Stand: 17.05.20 00:28 Uhr

Deutsches ESC-Finale: Litauen ist "Sieger der Herzen"

The Roop © NDR Foto: Uwe Ernst

"What a building!", posten The Roop über die Elbphilharmonie schon am Vormittag des Finales auf Instagram.

Kein Konfetti, keine Party, kein Publikum - der 16. Mai 2020 ist ein denkwürdiger ESC-Abend, ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Statt großer Show im niederländischen Rotterdam, findet ein deutsches Finale - moderiert von Barbara Schöneberger - in Hamburg statt. Im großen Saal der Elbphilharmonie, wo sonst 2.100 Zuschauer hineinpassen, sind die Ränge leer. Aber es ist ein würdiger Ort für ein großes Finale - mit kleiner, aber feiner Besetzung. Die drei Bands, die an diesem Abend live spielen, scheinen einen "Heimvorteil" zu haben. Und damit beste Chancen auf den Titel "Sieger der Herzen". Und das bewahrheitet sich - The Roop aus Litauen holen sich für "On Fire" mit den Stimmen der 100-köpfigen Eurovisions-Jury und der Televoter die ESC-Elphi-Trophäe 2020.

Das deutsche ESC-Finale in voller Länge

Eurovision Song Contest -

Doch noch ESC-Feeling im Jahr 2020: In einer tollen Show wurden in der Elphi die Künstler gefeiert und ein Sieger der Herzen gekürt. Die ganze Sendung in voller Länge.

3,82 bei 118 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Platzierungen im deutschen ESC Finale 2020
PlatzLandKandidatSongVoting UserVoting JuryPunkte gesamt
1LitauenThe Roop"On Fire"121022
2IslandDaði og Gagnamagnið"Think About Things"71219
3RusslandLittle Big"Uno"10717
4MaltaDestiny"All Of My Love"2810
5DänemarkBen & Tan"Yes"819
6SchwedenThe Mamas"Move"459
7SchweizGjon's TearsRépondez-moi"369
8ItalienDiodato"Fai rumore"628
9BulgarienVictoria"Tears Getting Sober"538
10AserbaidschanEfendi"Cleopatra"145

The Roop beweisen Sinn für Humor

Mit Island und Litauen sind gleich zwei Favoriten des diesjährigen ESC-Jahrgangs gekommen. Absolut finalwürdig! Natürlich trägt Vaidotas Valiukevičius von The Roop seinen weißen Rollkragen-Pullover und hat seine Lupe dabei. Wenn Fans da wären, zöge der charismatische Sänger mit seinem Blick jeden an. Auch in Hamburg legen sie ihre tanzbare Choreografie zu "On Fire" aufs Parkett, die viele ESC-Fans locker mittanzen können, wie die vielen Videos in den sozialen Netzwerken dazu beweisen. Und so bringen die Jungs aus Vilnius sicher auch die ESC-Gemeinde vor den Bildschirmen zum Tanzen. "Are you ready for some fun", begrüßt Barbara Schöneberger Vaidotas Valiukevičius, Robertas Baranauskas und Mantas Banišauskas - und The Roop sind immer für einen Spaß zu haben.  "Are you ready for some fun", kontern sie charmant.

News

Das deutsche ESC-Finale: Der Abend in Bildern

Daði og Gagnamagnið überzeugen im deutschen ESC-Finale nicht

Daði og Gagnamagnið: © NDR/Uwe Ernst Foto: Uwe Ernst

Obwohl Daði og Gagnamagnið die Lieblinge vieler ESC-Fans waren, hat es nicht zum Sieg gereicht.

In die Kategorie Spaß passt auch die Eurovision Performance-Gruppe Daði og Gagnamagnið aus Island. Nach Hamburg sind sie zu dritt gekommen mit ihrem Song "Think About Things", der live gesungen allerdings weniger spritzig rüberkommt als die Version im Video. So mutet das Ganze eher wie eine loungige Clubnummer an. Egal, Daði Freyr, der in Berlin lebt, liebt Deutschland - und Deutschland liebt Daði Freyr, und seine Band. Für einen Sieg hat es - anders als noch im deutschen ESC-Halbfinale - nicht gereicht.

Ben & Tan singen Schulter an Schulter

Ben & Tan, die dänischen ESC-Teilnehmer ESC © NDR Foto: Uwe Ernst

Ben & Tan haben sich bei der dänischen Version "X Factor" kennen gelernt.

Das dänische Duo Ben & Tan ist ebenfalls in der Elbphilharmonie aufgetreten. Das Musikduo hat sich mal eben ins Auto gesetzt und ist von Kopenhagen in die Hansestadt gereist, im Gepäck ihren folkigen Popsong "Yes". Schön, dass auch Benjamin Rosenbohm, der eigentlich Deutscher ist, und Tanne Balcells die Show in der Elphi bereichern. "Come and rest your pretty head up on my shoulder", singen sie Schulter an Schulter. Ein schöner Moment, mehr aber ist in diesen unsicheren Zeiten nicht möglich.

Ben Dolic kann stolz auf Elphi-Auftritt sein

Ben Dolic © NDR Foto: Uwe Ernst

Ben Dolic beweist in Hamburg, dass auch in Rotterdam eine gute Platzierung möglich gewesen wäre.

Außer Konkurrenz tritt Ben Dolic auf, der deutsche Kandidat, mit "Violent Thing" in Hamburg auf. Gerne wäre der 23-Jährige nach Rotterdam gefahren, aber die Performance in der Elbphilharmonie, die sich ein bisschen an Justin Timberlake orientiert, ist ein kleines Trostpflaster. Vielleicht auch für eine Top-10-Platzierung, die in Rotterdam möglich schien. Vor allem nach der überzeugenden und emotionalen Darbietung am heutigen Abend.

Diodato und Gjon's Tears sind nur im Video zu sehen

Gerne hätten wir an diesem Abend auch die anderen Finalisten gesehen - wie Diodato aus Italien oder den Schweizer Gjon's Tears mit ihren wunderschönen und emotionalen Balladen. In der Corona-Krise haben die Italiener "Fai rumore", übersetzt "Lärm machen", während der landesweiten Ausgangssperre von den Balkonen erklingen lassen. Musik verbindet, nicht nur beim ESC. Der Schweizer Gjon Muharremaj hat für die deutschen ESC-Sendungen seinen Titel "Répondez-moi" nochmal neu eingespielt. Der junge Mann aus dem frankophonen Teil der Schweiz punktet mit seiner Stimme und den hohen Tönen.

Michael Schulte weckt Erinnerungen an Lissabon

Michael Schulte © NDR/Uwe Ernst Foto: Uwe Ernst

Michael Schulte sorgt mit "You Let Me Walk Alone" für einen besonderen Moment.

Zum Schluss holt Michael Schulte das ESC-Gefühl von 2018 in Lissabon und die Erinnerung an seinen großartigen vierten Platz zurück. Mit "You Let Me Walk Alone" sorgt er noch einmal für einen emotionalen Moment in der Hamburger Elbphilharmonie. Auch ohne Applaus. Und so klingt ein denkwürdiger ESC-Abend vor leeren Rängen langsam und nachdenklich aus.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 16.05.2020 | 20:15 Uhr