Stand: 21.04.21 09:50 Uhr

Australiens Kandidatin tritt nicht live in Rotterdam an

Die australische Sängerin Montaigne auf der Bühne. © Jess Gleeson Foto: Jess Gleeson

Die Australierin Montaigne nimmt mit einem Auftrittsvideo am ESC teil.

Australien ist das erste Land, das sich dazu entschlossen hat, aufgrund der Corona-Pandemie sein Team nicht zum Eurovision Song Contest nach Rotterdam reisen zu lassen. Die Kandidatin Montaigne nimmt aber dennoch am Wettbewerb teil. Anstelle eines Live-Auftritts ist sie Live-on-tape dabei, also mit einem Video ihres Songs "Technicolour". "Ich bin begeistert, dass ich immer noch antreten darf, aber enttäuscht, dass ich die Eurovisionsbühne nicht nutzen kann", sagte die Sängerin zur Entscheidung. Sie freue sich aber dennoch auf die Eurovisions-Woche: "Es ist wichtig, die Zeit und Mühe, die man in kreative Projekte investiert hat, auch zu würdigen - ich freue mich darauf, die Reaktionen aus der ganzen Welt zu sehen."

Corona-Pandemie macht Reise nach Europa unmöglich

Leicht hat sich der australische Sender SBS die Entscheidung nicht gemacht. Delegationsleiter Josh Martin erklärt dazu:

"Nach einer umfassenden Bewertung hat SBS beschlossen, dieses Jahr keine australische Delegation und keinen australischen Künstler zum Eurovision Song Contest nach Rotterdam zu schicken. Wir kamen zu dieser schwierigen Entscheidung, nachdem wir die Herausforderungen der anhaltenden Pandemie berücksichtigt hatten, einschließlich der vielen Faktoren, die bei der An- und Abreise von Australien zur Veranstaltung eine Rolle spielen."

Auftrittsvideo als Backup-Lösung

Alle Teilnehmerländer mussten für den Fall, dass ein Act aufgrund von Corona-Maßnahmen nicht nach Rotterdam reisen kann, ein Auftrittsvideo schon im Vorfeld bei der European Broadcasting Union (EBU) einreichen. Anstelle eines Live-Auftritts wird dann das Video abgespielt. Diese Live-on-Tape-Performance darf nicht geschnitten oder nachbearbeitet sein. Die EBU hatte einige Regeln aufgestellt, damit diese Performances fair und vergleichbar sind. So sind etwa Drohnenaufnahmen, Wasser, ein Greenscreen und der Einsatz von Augmented Reality verboten. Innerhalb von 60 Minuten durfte der Act während der Aufnahme dreimal performen. Ein Durchgang wurde dann genommen. Die EBU hat die Videodrehs via Liveschalte überwacht.

ESC trotz Corona - vielleicht mit Publikum

Im Mai könnten bis zu 3.500 Fans pro Show in der Ahoy Arena dabei sein. In einem Feldversuch will die niederländische Regierung damit untersuchen, wie Großveranstaltungen mit Publikum unter Corona-Maßnahmen stattfinden können. Zuvor hatte die EBU drei mögliche Szenarien für den kommenden ESC aufgestellt. Von einer Show mit wenig Einschränkungen bis zu einer Show im Lockdown werde alles bedacht. Wie genau der ESC 2021 ausgetragen wird, soll sich Ende April entscheiden.

Dieses Thema im Programm:

ONE | Eurovision Song Contest | 18.05.2021 | 21:00 Uhr