Bilal Hassani, Frankreichs ESC-Teilnehmer 2019  Foto: Low Wood
Stand: 15.04.19 10:10 Uhr

Frankreich wählt Bilal Hassani für Tel Aviv

Mit deutlichem Vorsprung hat der 19-jährige YouTuber Bilal Hassani die französische Vorentscheidung "Destination Eurovision" für sich entschieden und vertritt sein Land beim Eurovision Song Contest 2019. Am Ende eines wahren Wertungskrimis setzte sich der Sohn marokkanischer Eltern mit den Stimmen der Zuschauer gegen sieben Mitbewerber/innen durch. Der ehemalige "The Voice Kids"-Teilnehmer war nach seinem Coming-Out heftigem Cyber-Mobbing und Morddrohungen ausgesetzt. In dem von Émilie Satt und Jean-Karl Lucas alias Madame Monsieur, Frankreichs Teilnehmer 2018 in Lissabon, geschriebenen englisch-französischen Titel "Roi" (König) fordert er das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.

Bilal Hassani vertritt Frankreich beim Eurovision Song Contest 2019. © picture alliance/Franck Dubray/MAXPPP/dpa

Frankreich: Bilal Hassani - "Roi"

Eurovision Song Contest -

Das offizielle Musikvideo zum französischen ESC-Act "Roi". Der Sänger Bilal Hassani vertritt sein Land beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv.

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Erhobener pädagogischer Zeigefinger

Bilal Hassani

Geburtsdatum: 9. September 1999
Geburtsort: Paris, Frankreich
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Nachdem das neue Vorentscheidungsformat "Destination Eurovision" das Interesse für den in Frankreich als altmodisch und kitschig geltenden Wettbewerb 2018 wiederbelebt hatte, erhofften sich die Fernsehverantwortlichen in diesem Jahr einen weiteren Popularitätsschub. Die Einschaltquoten blieben jedoch deutlich hinter denen des Vorjahres zurück - sei es wegen des enttäuschenden Abschneidens in Lissabon, sei es wegen des auffällig penetrant erhobenen pädagogischen Zeigefingers, der gefühlt in jedem zweiten Song zu mehr Respekt, Toleranz und Frieden mahnte und so den Eindruck erweckte, man sei auf der Suche nach der Klischeevorstellung von einem ESC-Beitrag.

Unter den Möglichkeiten

Die Show war dagegen wie im Vorjahr professionell und unterhaltsam gestaltet, Moderator Garou führte routiniert durch das Programm und die drei Juroren André Manoukian, Christophe Willem und Vitaa kritisierten die Leistungen der Kandidaten sympathisch und kompetent. Allerdings beschlich einen hin und wieder das Gefühl, dass viele der durchaus talentierten Künstler musikalisch unter ihren Möglichkeiten blieben. So auch Hassani, der sicherlich eine faszinierende Persönlichkeit ist, mit "Roi" allerdings dem Vergleich mit Conchita und ihrem Siegertitel "Rise Like A Phoenix" (2014 in Kopenhagen) standhalten muss. Ob ihm das gelingt, bleibt abzuwarten.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2019 | 21:00 Uhr