Uhr

Alle Infos zum ESC 2020 in den Niederlanden

Außenansicht der Veranstaltungshalle Rotterdam Ahoy. Im Vordergrund hängen viele gelbe Fahnen. © picture alliance / ANP Foto: ROBINUTRECHT

Der weltweit größte Musikwettbewerb findet 2020 im Hallenkomplex Rotterdam Ahoy statt.

Der 65. Eurovision Song Contest findet 2020 in der niederländischen Stadt Rotterdam statt. Am 16. Mai 2020 geht das Finale über die Bühne, am 12. und 14. Mai laufen die beiden Halbfinals.
Duncan Laurence hatte mit seinem Sieg beim ESC 2019 in Tel Aviv mit "Arcade" den Wettbewerb in die Niederlande geholt. Damit findet der weltweit größte Musikwettbewerb zum fünften Mal in diesem Land statt.

Rotterdam ist Austragungsort für den ESC 2020

Die Erasmusbrücke in Rotterdam © picture alliance Foto: Peter Schickert

Die Stadt Rotterdam hat mit ihrem ESC-Konzept die verantwortlichen Sender und die EBU überzeugt.

Am 30. August gab der niederländische Sender NPO1 in einer Sondersendung bekannt, dass Rotterdam den Zuschlag als Gastgeberstadt erhalten hat. Die Stadt setzte sich somit gegen den verbliebenen Mitbewerber Maastricht durch. Der ESC wird in der Ahoy Arena stattfinden, die rund 16.000 Zuschauer beherbergen kann. Tickets sollen voraussichtlich in mehreren Runden ab Dezember 2019 verkauft werden. Bis zum 9. März 2020 müssen alle Wettbewerbssongs feststehen.

Insgesamt hatten sich neun Städte beworben. Neben Maastricht und Rotterdam gingen auch Arnhem, Utrecht, Amsterdam, Breda, Den Haag, Leeuwarden und Herzogenbusch ins Rennen. Die Entscheidung darüber, welche Stadt den Zuschlag bekommt, haben die verantwortlichen Sender NPO, AVROTROS und NOS in Absprache mit der European Broadcasting Union (EBU) getroffen. Von den neun Städten hatten am Ende fünf ihre sogenannten Bid Books beim Sender NPO eingereicht. Nach Besichtigung der Städte, gab der Sender am 16. Juli bekannt, dass nur noch zwei Bewerberstädte Chancen auf eine Ausrichtung hätten: Maastricht und Rotterdam. Beide waren in die engere Wahl gekommen, weil sie am besten die Konditionen der EBU erfüllen. Laut NPO hätten beide Städte auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten angeboten. Außerdem verfügen sie über geeignete Veranstaltungsorte, genügend Unterkünfte und die Infrastruktur.

Fernsehen hofft auf Geld vom Staat

Etwa 30 Millionen Euro soll die Austragung des Eurovision Song Contests kosten. NPO hofft neben der Unterstützung durch die Stadt Rotterdam auch auf finanzielle Hilfen vom Staat. Es gehe dabei um etwa 15 bis 20 Millionen Euro, sagte ein Sprecher der NPO-Vorstandsvorsitzenden. Die genaue Kalkulation sei aber noch in Arbeit. Ministerpräsident Mark Rutte hatte vorher gewarnt, das Fernsehen solle nicht mit staatlicher Unterstützung rechnen. Es sei nicht populär, Steuergeld für den ESC auszugeben. Mittlerweile gebe es aber einige Abgeordnete, die sich eine Beteiligung an den Kosten vorstellen könnten.

Teilnehmerländer ESC 2020
TeilnehmerländerVorentscheid
AlbanienFestivali i Këngës
AustralienEurovision: Australia Decides | 08.02.2020
Aserbaidschan
BelgienInterne Auswahl
Deutschland
DänemarkDansk Melodi Grand Prix 2020 | 07.03.2020
EstlandEesti Laul | 29.02.2020
FinnlandUuden Musiikin Kilpailu
Frankreich
GeorgienGeorgian Idol
Griechenland
Großbritannien (UK)Interne Auswahl
Irland
IslandSöngvakeppnin | 29.02.2020
IsraelHaKokhav HaBa L'Eurovizion
KroatienDora
Litauen
Niederlande
Nordmazedonien
NorwegenMelodi Grand Prix 2020 | 15.02.2020
ÖsterreichInterne Auswahl
PortugalFestival da Canção 2020
Rumänien
San Marino
SchwedenMelodifestivalen 2020 | 07.03.2020
SchweizInterne Auswahl
Serbien
SlowenienEMA
SpanienInterne Auswahl
Tschechische RepublikEurovision Song CZ 2020 | 28.01.2020
Weißrussland
Zypern

ESC-Teilnehmer: Slowakei und Luxemburg nicht dabei

Die slowakischen ESC-Fans werden auf ein Neues enttäuscht, denn auch im kommenden Jahr wird die Slowakei nicht am ESC teilnehmen. Das gab der slowakische Sender RTVS bekannt. Ein mangelndes Interesse der Zuschauer und finanzielle Einschränkungen sollen der Grund dafür sein. Nach der Teilnahme beim ESC 2012 in Baku zog sich die Slowakei aus dem Contest zurück und hat seither nicht wieder teilgenommen. Auch Andorra wird 2020 nicht zum ESC zurückkehren. Das gab der Sendert RTVA bekannt. Andorra hatte das letzte Mal 2009 beim Contest teilgenommen. Ebenfalls nicht teilnehmen wird Bosnien und Herzegowina, das zuletzt 2016 in Stockholm im Wettbewerb war. Monacos letzte Teilnahme war in Athen 2006 - auch hier bestätigte der Sender TMC, dass man 2020 nicht zurückkehre. Fans wünschen sich seit langem eine erneute Teilnahme Luxemburgs, immerhin fünfmaliger Sieger des Wettbewerbs. Der Sender RTL kündigte ebenfalls eine Nichtteilnahme 2020 an - allerdings gibt es eine Petition, das Land doch noch zum ESC zu bringen. Das Fürstentum Liechtenstein wird auch beim nächsten ESC nicht debütieren. Auch eine Erstteilnahme von Kasachstan, Teilnehmer am Junior Eurovision Song Contest, ist in Rotterdam nicht geplant.

Freshtorge für San Marino zum ESC?

Freshtorge - YouTuber und ESC-Fan © NDR Foto: Christian Spielmann

Freshtorge möchte 2020 beim ESC für San Marino starten.

YouTuber Torge Oehlrich, besser bekannt als Freshtorge, plant seine ESC-Teilnahme für 2020. Der 30-Jährige möchte für San Marino an den Start gehen. Die kleine Republik hat ihre ESC-Teilnahme für 2020 schon bestätigt. Freshtorges Fangemeinde ist begeistert von seinem Vorhaben - über drei Millionen folgen ihm auf YouTube, sein Bewerbungsvideo haben über 250.000 Zuschauer aufgerufen.

Erfahrenes Produzenten-Team am Start

Die Produzenten des ESC 2020 in den Niederlande © NPO/Michel Schnater

Jessica Stam, Sietse Bakker, Inge van de Weerd und Emilie Sickinghe (v.l.) organisieren den ESC 2020 in den Niederlanden.

Mitte Juli haben die drei niederländischen Sender NPO, AVROTROS und NOS das Produzenten-Team für den Eurovision Song Contest 2020 benannt. Die ausführenden Produzenten Sietse Bakker und Inge van de Weerd sowie ihre Stellvertreterinnen Emilie Sickinghe und Jessica Stam bilden das Kernteam für die Organisation des weltweit größten Musikwettbewerbs. "Wir wollen einen ESC durchführen, der Europa positiv überrascht, womit sich jeder in den Niederlanden identifizieren und stolz sein kann. Wir haben die Messlatte hoch gelegt, aber es gibt so viel Talent und Kreativität in den Niederlanden, dass ich zuversichtlich bin, dass dies möglich ist", sagt Sietse Bakker, der 1998 das Fanforum esctoday.com gegründet hat und danach schon viele Jahre für den ESC gearbeitet hat, zu seiner neuen Aufgabe.

Niederländisches Duo führt Regie

Marnix Kaart und Marc Pos © NPO

Marc Pos (links) und Marnix Kaart (rechts) führen zusammen beim ESC 2020 Regie.

Marnix Kaart und Marc Pos werden beim ESC 2020 die Regie führen. Das gab der niederländische Rundfunk NPO Ende August bekannt. Die beiden bekannten und erfahrenen niederländischen Regisseure werden für die drei Live-Shows und für die Generalproben verantwortlich sein. Während Kaart sich auf die visuelle Umsetzung der einzelnen Beiträge konzentrieren wird, soll Pos sich hauptsächlich um die Struktur der Shows, die übrigen Show-Acts und das Set-Design kümmern. Pos bezeichnete den Eurovision Song Contest als "einen der größten und komplexesten Regieaufträge, den es gibt".

ESC bereits vier Mal in den Niederlanden

Bereits vier Mal hat der ESC in den Niederlanden stattgefunden: 1958 fand der Wettbewerb, nach dem Sieg von Corry Brokken im Jahr zuvor in Frankfurt, in Hilversum statt. Amsterdam empfing 1970 zum Grand Prix Eurovision de la Chanson, wie es damals noch hieß. Nachdem 1969 vier Teilnehmer punktgleich auf Platz eins gelandet waren, entschied man sich für die Heimat von Lenny Kuhr. 1976 sowie 1980 präsentierte sich Den Haag als Gastgeber. Der diesjährige Gewinner des ESC, Duncan Laurence, sagte einem niederländischen Fernsehsender, er hoffe auf Rotterdam als Austragungsort für den Song Contest 2020. Keine große Überraschung, schließlich kommt der Sänger aus einem Vorort der Hafenstadt.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 16.05.2020 | 21:00 Uhr