Stand: 25.03.20 17:03 Uhr

Alicja Szemplińska wäre für Polen ins Rennen gegangen

Alicja Szemplińska, Polens ESC-Teilnehmerin 2020 © TVP

Alicja Szemplińska sollte Polen beim ESC in Rotterdam mit "Empires" vertreten.

Mit den Höchstpunktzahlen von Jury und Publikum hat Alicja Szemplińska die polnische Vorentscheidung für sich entschieden und sollte ihre Heimat beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam vertreten, der wegen des Coronavirus aber ausfällt. Ihre Powerballade "Empires", die in Aufbau und Anmutung einem typischen James-Bond-Titelsong entspricht, wurde von Patryk Kumór, Dominic Buczkowski-Wojtaszek und Laurell Barker geschrieben. Alicja Szemplińska ist der polnischen Öffentlichkeit durch ihre Teilnahme an verschiedenen Castingshows bekannt. Erst im November konnte sie die zehnte Staffel von "The Voice of Poland" für sich entscheiden. Mit ihrer für eine 17-Jährige ungewöhnlich tiefen Stimme hatte sie bereits im Vorfeld die Aufmerksamkeit der internationalen Fangemeinde auf sich gezogen.

Casting nach Vorbild des Junior-ESC

Da nach dem Halbfinal-Aus für Tulia in 2019 Tel Aviv nicht zu erwarten war, dass sich etablierte polnische Künstler so schnell wieder in das Abenteuer ESC stürzen, hatte das polnische Fernsehen entschieden, eine Vorentscheidung nach dem Vorbild der Castingshow "Szansa na sukces" zu organisieren, die als Vorentscheidung für den Junior-ESC immerhin den Sieger 2019 hervorgebracht hat. In drei Halbfinalrunden konnten sich hoffnungsfrohe Nachwuchstalente am Sonntagnachmittag bei einer Art Karaoke-Kaffeekränzchen miteinander messen, während die ehemaligen ESC-Teilnehmer Michał Szpak, Cleo und Gromee darüber entschieden, welche drei Künstler in der Endrunde gegeneinander antreten.

Auch Lake-Malawi-Sänger im Rennen

Kasia Dereń, Alicja Szemplińska und Albert Černý (Leadsänger der tschechischen Band Lake Malawi, der auch die polnische Staatsangehörigkeit besitzt) hatten ihre jeweiligen Vorrunden gewonnen, doch bevor sie ihre Beiträge vorstellen durften, mussten sie mit dem Vortrag ehemaliger ESC-Siegertitel Punkte beim Publikum sammeln. Alle Songs wurden von einer elfköpfigen Band im Studio live gespielt, was der Sendung atmosphärisch sehr zu Gute kam. Wirklich souverän performte dabei nur Kasia Dereń, doch gegen die amtierende "Voice of Poland" war - selbst nachdem sie "Euphoria" gesanglich massakriert hatte - kein Kraut gewachsen. Da hätten die Stimmcoaches bis Rotterdam noch einiges zu tun gehabt.

Dieses Thema im Programm:

ONE | Eurovision Song Contest | 14.05.2020 | 21:00 Uhr