Stand: 16.04.18 15:45 Uhr

Stefan Spiegel liebt "Show, Kitsch und Drama"

Der Songcheck-Moderator Stefan Spiegel.

Ist neu bei den Songcheck-Sendungen auf eurovision.de dabei: Stefan Spiegel.

Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, 1990, gewinnt Toto Cutugno mit "Insieme" den Eurovision Song Contest. Die Europahymne des Italieners schallt auch durch das elterliche Wohnzimmer von Stefan Spiegel - rauf und runter. Es sind Momente, die sich bei ihm schon in der Jugend ins Gedächtnis einbrennen. Genauso wie Guildo Horns Auftritt mit "Guildo hat euch lieb" 1998 in Birmingham: "Ich erinnere mich sehr gut, wie er bei zwölf Punkten aus den Niederlanden über den Boden gekrabbelt ist", erzählt Stefan Spiegel. Das Interesse am größten europäischen Musikevent scheint geweckt - und hält bis heute an.

Buxtehude scheint ein gutes ESC-Pflaster zu sein

Doch noch liegen Kopenhagen, Wien oder Lissabon ein gutes Stück entfernt. Buxtehude ist Stefan Spiegels erste Lebensstation. Der beschauliche Ort in Norddeutschland wirft offenbar seine Schatten auf den ESC voraus: Dort lebt der deutsche ESC-Teilnehmer Michael Schulte und auch Vorentscheid-Moderator Elton ist hier aufgewachsen.

Musik liegt bei Spiegels überall in der Luft

Nach mehreren Umzügen landet Stefan Spiegels Familie zunächst in Bielefeld. Musik ist sein größtes Hobby, er bekommt eine klassische Klavierausbildung, spielt Gitarre, Bass und auch ein bisschen Schlagzeug. "Seit ich 13 bin, habe ich in diversen Bands gespielt und schätze mal so 500 Auftritte absolviert." Musik ist im Hause Spiegel allgegenwärtig: "Meine drei Brüder haben auch alle ein musikalisches Gen, und wir singen alle ständig, überall." Zum Studieren geht Stefan Spiegel ins rund 100 Kilometer entfernte Münster. Statt Musik steht Volkswirtschaftslehre auf dem Stundenplan: "Mir fiel nichts Besseres ein." Das Interesse gehört nach wie vor der Musik und den Medien, in Düsseldorf taucht Stefan Spiegel 2011 erstmals persönlich in den ESC-Kosmos ein. Er schreibt eine Reportage übers Finale, reicht den Text beim NDR ein und ergattert ein Volontariat. Mittlerweile arbeitet er für funk, das junge Angebot für ARD und ZDF. Er liebt es kreativ und unterhaltend zu sein. Am besten beschreibe ihn ein Statement des Sängers von Bilderbuch: "Ich hab lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass ich ein Gockel bin. Ich mag's ein Gockel zu sein."

ESC in Kopenhagen in lebhafter Erinnerung

Conchita Wurst singt auf der großen ESC-Bühne. © NDR/Rolf Klatt Fotograf: Rolf Klatt

Conchita aus Österreich gewinnt 2014 den Eurovision Song Contest in Kopenhagen.

Seine wunderbarste Zeit verbringt Stefan Spiegel beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen, "weil er so kreativ und besonders war, visuell einfach der Beste." Sehr emotional findet er den perfekt choreografierten und dramatisch schön gesungenen Auftritt von Conchita - und eine kleine Feier, bei dem vier gleichgeschlechtliche Paare getraut werden. Das habe ihn sehr berührt. Überhaupt findet er den ESC sehr interessant und musikalisch sehr vielfältig. Das Bashing gegen den Contest als 'Freakshow' - vor allem in Deutschland - könne er überhaupt nicht nachvollziehen. An dem gigantischen Wettbewerb "liebe ich Show, Kitsch und Drama". Außerdem sei der ESC ein tolles europäisches Symbol - für die Individualität, und die Schönheit des oder der Einzelnen.

Stimmungsvolle Momente in Lissabon

Jetzt ist Stefan Spiegels Fokus auf Lissabon gerichtet. Erstmals moderiert er die Songcheck-Sendungen auf eurovision.de. Mit Komoderatorin Alina Stiegler sowie Experten und Gästen nimmt er alle 43 Teilnehmer genauer unter die Lupe. Und dann darf er auch wieder ein bisschen Gockel sein. Vielleicht gehört deshalb auch Netta aus Israel zu seinen Favoriten, die in "Toy" gackert und gurrt. Sie habe eine unglaubliche Grazie und Dominanz auf der Bühne und können sensationell singen, findet Stefan Spiegel. An Benjamin Ingrosso aus Schweden gefalle ihm, dass er eine kleine portabel Wand für LEDs mitbringe. Da es in Portugal keine LED-Wände gibt, ist er der einzige, der mit Leuchteffekten auftritt. Ganz so gigantisch wie in den vergangenen Jahren wird es in der Metropole am Tejo sicher nicht, dafür "aber hoffentlich sehr stimmungsvoll".

Dieses Thema im Programm:

ONE | 07.05.2018 | 23:25 Uhr