Alexandra Rotan, Fred Buljo und Tom Hugo von der norwegischen Band Keiino © picture-alliance/DPR
Stand: 03.03.19 08:45 Uhr

KEiiNO singen "Spirit In the Sky" für Norwegen

Die drei Musiker Tom Hugo, Fred Buljo und Alexandra Rotan kannten einander vorher nicht, jetzt haben sie den norwegischen Melodi Grand Prix gewonnen. Ihren Europop-Titel "Spirit in the Sky" haben sie gemeinsam mit dem Finnen Henrik Tala und dem Schweden Alex Olsson geschrieben. Tom Hugo und Alexandra Rotan hatten zuvor schon mehrmals versucht an der nationalen Vorentscheidung teilzunehmen, der samische Rapper Buljo hatte dagegen bislang keine Berührungspunkte mit dem ESC. Erst als ihn Hugo und dessen Ehemann Olsson ansprachen, um ein Lied über den Kampf für Gleichstellung in der Geschichte zu schreiben, stellte er sich für das Projekt zur Verfügung.

KEiiNO

Mitglieder: Fred Buljo, Alexandra Rotan, Tom Hugo
Wohnort: Oslo
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Seltsam blutleere Show

Die unerwartet schlechte Platzierung von Alexander Rybak in Lissabon hätte den Norwegern eigentlich ein Zeichen sein müssen, dass mit gewohnten Erfolgsrezepten beim ESC kein Staat mehr zu machen ist. Wirklich aufgerüttelt scheint sich allerdings niemand gefühlt zu haben, und so präsentierte sich die einst so abwechslungsreiche Show in diesem Jahr seltsam blutleer, auch wenn man versucht hatte, wie gewohnt möglichst unterschiedliche Genres abzudecken. Unter den Komponisten fanden sich viele bekannte Namen, unter anderem Alexander Walmann und die Belgierin Laura Groeseneken, vor allem aber Kjetil Mørland, der den einzigen norwegischsprachigen Titel des Abends beisteuerte.

Samischer Joik-Gesang

KEiiNO aus Norwegen © NRK

Präsentieren samischen Joik-Gesang in ihrem Song: das norwegische Trio KEiiNO.

Dafür war der Vorentscheid gespickt mit süßen Hommagen an ehemaligen Teilnehmern. So würdigte man den zwölffachen Melodi-Grand-Prix-Veteranen Tor Endresen ebenso wie die beiden Bobbysocks Hanne Krogh und Elisabeth Andreassen, die mit einem Flashmob überrascht wurden. Auch Netta durfte als israelische Botschafterin nicht fehlen. Mit "Spirit in the Sky" wird mal wieder samischer Joik-Gesang in einem ESC-Beitrag zu hören sein. Das gab es von Norwegen zuletzt 1980, damals hatte der Song ein Anliegen und es reichte für Platz 16. In Kombination mit plattem Eurobeat und berechnender Gleichstellungs-Thematik hat das nordische Kulturerbe in diesem Jahr nur unwesentlich bessere Chancen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 17.05.2019 | 01:00 Uhr