Stand: 25.03.20 15:37 Uhr

Athena Manoukian hätte Armenien vertreten

Athena Manoukian mit vier Tänzern auf der Bühne beim Vorentscheid von Armenien © AMPTV

Athena Manoukian hat den armenischen Vorentscheid mit den Stimmen der Jury gewonnen.

Athena Manoukian sollte Armenien beim 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam vertreten. Mit den Stimmen der internationalen und der armenischen Jury gewann die 25-jährige Griechin mit armenischen Wurzeln den nationalen Vorentscheid "Depi Evratesil". Bei den Zuschauern landete die R’n’B-Nummer "Chains On You", den die erfolgreiche Singer-Songwriterin gemeinsam mit DJ Paco geschrieben hat, nur auf dem dritten Rang. Der ESC 2020 wurde allerdings wegen des Coronavirus abgesagt. Manoukian begann ihre Karriere 2007 bei einem Talentwettbewerb und nahm ein Jahr später an der griechischen Vorentscheidung zum Junior-ESC teil. 2018 war sie Kandidatin in der englischen "X-Factor"-Staffel.

Verblasster Glanz

Nachdem ein ESC-Finale ohne Armenien viele Jahre lang völlig unvorstellbar war, hat das kleine Kaukasusland in den vergangenen Wettbewerben eine Menge Federn lassen müssen. 2019 hatte das armenische Fernsehen daher von der nationalen Vorentscheidung "Depi Evratesil" Abstand genommen und eine interne Auswahl getroffen, doch auch die im Vorfeld extrem gehypte Srbuk verfehlte die Finalqualifikation in Tel Aviv deutlich. So wurde das Format 2020 kurzerhand wieder aus der Versenkung geholt, um damit zu einstigem Glanz zurückzufinden - diesmal nicht als Interpretencasting, sondern als vollwertiger Songwettbewerb. Aus insgesamt 53 Einreichungen hatte eine neunköpfige Expertenjury dafür zwölf Beiträge ausgewählt.

Professionelle Show

Leider konnte die musikalische Ausbeute mit der Qualität der kurzweilig und professionell inszenierten Show nicht wirklich Schritt halten: Zwar waren die Songs abwechslungsreich, zeitgemäß produziert und meist auch aufwendig inszeniert, doch irgendwie klangen fast alle Beiträge so, als seien den Komponisten auf dem Weg zum (nicht immer treffsicheren) Schlusston die Ideen ausgegangen. Das machte die als Gaststar geladene Iveta Mukuchyan (Platz sieben beim ESC in Stockholm 2016) auf besonders schmerzliche Weise spürbar. Dass am Ende der Diaspora-Star aus Griechenland die Nase vorn hatte, lässt sich weder musikalisch noch gesanglich wirklich nachvollziehen, Anerkennung verdient allerdings Manoukians redliches Bemühen, US-amerikanische Vorbilder möglichst originalgetreu zu kopieren.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 25.04.2020 | 19:05 Uhr