Stand: 25.03.20 17:05 Uhr

Elisa sollte "Medo de sentir" für Portugal singen

Elisa vertritt Portugal beim Eurovision Song Contest in Rotterdam. © RTP

Die 21-jährige Elisa hat das Festival da Canção 2020 gewonnen.

Elisa hat das portugiesische Festival da Canção mit der Ballade "Medo de sentir" ("Angst zu fühlen") gewonnen. Sowohl bei den Juroren als auch bei den Zuschauern lag die 21-Jährige nur auf dem zweiten Rang, erreichte aber die höchste Gesamtpunktzahl. Geschrieben wurde der Titel von Marta Carvalho, die sich nach ihrer Teilnahme bei "The Voice" 2016 in Portugal einen Namen als Komponistin und Texterin gemacht hat. Für ihre Vorentscheidungsteilnahme suchte sie sich die Newcomerin Elisa Silva aus, die auf Madeira Jazz studierte, bevor sie 2018 nach Lissabon zog, um dort an ihrer Solokarriere zu basteln. In dem Lied geht es um einen Menschen, der sich nach vielen Enttäuschungen nicht traut, sich neu zu verlieben. Elisa hätte zum Eurovision Song Contest 2020 fahren sollen, der aber wegen der Coronakrise abgesagt wurde.

Musikalische Entdeckungsreise beim Festival da Canção

Für Portugal steht Conan Osíris mit "Telemóveis" auf der ESC-Bühne in Tel Aviv 2019. © eurovision.tv Foto: Thomas Hanses

Zu extravagant? Conan Osíris hat das Finale in Tel Aviv im vergangenen Jahr verpasst.

Zum vierten Mal schickte das portugiesische Fernsehen seine Zuschauer mit dem Festival da Canção auf eine musikalische Entdeckungsreise durch die alternative Musiklandschaft des Landes. Erfolgreiche Nachwuchsautoren und etablierte Musikgrößen waren zuvor eingeladen worden, kompositorisch neue Wege zu beschreiten und sich talentierte Interpreten für ihre kreativen Ergüsse zu suchen. Im vergangenen Jahr hatte dieses Verfahren dem extravaganten Conan Osíris Glück gebracht, doch in Tel Aviv konnten weder die internationalen Jurys noch die europäischen Zuschauer seinem Beitrag viel abgewinnen. Sollte das Format für den internationalen Geschmack doch allzu ausgefallene Beiträge hervorbringen?

Conan Osíris verleiht verstaubter Varietéshow Glanz

Polarisierende Acts fanden auch diesmal Platz im Finale, doch die wirklich vielversprechenden Songs waren in den Semis hängen geblieben, was zur Folge hatte, dass die Endrunde deutlich langweiliger ausfiel als in den Vorjahren. Auch das Pausenprogramm strahlte die Steifigkeit einer verstaubten Varietéshow aus, der alleine Conan Osíris mit einer sinfonischen Darbietung seines Vorjahressiegertitels "Telemóveis" ein wenig Glanz verlieh. Während die Jurys den exzentrischen Filipe Sambado favorisierten, schlug das Herz des Publikums für Bárbara Tinoco mit ihrer Hommage an französischen 50er-Jahre-Jazz. Dass am Ende eine sterbenslangweilige Kompromisslösung das Rennen machte, hätte nach der zu erwartenden Nichtqualifikation fürs Finale für unschöne Diskussionen sorgen können.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 25.04.2020 | 19:05 Uhr