Die Sängerin Montaigne in einer "Live-on-tape-Perfomance" beim ersten Halbfinale. © eurovision.tv Foto: Jess Gleeson
Stand: 19.05.21 12:00 Uhr

Montaigne - Australiens "ungebrochener Star"

von Nina Englert

Australien ist das erste Land, das sich 2021 dazu entschlossen hat, aufgrund der Corona-Pandemie sein Team nicht zum Eurovision Song Contest nach Rotterdam reisen zu lassen. Die Kandidatin Montaigne nahmt aber dennoch am Wettbewerb teil. Anstelle eines Live-Auftritts war sie Live-on-tape dabei, also mit einem Video ihres Songs "Technicolour". Ihr Video-Auftritt im ersten Halbfinale war allerdings auch ihr letzter beim ESC 2021.

Australien: Montaigne - "Technicolour"

Eurovision Song Contest -

Schwarzes Lackleder als Kontrast zum Song-Titel - aber nur live on Tape: Die Performance von Montaigne aus Australien mit "Technicolour" im ersten ESC-Halbfinale 2021.

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Zweite Chance für Montaigne

Die australische ESC-Teilnehmerin Montaigne steht mit blauer Halskrause, blauen Haaren und Clownsschminke auf der Bühne. © SBS

Montaignes Performance beim australischen ESC Vorentscheid 2020: Blau!

Bereits 2020 hatte Montaigne den australischen Vorentscheid gewonnen: Damals waren ihre blauen Locken ihr Markenzeichen, schrill auch ihre blaue Tüll-Halskrause, die knallroten Wangen und überbetonten Augenbrauen. Der Wettbewerb in Rotterdam wurde dann wegen der Coronakrise abgesagt. Anfang April 2020 bestätigte der australische Sender SBS, dass Montaigne beim ESC 2021 ihre zweite Chance bekommt.

Musikvideo entstand bei Pride-Event in Sydney

Den Song "Technicolour" hat Montaigne zusammen mit Songwriter und Produzent Dave Hammer extra für den ESC geschrieben. Er dreht sich um die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne psychische Schäden überstehen zu können. Man könne verletzlich sein, müsse dann aber den Mut aufbringen, andere um Hilfe zu bitten, so die Sängerin. Die erste Zeile "I wanna be close to my mother" schrieb sie nach einem emotionalen Telefongespräch mit ihrer Mutter. Sie bildete den Ausgangspunkt für "Technicolour". Der australische Delegationsleiter Josh Martin findet: "Montaigne hat eine Hymne geschrieben, die alles zusammenfasst, wofür wir als Sender und Land stehen. Wo kann man es besser zur Premiere bringen als bei einem der beliebtesten Pride-Events der Welt - dem schwulen und lesbischen Karneval in Sydney!" Montaignes Auftritt beim sogenannten Mardi Gras im Stadion Sydney Cricket Ground ist auch das offizielle Musikvideo Australiens für den ESC 2021.

Durchbruch mit Indie-Album "Glorious Heights"

Montaigne, 1995 als Jess Cerro geboren und Tochter eines australischen Profi-Fußballers, war zunächst auf dem besten Weg, selbst Profi-Fußballerin zu werden, bevor ihre Musik-Karriere startete. Ihr damaliger Traum, einmal für Australien an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilzunehmen, hat sich dann schnell gewandelt. Noch zu Schulzeiten unterzeichnet sie ihren ersten Vertrag mit einem Musikverlag. 2014 veröffentlicht sie ihre erste Single. Spätestens seit ihrem Debüt-Album "Glorious Heights" im Jahr 2016, das direkt auf Platz vier der australischen Charts einsteigt, ist sie keine Newcomerin mehr und auch außerhalb der Indie-Musik-Szene Australiens bekannt. Es folgen Plattenverträge, Auftritte auf Musikfestivals und Award-Nominierungen. Außerdem spielt sie vor Musikgrößen wie Cindy Lauper und Blondie.

Montaigne

Name: Jess Cerro
Geburtstag: 14. August 1995
Geburtsort: Sydney, Australien
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Montaigne: Soziale Themen im Blick

Über Instagram macht die Künstlerin und Aktivistin regelmäßig auf gesellschaftliche und politische Missstände aufmerksam. Ihre über 50.000 Follower unterstützen sie dabei. 2019 verarbeitet sie ihre Gedanken zu Geschlechterungleichheit, Umwelt, Körperwahrnehmung und sogar Sex-Robotern in ihrem Album "Complex". Die Rolle als Aktivistin wollte sie aber nicht mit zum ESC nehmen.

Dieses Thema im Programm:

ONE | 18.05.2021 | 21:00 Uhr