Stand: 06.11.18 17:18 Uhr

ESC-Teilnehmerfeld steht fest: 42 Länder treten an

Expo Tel Aviv © KAN/IPBC

Der 64. Eurovision Song Contest findet im Mai 2019 im Internationalen Kongresszentrum in Tel Aviv statt. Die Halbfinale gehen am 14. und 16. Mai 2019 über die Bühne, das Finale am 18. Mai. Möglich gemacht hat das Netta, die mit ihrem Song "Toy" den ESC 2018 in Lissabon gewonnen hat.

42 Teilnehmer für ESC 2019 stehen fest

Nicht alle ESC-Länder waren so schnell wie Norwegen. Das Heimatland des Siegers von 2009, Alexander Rybak, sagte schon Ende Januar dieses Jahres seine Teilnahme für 2019 zu. Auch Deutschland ist, was die Planungen für den Vorentscheid 2019 betrifft, sehr früh dran. Kurz nach dem ESC in Lissabon hat der NDR die Bewerbungsphase für den deutschen Vorentscheid gestartet. Anfang November 2018 machte schließlich San Marino seine Teilnahme offiziell. Die EBU gab daraufhin bekannt, dass damit die Liste der 42 Teilnehmer für 2019 komplett ist.

Offiziell bestätigte Länder für den ESC 2019
LandAuswahlverfahren
AlbanienFestivali i Këngës - 22. Dezember 2018
Armenien
AserbaidschanInterne Entscheidung
AustralienAustralia Decides - 8.-9. Februar 2019
BelgienInterne Entscheidung
DänemarkDansk Melodi Grand Prix - 23. Februar 2019
DeutschlandUnser Lied für Israel
EstlandEesti Laul - 16. Februar 2019
FinnlandUuden Musiikin Kilpailu - 2. März 2019
FrankreichDestination Eurovision
GeorgienGeorgian Idol
Griechenland
GroßbritannienYou Decide
IrlandInterne Entscheidung
IslandSöngvakeppnin - 2. März 2019
IsraelHaKokhav HaBa L’Eurovizion 2019
ItalienSanremo Festival - 9. Februar 2019
KroatienDora - 16. Februar 2019
LettlandSupernova
LitauenEurovizijos - 23. Februar 2019
MaltaSieger aus "X-Factor" - Finale am 26. Januar 2019
Mazedonien (FYR)Interne Entscheidung
Moldau
MontenegroMontevizija
NiederlandeInterne Entscheidung
NorwegenMelodi Grand Prix - 2. März 2019
ÖsterreichInterne Entscheidung
Polen
PortugalFestival da Canção 
RumänienSelecţia Naţională,
Russland
San Marino
SchwedenMelodifestivalen - 9. März 2019
SchweizAuswahl durch Zuschauer-Panel und Fachjury
SerbienBeovizija
Slowenien EMA
SpanienOperación Triunfo
Tschechische RepublikEurovision Song CZ 2019
UkraineVidbir - 23. Februar 2019
UngarnA Dal
Weißrussland
ZypernInterne Entscheidung

Tickets

Erfahrungsgemäß startet der Ticketverkauf für den Eurovision Song Contest frühestens im Herbst des Vorjahres. Vorsicht bei Schwarzmarkt-Tickets: Die EBU warnt in jedem Jahr alle Fans davor, Tickets für die ESC-Shows auf dem Schwarzmarkt oder über andere als die offizielle Ticket-Onlineplattform zu kaufen. Diese Karten sind meist nicht nur überteuert, sondern könnten gefälscht sein und damit nicht gültig.

Eurovision Village am Meer

Nicht jeder Fan ergattert Eintrittskarten für die ESC-Liveshows. An einer Stelle treffen sich aber stets die meisten ESC-Fans: im Eurovision Village. Hier verfolgen diejenigen, die nicht in der Halle dabei sein können, den Song Contest auf einer Großbildleinwand. Außerdem treten dort verschiedene Künstler und DJs auf. In Tel Aviv ist dieser beliebte Fantreff 2019 der Charles Clore Park direkt am Strand im Südwesten der Stadt.

Roter Teppich und Eröffnungsfeier

Die Opening Ceremony findet nach bisherigen Planungen am 12. Mai im Tel Aviv Museum of Art statt. Dort soll auch der rote Teppich für die Teilnehmer des ESC ausgerollt werden - jedes Jahr ein glamouröses Event.

Heftige Debatten um Austragungsort

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu redet während einer Pressekonferenz. © dpa picture alliance Foto: Ulrich Baumgarten

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich nach Nettas Sieg für Jerusalem als ESC-Austragungsort 2019 eingesetzt.

Nach ihrem Sieg in Lissabon verkündete Netta: "Next time in Jerusalem!" Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellte auf Twitter Jerusalem als Austragungsort in Aussicht. Ultraorthodoxe Stimmen hielten schnell dagegen. Israels ehemaliger Gesundheitsminister Jakov Litzman (Leiter des Vereinigten Thora-Judentums, einer Allianz zweier ultraorthodoxer Parteien) mahnte in einem Schreiben an die Regierung, dass der ESC den Schabbat nicht stören dürfe. Mitte Juni ruderte die Regierung zurück und beschloss, auf jegliche weitere politische Einmischung zu verzichten. Die Verhandlungen über den ESC-Austragungsort überlasse man der European Broadcasting Union (EBU) und Kan, dem austragenden Sender Israels.

Neben Tel Aviv und Jerusalem waren auch Eilat und Haifa im Gespräch.

Auch ein Gesetzentwurf zur Ausgliederung der Nachrichtenredaktion von Kan sorgte im Vorfeld für Spannungen zwischen Israel und der EBU. Wäre es dazu gekommen, hätte der Sender keine Vollmitgliedschaft innerhalb der Rundfunkunion bekommen können und den ESC 2019 nicht ausrichten dürfen. können.

Streitigkeiten um Einreise-Visa

Gilad Erdan, israelischer Minister für innere Sicherheit © picture alliance / AP Photo Foto: Ariel Schalit

Gilad Erdan, Israels Minister für innere Sicherheit, will auch während des ESC die Vergabe von Visa von politischen Ansichten abhängig machen.

Wie schon beim ESC 2017 in Kiew gibt es auch Unstimmigkeiten hinsichtlich möglicher Einreiseverweigerungen. Anfang September verkündete die israelische Regierung, an ihren Einreisebestimmungen für bestimmte israelkritische Personen - vor allem aus dem Umfeld der BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen)-Bewegung - festzuhalten. Die EBU hingegen verlangt die Vergabe von Visa unabhängig von politischen Ansichten.

Finanzen lange ungeklärt

Die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2019 ist mit Kosten von rund 24 Millionen Euro verbunden. Bis Mitte August musste Kan zwölf Millionen Euro als Sicherheit bei der EBU hinterlegen, andernfalls hätte der ESC im kommenden Jahr nicht in Israel stattfinden können. Noch kurz vor Ablauf der Zahlungsfrist hatten der Sender und die Regierung darüber gestritten, wer diese Kosten übernimmt. Das Geld für die Sicherheit nehme der Sender nun aus dem Budget für das Jahr 2019, sagte eine Sprecherin. Medienberichten zufolge sollen aber weitere Gespräche zwischen Kan und dem israelischen Finanzministerium folgen.

Boykott-Aufruf internationaler Künstler

Am 7. September veröffentlichte die britische Zeitung "The Guardian" einen Aufruf von über 140 Kulturschaffenden aus Europa, Nordamerika und Australien, den ESC im kommenden Jahr zu boykottieren. Die Unterzeichner des Aufrufs fordern von der EBU, die Austragung des Wettbewerbs "in ein Land mit einer besseren Menschenrechtsbilanz" zu verlegen.

Motto und Logo

Am 28. Oktober 2018 stellte die EBU das Motto des Eurovision Song Contests 2019 vor. Es lautet "Dare To Dream!" (dt.: Trau dich zu träumen!). Das Logo wird zusammen mit den teilnehmenden Länder zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Bühnendesign

Florian Wieder posiert vor einem dunkelgrauen Hintergrund. © Florian Wieder

Set-Designer Florian Wieder war bereits mehrfach für ESC-Bühnen verantwortlich.

Im Bewerbungsverfahren für das Bühnendesign 2019 stellte die gastgebende Rundfunkanstalt KAN einige Bedingungen. Es soll "ikonisch, einzigartig, innovativ und bahnbrechend" sein. Videoinstallationen, die 2018 in Portugal nicht eingesetzt wurden, werden in den Anforderungen aufgeführt. Verantwortlich für das Bühnendesign 2019 wird erneut Florian Wieder sein.

Moderation noch offen

Als Moderatorin des ESC wollten die Veranstalter die israelische Schauspielerin Gal Gadot ("Wonder Woman") gewinnen. Aufgrund ihres vollen Terminkalenders lehnte sie das Angebot jedoch ab.

Erfahrene Produzentin an Bord

Zivit Davidovitch, Executive Producer des ESC in Israel © Yossi Tzooker Foto: Yossi Tzooker

Zivit Davidovitch zeichnet als ausführende Produzentin beim israelischen Sender Kan für den ESC 2019 verantwortlich.

Zivit Davidovitch ist ausführende Produzentin des ESC in Israel. Davidovitch war in den letzten 14 Jahre für den Sender Channel Ten in verantwortlicher Position tätig - zunächst als Produktionsleiterin, später als Vizepräsidentin der Produktion. Sie bringt jede Menge Erfahrung aus den Bereichen Sport und Unterhaltung mit. So realisierte sie unter anderem Fußball-WM-Übertragungen, Gameshows und die israelische Ausgabe des "Bachelors". Chefredakteur und führender Regisseur wird Yuval Cohen. 2010 war er verantwortlich für den israelischen Vorentscheid, später für Israels Ausgaben von "The Voice" und "Dancing With The Stars".

Sendungen in Deutschland

Die Termine für die Songcheck-Sendungen im April stehen bereits fest. Alina Stiegler und Stefan Spiegel werden erneut die Sendungen moderieren und mit Unterstützung von Experten und Fans die Künstler und ihre Songs unter die Lupe nehmen.

Im Mai 2019 steht Barbara Schöneberger wieder auf der Bühne der Hamburger Reeperbahn zum "Countdown" und der anschließenden "Grand Prix Party "The Voice" Peter Urban wird die Sendungen aus Tel Aviv kommentieren.

Deutscher Vorentscheid 2019

Der deutsche Vorentscheid zum ESC in Israel findet im Februar 2019 statt. Barbara Schöneberger moderiert die Show "Unser Lied für Israel".

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2019 | 21:00 Uhr

ESC Logo
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Weitere Informationen

64. Eurovision Song Contest

Datum
14. Mai 2019 (21 Uhr, MESZ) | 1. Halbfinale
16. Mai 2018 (21 Uhr, MESZ) | 2. Halbfinale
18. Mai 2018 (21 Uhr, MESZ) | Finale
Austragungsort
Tel Aviv, Internationales Kongresszentrum
Teilnehmerländer
t.b.a.
Eurovision Village
Charles Clore Park
Fernsehsender
Kan
Bühnendesign
Florian Wieder
Moderatoren
t.b.a.
Gewinnerin Vorjahr
Netta - "Toy"