Stand: 10.01.19 12:11 Uhr

Albanien schickt Jonida Maliqi ins ESC-Rennen

Jonida Maliqi, Albaniens ESC-Teilnehmerin 2019

Jonida Maliqi ist Albaniens ESC-Hoffnung 2019.

Der erste bekannte Beitrag der diesjährigen ESC-Saison kommt wie gewohnt aus Albanien: Im neunten Anlauf konnte die Sängerin und Moderatorin Jonida Maliqi das 57. Festivali i Këngës für sich entscheiden. Die 36-Jährige gewann die Jurywertung unerwartet knapp mit dem dramatischen Titel "Ktheju tokës" (Kehre zurück in dein Land) und darf nun ihr Land beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv vertreten. Musik und Text stammen von Eriona Rushiti und entfalten rhythmisch und gesanglich eine geradezu hypnotische Wirkung - auch dank der albanischen Sprache, die in dem Song ihren ganz besonderen Reiz entfaltet. Für Tel Aviv wird das Arrangement noch einmal überarbeitet - verantwortlich dafür zeichnet Enis Mullaj.

Abiturienten entscheiden mit

Jonida Maliqi

Geburtsdatum: 26. März 1983
Geburtsort: Tirana, Albanien
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Obwohl die nationale Fachjury im vergangenen Jahr mit Eugent Bushpepa und seinem Titel "Mall" den richtigen Riecher hatte, entschied sich das albanische Fernsehen, ein wenig frischen Wind in die 57. Ausgabe des Festivali i Këngës zu bringen und wenn schon nicht die Fernsehzuschauer, so doch zumindest ein 150-köpfiges Panel aus jungen Abiturienten mitentscheiden zu lassen. Einfluss auf das Endergebnis hatten sie zwar nicht, aber immerhin durften sie, wie die Angehörigen der Presse, einen eigenen Preis vergeben. Erstmalig wurden die insgesamt 22 Teilnehmer nicht auf die zwei Semifinalabende aufgeteilt, sondern mussten ihre Songs am ersten Abend mit Orchesterbegleitung und am zweiten Abend in der endgültigen ESC-Version mit Halbplayback vortragen.

Orchester schlägt Playback

Rona Nishliu aus Albanien © NDR Foto: Rolf Klatt

Rona Nishliu, Teilnehmerin Albaniens beim ESC 2012 in Baku, gehörte in diesem Jahr zu den Juroren beim Vorentscheid.

Einige Interpreten kamen mit dem Orchester deutlich besser zurecht als mit der Musik vom Band - auch der favorisierte kosovarische Sänger Mirud, der es mit einer Komposition von Elhaida Dani (Albaniens ESC-Teilnehmerin 2015 in Wien) nicht ins Finale schaffte. Insgesamt klangen die Songs weniger schwermütig als gewohnt, und auch in Sachen Bühnenperformance war das Festival deutlich unterhaltsamer als in den Vorjahren. Allerdings mussten gleich zwei Kandidaten aufgrund technischer Probleme ihre Songs noch einmal singen. Am Ende strapazierte leider die auf fast eine Stunde gestreckte Verlesung der einzelnen Jurorenwertungen (unter anderem von Rona Nishliu*, Albaniens Teilnehmerin 2012 in Baku) die Nerven der Zuschauer. Das Ergebnis entschädigte aber für die Abstimmungstortur: Albanien dürfte eine Top-10-Platzierung in Israel kaum noch zu nehmen sein.

* In einer früheren Version des Artikels hieß es an dieser Stelle fälschlicherweise Aurela Gaçe.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 26.01.2019 | 19:05 Uhr