Stand: 20.07.18 10:00 Uhr

Alle Infos zum ESC 2019 in Israel

Israel ist 2019 das Austragungsland des 64. Eurovision Song Contest. Möglich gemacht hat das Netta, die mit dem Song "Toy" den ESC 2018 in Lissabon gewonnen hat. Israel nimmt seit 1973 am ESC teil und hat bislang vier Mal gewonnen.

Debatte um Austragungsort

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu redet während einer Pressekonferenz. © dpa picture alliance Fotograf: Ulrich Baumgarten

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich nach Nettas Sieg für Jerusalem als ESC-Austragungsort 2019 eingesetzt.

Nach ihrem Sieg in Lissabon verkündete Netta: "Next time in Jerusalem!" Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich ähnlich. Auf Twitter stellte er Jerusalem als Austragungsort in Aussicht. Ultraorthodoxe Stimmen hielten schnell dagegen. Israels Gesundheitsminister Yaakov Litzman (Leiter des Vereinigten Thora-Judentums, einer Allianz zweier ultraorthodoxer Parteien) mahnte in einem Schreiben an die Regierung, dass der ESC den Schabbat nicht stören dürfe. Mitte Juni ruderte die Regierung zurück und beschloss, auf jegliche weitere politische Einmischung zu verzichten. Die Verhandlungen über den ESC-Austragungsort überlasse man nun ausschließlich der European Broadcasting Union (EBU) und Kan, dem austragenden Sender Israels.

Bei einem Treffen von Vertretern der EBU und des Senders Kan in Genf wurde am 19. Juni ein grober Zeitplan für die Organisation des Wettbewerbs erstellt. Der Austragungsort soll bis September in einem Bewerbungsverfahren ermittelt werden. Neben Jerusalem zeigten bislang Haifa, Eilat und Petach Tikwa Interesse an der Ausrichtung. Und obwohl Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai schon im Mai ausgeschlossen hatte, dass sich die Stadt bewirbt, scheint nun auch die Party-Metropole in der engeren Wahl zu stehen.
Auch ein Gesetzentwurf zur Ausgliederung der Nachrichtenredaktion von Kan ist mittlerweile vom Tisch, denn dies hätte dazu geführt, dass der Sender, der noch immer den Status einer vorläufigen EBU-Mitgliedschaft hat, keine Vollmitgliedschaft innerhalb der Rundfunkunion bekommen hätte. Damit wäre die Ausrichtung des ESC hinfällig geworden.

Termine und Moderation noch offen

Die Schauspielerin Gal Gadot läuft bei der Oscar-Verleihung 2018 in Los Angeles über den roten Teppich. © picture alliance/AP/Invision Fotograf: Richard Shotwell

Der Terminkalender von "Wonder Woman" Gal Gadot ist 2019 so voll, dass sie die Moderation des ESC abgelehnt hat.

Wann der ESC stattfindet, wird voraussichtlich auch erst im September bekannt gegeben. Aufgrund einiger israelischer Feiertage könnte sich die Terminfindung schwierig gestalten. In den Mai 2019 fallen der Nationalfeiertag Jom haScho'a (1. - 2. Mai), Israels Unabhängigkeitstag Jom haAtzma'ut (8. - 9. Mai) sowie der Feiertag Lag baOmer (22. - 23. Mai). Alle diese Daten schließen einen Donnerstag ein und somit den Tag, an dem traditionell das zweite ESC-Halbfinale stattfindet.
Als Moderatorin des ESC wollten die Veranstalter die israelische Schauspielerin Gal Gadot ("Wonder Woman") gewinnen. Aufgrund ihres vollen Terminkalenders lehnte sie das Angebot jedoch ab.

Produzententeam steht fest

Zivit Davidovitch, Executive Producer des ESC in Israel © Yossi Tzooker Fotograf: Yossi Tzooker

Zivit Davidovitch zeichnet als ausführende Produzentin beim israelischen Sender Kan für den ESC 2019 verantwortlich.

Der Sender Kan hat Anfang Juli zwei Schlüsselpositionen besetzt. Als ausführende Produzentin wurde Zivit Davidovitch ins Team geholt. Davidovitch war in den letzten 14 Jahre für den Sender Channel Ten in verantwortlicher Position tätig - zunächst als Produktionsleiterin, später als Vizepräsidentin der Produktion. Sie bringt jede Menge Erfahrung aus den Bereichen Sport und Unterhaltung mit. So realisierte sie unter anderem Fußball-WM-Übertragungen, Gameshows und die israelische Ausgabe des "Bachelors". Chefredakteur und führender Regisseur wird Yuval Cohen. 2010 war er verantwortlich für den israelischen Vorentscheid, später für Israels Ausgaben von "The Voice" und "Dancing With The Stars".

Teilnehmerländer 2019

Nicht alle ESC-Länder sind so schnell wie Norwegen. Das Heimatland des Siegers von 2009, Alexander Rybak, sagte schon Ende Januar dieses Jahres seine Teilnahme für 2019 zu. Der verantwortliche Sender NRK rief zu diesem Zeitpunkt schon Sänger und Sängerinnen auf, sich für den Vorentscheid "Melodi Grand Prix" zu bewerben. Auch Deutschland ist, was die Planungen für den Vorentscheid 2019 betrifft, sehr früh dran. Kurz nach dem ESC in Lissabon hat der NDR die Bewerbungsphase für den Vorentscheid gestartet. Bis 31. Juli 2018 können sich Sänger, Sängerinnen und Bands bewerben.

Offiziell bestätigte Länder für den ESC 2019 in Israel
Belgien
DänemarkDansk Melodi Grand Prix
Deutschland
FinnlandUuden Musiikin Kilpailu
FrankreichDestination Eurovision
IsraelHaKokhav HaBa L’Eurovizion
MaltaSieger aus "X-Factor"
NorwegenMelodi Grand Prix
SchwedenMelodifestivalen
Schweizkein Vorentscheid, Auswahl durch Zuschauer-Panel und Fachjury
Serbien
Spanien

Tickets

Erfahrungsgemäß startet der Ticketverkauf für den Eurovision Song Contest frühestens im Herbst des Vorjahres. Vorsicht bei Schwarzmarkt-Tickets: Die EBU warnt in jedem Jahr alle Fans davor, Tickets für die ESC-Shows auf dem Schwarzmarkt oder über andere als die offizielle Ticket-Onlineplattform zu kaufen. Diese Karten sind meist nicht nur überteuert, sondern könnten gefälscht sein und damit nicht gültig.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 30.06.2018 | 19:05 Uhr

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