Stand: 18.11.19 10:20 Uhr

Montenegro sagt Teilnahme beim ESC 2020 ab

Slavko Kalezić performt "Space" auf der Bühne in Kiew. © Eurovision.tv Foto: Andres Putting

Slavko Kalezić, einer der extravagantesten ESC-Künstler Montenegros, verpasst 2017 in Kiew das Finale.

Montenegro wird nicht am Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam teilnehmen. Die verantwortliche Rundfunkanstalt RTCG hatte bereits vorläufig zugesagt, bestätigte nun aber gegenüber der Fanseite "ESC Today" die Absage. Man habe versucht teilzunehmen, jedoch müsse man sich aus finanziellen Gründen zurückziehen. Der ESC koste rund 130.000 Euro im Jahr. Dafür wolle man nun lieber fünf Autos kaufen, sagte der Sender in einem Statment gegenüber "ESC Today". Bereits in Oslo 2010 und in Düsseldorf 2011 war Montenegro aus finanziellen Gründen nicht dabei. Die ausrichtende Europäische Rundfunkunion (EBU) hatte in diesem Jahr sogar für Montenegro die Deadline verlängert, zu der alle Mitglieder zusagen mussten.

Montenegro: Unerfolgreich aber experimentell

Who See für Montenegro  im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contests © NDR Foto: Rolf Klatt

Montenegros Beiträge polarisieren oft - so wie der Astronauten-Rap "Igranka" von Who See in Malmö 2013.

Einen Tag nach dem ESC 2006 in Athen wurde Montenegro unabhängig von Serbien und debütierte gleich im Jahr darauf in Helsinki mit dem Song "Ajde, Kroči" von Stevan Faddy. Doch während Serbien im gleichen Jahr mit Marija Šerifović den ESC gewinnen konnte, verpasste Faddy den Finaleinzug deutlich. Bislang kam Montenegro als unabhängiger Staat nur zwei Mal bei elf Teilnahmen ins ESC-Finale. Dafür schickte das Land oft experimentelle oder exzentrische Acts. Rambo Amadeus performte 2012 in Baku einen ironischen Hip-Hop-Song über die Eurokrise. Mit Who See kamen 2013 rappende Astronauten auf die Bühne und Slavko Kalezić wirbelte 2017 seinen Haarzopf beim ESC in Kiew. Die zwei Finalteilnahmen gelangen Montenegro mit klassischen Balkanballaden in Landessprache: Sergej Ćetković 2014 in Kopenhagen und Knez 2015 in Wien waren die erfolgreichsten Kandidaten. RTCG war schon vor der Unabhängigkeit verantwortlich für ESC-Beiträge von Montenegros Vorgängerstaaten. 1983 und 1984 stellte man den Beitrag Jugoslawiens, 2005 die Band No Name für den Staatenbund Serbien-Montenegro.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 30.11.2019 | 19:05 Uhr