Die armenische ESC-Kandidatin 2016, Iveta Mukuchyan. © AMPTV
Stand: 15.05.16 01:46 Uhr

Iveta Mukuchyan: Zur Gesangskarriere überredet

In Armenien kann Iveta Mukuchyan nicht ungeschminkt in den Supermarkt gehen, ohne dass das am nächsten Tag in der Zeitung steht. In Deutschland hingegen bleibt sie im Alltag noch unbehelligt - obwohl sich auch hier viele wegen ihrer Schönheit nach ihr umdrehen dürften. Die in Hamburg lebende Armenierin reist mehrmals im Jahr in ihr Geburtsland, um als Sängerin Konzerte zu geben, im Fernsehen aufzutreten oder bei einer Filmproduktion mitzumachen. Seit der Bekanntgabe im Oktober 2015, dass sie Armenien beim ESC 2016 in Stockholm vertritt, verbrachte sie noch mehr Zeit in ihrer Heimat. Mit dem Song "Love Wave" wollte es Iveta beim ESC unter die Top Drei schaffen und sich an die Spitze der armenischen Rangliste setzen. Ganz gereicht hat es dafür beim ESC-Finale nicht, aber die Armenierin brachte es zumindest auf Platz 7.

Iveta Mukuchyan aus Armenien auf der ESC Bühne. © NDR Foto: Rolf Klatt

Armenien: Iveta Mukuchyan - "Love Wave"

Eurovision Song Contest -

Der Auftritt der Armenierin Iveta Mukuchyan läuft gut: Mit Wallemähne und durchsichtigem Body performt sie zu "Love Wave" ein perfektes Bühnendrama. Lohn ist ein guter siebter Platz.

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Mit ESC-Teilnehmer Aram Mp3 befreundet

Mit sechs Jahren zieht Iveta mit ihrer Familie aus Armenien nach Hamburg. Obwohl sie ihre Eltern als unmusikalisch beschreibt, scheint ihr selbst die Musik im Blut zu liegen. Mit zwölf fängt sie aus dem Stegreif an, Songs zu schreiben. Sie sucht sich Gitarristen oder Percussionspieler und performt mit ihrer kleinen Band, wann immer sich eine Möglichkeit ergibt. Doch an eine Karriere als Sängerin glaubt Iveta zunächst nicht. Nach dem Schulabschluss fängt die Hamburgerin erst einmal mit einem Designstudium an. Dann passiert etwas, wovon viele junge Talente träumen dürften: Ihre Eltern überreden sie, das Studium aufzugeben und Musik zu studieren. Sie sei für die Bühne geboren und nicht für einen Platz an der Nähmaschine. Iveta "gehorcht", packt im September 2009 die Koffer und geht in die armenische Hauptstadt Eriwan, um dort am Konservatorium Jazzgesang zu studieren. Mit dem ersten Studientag startet ihre Karriere in Armenien: Für den selben Tag haben ihre Eltern sie beim Casting der Talentshow "Hay Superstar" angemeldet. Sie wird genommen und kämpft sich bis auf Platz fünf durch. Bald gehört Iveta Mukuchyan zur Pop-Elite des kleinen Landes und ist unter anderem mit ESC-Teilnehmer und Comedien Aram Mp3 befreundet, der sie regelmäßig in seine TV-Show einlädt. Gelegentlich treffen sich die beiden auch, um Songs zu schreiben.

Xavier Naidoo wählt Iveta Mukuchyan in sein Team

Nach Abschluss des Musikstudiums will Iveta Mukuchyan auch in Deutschland als Sängerin Fuß fassen und bewirbt sich 2012 bei "The Voice of Germany". Xavier Naidoo, eines ihrer musikalischen Idole, wählt sie in sein Team. Iveta ist begeistert von seinen künstlerischen Fähigkeiten und lernt noch einmal eine Menge dazu. In der Sendung schafft sie es bis in die Liveshows. Zu einer Karriere in Deutschland hat ihr die Castingshow zwar nicht verholfen, dafür hat sie neue Freunde gewonnen und steht bis heute mit dem Sänger aus Mannheim in Kontakt.

Iveta Mukuchyan drückt Deutschland die Daumen

Dass Iveta einmal für ihr Geburtsland Armenien zum ESC fahren würde, war nur eine Frage der Zeit. Seit einigen Jahren war die populäre Künstlerin in ihrem Heimatland als ESC-Teilnehmerin im Gespräch - 2015 kommt dann der erhoffte Anruf vom zuständiger Sender AMPTV. Iveta sagt sofort zu. Um den bestmöglichen Beitrag für Stockholm zu finden, rufen die Verantwortlichen weltweit Komponisten dazu auf, Songs einzureichen. Aus einer Vielzahl an Einsendungen fällt die Wahl schließlich doch auf einen Song aus den eigenen Reihen.

Iveta Mukuchyan

Geburtstag: 14.10.1986
Geburtsort: Eriwan
Land: Armenien
Sternzeichen: Waage
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Die Up-Tempo-Nummer "Love Wave" stammt aus der Feder der Armenier Lilith Navasardyan und Levon Navasardyan, der Text ist von Iveta selbst und Stephanie Crutchfield. Unter den zeitgemäßen Popsong mischen sich Klänge traditioneller Instrumente, die dem Lied eine unverwechselbare Note verleihen.Diese Reminiszenz an die armenische Kultur ist anscheinend bestens angekommen.

Die Hanseatin ist mit ganz eigenen Gefühlen ins ESC-Rennen gegangen. Obwohl sie für Armenien angetreten ist, schlägt ihr Herz auch für Deutschland: "Ich habe das Gefühl, dass aus Deutschland zwei Teilnehmer antreten. Ich bin Hamburgerin und hoffe, dass alle Armenier für Deutschland abstimmen."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2016 | 21:00 Uhr