Stand: 10.02.20 09:30 Uhr

Neues Duo führt deutsche ESC-Delegation an

Vor dem Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam bekommt das ESC-Team des NDR neue Mitglieder: Christian Blenker wird ARD-Teamchef für den Eurovision Song Contest, Alexandra Wolfslast ist neue Head of Delegation für den deutschen Beitrag beim ESC. Sie folgt auf Christoph Pellander, der seit Juli 2019 bei der ARD Degeto Leiter der Abteilung Redaktion und Programm-Management ist. Thomas Schreiber ist als ARD-Koordinator Unterhaltung weiterhin eingebunden, Iris Bents als Head of Press.

Deutschlands ESC-Teamchef Christian Blenker.  Foto: Hendrik Lüders

Christian Blenker wird neuer deutscher ESC-Teamchef.

Christian Blenker, geboren in Rüsselsheim, studierte Politikwissenschaften, Neuere Geschichte und Literaturwissenschaften in Mainz, Bonn und Toulouse. Nach einem Volontariat beim Hessischen Rundfunk und Stationen im Hörfunk und Fernsehen wechselte er 2007 zum NDR nach Hamburg. Dort arbeitete er unter anderem als Reporter für Tagesschau und Tagesthemen sowie als Redakteur für das Fernsehen. In dieser Zeit vertrat er auch ARD-Korrespondentinnen und -Korrespondeten in Washington, Tokio und Stockholm. 2015 kam er als Referent in die NDR Intendanz und übernahm 2016 deren Leitung. Als ARD-Teamchef für den ESC übernimmt er vom 1. Februar an die redaktionelle Gesamtverantwortung für den Wettbewerb innerhalb der ARD und des NDR.

Deutschlands Head of Delegation beim ESC, Alexandra Wolfslast.  Foto: Hendrik Lüders

Neue deutsche Head of Delegation ist Alexandra Wolfslast.

Alexandra Wolfslast kommt von NDR 2. Für den Pop-Radiosender war sie seit 2001 in der Abteilung Programm Management Off-Air tätig und plante und betreute diverse Marketing-Kampagnen des Senders. Insbesondere die Künstler-Akquise für große NDR 2 Events lag in den vergangenen Jahren in ihrer Verantwortung - etwa für die Festivalreihe stars@ndr2 und das NDR 2 Soundcheck Festival. Sie holte internationale Top-Acts wie Ed Sheeran, Shawn Mendes und Dua Lipa auf die NDR 2 Bühne. Schon während ihres Studiums sammelte Wolfslast internationale Erfahrung als Projektplanerin für ein US-amerikanisches Logistik-Unternehmen. Sie betreute weltweit Messen & Events, 2005 schloss sie erfolgreich ein berufsbegleitendes Event-Management-Studium ab. Zum 1. Dezember ist sie in die NDR Fernsehabteilung Fiktion und Unterhaltung gewechselt.

Christian Blenker und Alexandra Wolfslast - was werden jetzt eure neuen Aufgaben?

Christian Blenker: Als Teamchef Deutschland trage ich mit Thomas Schreiber die redaktionelle Hauptverantwortung für den ESC auf deutscher Seite. Gemeinsam leiten wir das Team, das den deutschen Act nach Rotterdam begleitet mit allem Drum und Dran. Außerdem bin ich Ansprechpartner für alle Fernseh-, Hörfunk- und Online-Kollegen und Kolleginnen in der ARD sowie für alle externen Ansprechpartner, die über den Wettbewerb berichten möchten.

Alexandra Wolfslast: In erster Linie kümmere ich mich als Head of Delegation um die organisatorische Vorbereitung und bin dafür im Gespräch mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die für den ESC verantwortlich ist, und den Sendern in den Niederlanden, die den ESC veranstalten, die so genannten "Host Broadcaster". Und ich kümmere mich natürlich um alles rund um unseren deutschen Beitrag. Also zum Beispiel um die Umsetzung unserer Inszenierung in Rotterdam, um die Proben und das Video. Mein Ziel ist es, in jeder Hinsicht die bestmöglichen Voraussetzungen für unseren Auftritt am 16. Mai zu schaffen.

Wie ist eure Verbindung zum ESC?

Wolfslast: Der Eurovision Song Contest gehört für mich seit meiner Kindheit zum Fernseh-Pflichtprogramm. Da ich lange Jahre für das Künstler-Scouting und die Verpflichtung von Künstlern für Off-Air-Veranstaltungen bei NDR 2 verantwortlich war, habe ich immer mit besonderem Interesse den Werdegang unserer deutschen ESC-Stars verfolgt und versucht, sie für unsere Veranstaltungen zu gewinnen. Das hat im vergangenen Jahr beim Soundcheck Festival in Göttingen unter anderem mit Lena und Michael Schulte auch super geklappt. Die Künstler beim ESC haben mich immer besonders fasziniert. Jetzt gehe ich den Weg mit ihnen. Für mich ist das der beste Job der Welt.

Salvador Sobral auf der Bühne beim Finale © NDR / Rolf Klatt Foto: Rolf Klatt

Christian Blenker mag auch gefühlvolle Songs wie "Amar pelos dois", den Siegersong von Salvador Sobral 2017.

Blenker: Mich begeistert die Vielfalt des ESC und das schon seit vielen Jahren. Es gibt echte Gefühle wie bei Michael Schulte oder Salvador Sobral. Aber es ist auch bunt und schrill wie bei Netta oder Lordi. Der ESC schafft es immer, zu überraschen. Auf einem Top-Niveau. Das ist beeindruckend. Außerdem bewegen mich Auftritte mit einem Statement wie von Conchita Wurst 2014 in Kopenhagen.

Auf was freut ihr euch am meisten?

Wolfslast: Zunächst natürlich auf unseren deutschen Act und auf die musikalische Reise, die uns gemeinsam erwartet. Das wird wahnsinnig spannend. Außerdem genieße ich jetzt schon die Zusammenarbeit mit den ESC-Teams der anderen Länder. Es ist wirklich inspirierend, so eng mit anderen Nationen arbeiten zu können. Ich habe mich noch nie "europäischer" gefühlt.

Blenker: Bisher habe ich die Show immer nur am Fernseher verfolgt. Ich bin natürlich wahnsinnig gespannt auf die Stimmung und die Energie vor Ort. Die Niederländer sind tolle Gastgeber, die in Rotterdam - für mich ist das jetzt schon klar - eine großartige Show auf die Beine stellen werden. Außerdem freue ich mich auf die Künstler und Teams der anderen Länder. Der ESC hat ja etwas von Olympia und vom bunten Leben im olympischen Dorf - ein friedlicher und sportlicher Wettkampf.

Was ist dein Ziel für Rotterdam?

Michael Schulte mit der deutschen Delegation im Green Room im Finale von Lissabon. © NDR Foto: Rolf Klatt

Bei Michael Schulte war der Jubel im Green Room groß. 2020 wünscht sich Alexandra Wolfslast wieder viele Zwölf-Punkte-Wertungen.

Wolfslast: Zwölf Punkte natürlich! Und zwar sowohl von den Expertinnen und Experten in den Jurys als auch vom Fernsehpublikum der anderen Länder.

Blenker: In unserem Team arbeiten seit Wochen eine Menge toller Leute sehr hart daran, dass wir in Rotterdam auch ordentlich abliefern. Ich würde mich deshalb natürlich freuen, wenn sich diese Mühen auch in Punkten auszahlen.  

Was machst du am liebsten in deiner Freizeit?

Blenker: Am liebsten verbringe ich Zeit mit meiner Familie. Außerdem mache ich leidenschaftlich gerne Musik und spiele mit meiner Band in kleinen Clubs. Aber keine Sorge, wir treten nicht für Deutschland an. (lacht)

Wolfslast: Ich liebe gutes Essen! Entweder ich koche selbst oder ich probiere neue Restaurants aus. Da diese Leidenschaft leider nicht zuträglich für die Figur ist, zwinge ich mich hin und wieder joggend um die Alster.

Wieso hat man so lange nichts von Euch und zum Verfahren gehört?

Blenker: Ich kann die Ungeduld einiger Fans sehr gut verstehen. Aber wir brauchten Zeit. Für eine gründliche Analyse und die interne Abstimmung. Außerdem sollten alle, die am Verfahren beteiligt sind, im Ruhe arbeiten können. Alex und ich sind neu in der ESC-Familie. Auch wir mussten uns einarbeiten. Im Journalismus sagen wir: Be first, but first be sure. Die Zeit des Wartens ist ja aber nun bald vorbei. Versprochen!

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 29.02.2020 | 19:05 Uhr