Stand: 19.09.18 12:11 Uhr

Alle Infos zum ESC 2019 in Israel

Expo Tel Aviv © KAN/IPBC

Der 64. Eurovision Song Contest findet im Mai 2019 im Internationalen Kongresszentrum in Tel Aviv statt. Die Halbfinale gehen am 14. und 16. Mai 2019 über die Bühne, das Finale am 18. Mai.

Moderation noch offen

Als Moderatorin des ESC wollten die Veranstalter die israelische Schauspielerin Gal Gadot ("Wonder Woman") gewinnen. Aufgrund ihres vollen Terminkalenders lehnte sie das Angebot jedoch ab.

Teilnehmerländer 2019

Nicht alle ESC-Länder waren so schnell wie Norwegen. Das Heimatland des Siegers von 2009, Alexander Rybak, sagte schon Ende Januar dieses Jahres seine Teilnahme für 2019 zu. Der verantwortliche Sender NRK rief zu diesem Zeitpunkt schon Sänger und Sängerinnen auf, sich für den Vorentscheid "Melodi Grand Prix" zu bewerben. Auch Deutschland ist, was die Planungen für den Vorentscheid 2019 betrifft, sehr früh dran. Kurz nach dem ESC in Lissabon hat der NDR die Bewerbungsphase für den deutschen Vorentscheid gestartet. Bis zum 31. Juli 2018 konnten sich Sänger, Sängerinnen und Bands bewerben.

Offiziell bestätigte Länder für den ESC 2019
Aserbaidschan
Belgien
DänemarkDansk Melodi Grand Prix
Deutschland
FinnlandUuden Musiikin Kilpailu
FrankreichDestination Eurovision
Georgien
Island
IsraelHaKokhav HaBa L’Eurovizion
Lettland
Litauen
MaltaSieger aus "X-Factor"
NorwegenMelodi Grand Prix
SchwedenMelodifestivalen
Schweizkein Vorentscheid, Auswahl durch Zuschauer-Panel und Fachjury
Serbien
Slovenien
Spanien
Tschechische Republik
Zypern

Heftige Debatten um Austragungsort

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu redet während einer Pressekonferenz. © dpa picture alliance Fotograf: Ulrich Baumgarten

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich nach Nettas Sieg für Jerusalem als ESC-Austragungsort 2019 eingesetzt.

Nach ihrem Sieg in Lissabon verkündete Netta: "Next time in Jerusalem!" Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellte auf Twitter Jerusalem als Austragungsort in Aussicht. Ultraorthodoxe Stimmen hielten schnell dagegen. Israels ehemaliger Gesundheitsminister Jakov Litzman (Leiter des Vereinigten Thora-Judentums, einer Allianz zweier ultraorthodoxer Parteien) mahnte in einem Schreiben an die Regierung, dass der ESC den Schabbat nicht stören dürfe. Mitte Juni ruderte die Regierung zurück und beschloss, auf jegliche weitere politische Einmischung zu verzichten. Die Verhandlungen über den ESC-Austragungsort überlasse man nun ausschließlich der European Broadcasting Union (EBU) und Kan, dem austragenden Sender Israels.

Neben Tel Aviv und Jerusalem waren auch Eilat und Haifa im Gespräch.

Auch ein Gesetzentwurf zur Ausgliederung der Nachrichtenredaktion von Kan sorgte im Vorfeld für Spannungen zwischen Israel und der EBU. Wäre es dazu gekommen, hätte dies dazu geführt, dass der Sender, der noch immer den Status einer vorläufigen EBU-Mitgliedschaft hat, keine Vollmitgliedschaft innerhalb der Rundfunkunion bekommen hätte. Die Ausrichtung des ESC somit hinfällig geworden.

Streitigkeiten um Einreise-Visa

Gilad Erdan, israelischer Minister für innere Sicherheit © picture alliance / AP Photo Fotograf: Ariel Schalit

Wie schon beim ESC 2017 in Kiew gibt es auch Unstimmigkeiten hinsichtlich möglicher Einreiseverweigerungen. Anfang September verkündete die israelische Regierung, an ihren Einreisebestimmungen für bestimmte israelkritische Personen - vor allem aus dem Umfeld der BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen)-Bewegung - festzuhalten. Die EBU hingegen verlangt die Vergabe von Visa unabhängig von politischen Ansichten. "Ich verstehe nicht, woher die EBU die Dreistigkeit nimmt, diese verrückten Forderungen zu stellen", sagte der Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan. Jeder demokratische Staat habe das Recht zu entscheiden, welche Ausländer einreisen würden, so Erdan weiter.

Finanzen lange ungeklärt

Die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2019 ist mit Kosten von rund 24 Millionen Euro verbunden. Bis Mitte August musste Kan zwölf Millionen Euro als Sicherheit bei der EBU hinterlegen, andernfalls hätte der ESC im kommenden Jahr nicht in Israel stattfinden können. Noch kurz vor Ablauf der Zahlungsfrist hatten der Sender und die Regierung darüber gestritten, wer diese Kosten übernimmt. Die Regierung hatte gefordert, dass der Sender die Kosten aus dem eigenen Budget decken müsse, Kan hingegen sieht die Regierung in der Verantwortung für die grundlegende Finanzierung des Wettbewerbs. Das Geld für die Sicherheit nehme der Sender nun aus dem Budget für das Jahr 2019, sagte eine Sprecherin. Medienberichten zufolge sollen aber weitere Gespräche zwischen Kan und dem israelischen Finanzministerium folgen.

Boykott-Aufruf internationaler Künstler

Am 7. September veröffentlichte die britische Zeitung "The Guardian" einen Aufruf von über 140 Kulturschaffenden aus Europa, Nordamerika und Australien, den ESC im kommenden Jahr zu boykottieren. Die Unterzeichner des Aufrufs fordern von der EBU, die Austragung des Wettbewerbs "in ein Land mit einer besseren Menschenrechtsbilanz" zu verlegen. "Solange die Palästinenser nicht Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte genießen können, sollte es keine Geschäfte mit dem Staat [Israel] geben, der ihnen ihre Grundrechte verweigert", heißt es in dem Aufruf. Zu den Unterzeichnen gehören unter anderem der Pink-Floyd-Gründer Roger Waters, der finnische Regisseur Aki Kaujrismäki sowie die britische Schauspielerin Julie Christie. Seitens der EBU heißt es zum Boykott-Aufruf: "Der Eurovision Song Contest ist ein langjähriges, nicht-politisches Unterhaltungsprogramm, das Publikum und Länder zusammenbringt. Es gab keine Diskussionen mit Vollmitgliedern und assoziierten Mitgliedern der EBU über einen Boykott des Wettbewerbs in Israel. Alle Mitglieder der EBU sind berechtigt, am Eurovision Song Contest teilzunehmen und haben bis Oktober Zeit, ihre Teilnahme an der Veranstaltung im nächsten Jahr zu bestätigen."

Erfahrene Produzentin an Bord

Zivit Davidovitch, Executive Producer des ESC in Israel © Yossi Tzooker Fotograf: Yossi Tzooker

Zivit Davidovitch zeichnet als ausführende Produzentin beim israelischen Sender Kan für den ESC 2019 verantwortlich.

Zivit Davidovitch ist ausführende Produzentin des ESC in Israel. Davidovitch war in den letzten 14 Jahre für den Sender Channel Ten in verantwortlicher Position tätig - zunächst als Produktionsleiterin, später als Vizepräsidentin der Produktion. Sie bringt jede Menge Erfahrung aus den Bereichen Sport und Unterhaltung mit. So realisierte sie unter anderem Fußball-WM-Übertragungen, Gameshows und die israelische Ausgabe des "Bachelors". Chefredakteur und führender Regisseur wird Yuval Cohen. 2010 war er verantwortlich für den israelischen Vorentscheid, später für Israels Ausgaben von "The Voice" und "Dancing With The Stars".

Tickets

Erfahrungsgemäß startet der Ticketverkauf für den Eurovision Song Contest frühestens im Herbst des Vorjahres. Vorsicht bei Schwarzmarkt-Tickets: Die EBU warnt in jedem Jahr alle Fans davor, Tickets für die ESC-Shows auf dem Schwarzmarkt oder über andere als die offizielle Ticket-Onlineplattform zu kaufen. Diese Karten sind meist nicht nur überteuert, sondern könnten gefälscht sein und damit nicht gültig.

Deutscher Vorentscheid 2019

Der deutsche Vorentscheid zum ESC in Israel findet im Februar 2019 statt. Barbara Schöneberger moderiert die Show mit dem Arbeitstitel "Unser Lied für Israel" und steht auch in der Finalnacht wieder auf der Bühne der Hamburger Reeperbahn zum "Countdown" und der anschließenden "Grand Prix Party.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2019 | 21:00 Uhr

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