Die Gruppe Måneskin vertritt Italien beim ESC 2021 © Måneskin
Stand: 19.03.21 09:20 Uhr

Måneskin aus Italien rocken mit "Zitti e buoni" den ESC

Die Gruppe Måneskin vertritt Italien beim ESC 2021 © Måneskin

Ungewöhnlich harte Töne aus Italien: Måneskin präsentieren mit "Zitti e buoni" einen Rocksong.

Am Ende eines, wie immer, langen Abends siegte die Jugend: Die italienische Rockband Måneskin (Dänisch für Mondschein) hat mit dem rockigen Protestsong "Zitti e buoni", zu Deutsch: still und fügsam, das 71. Festival della Canzone Italiana gewonnen. Damit dürfen sie nun zu Eurovision Song Contest nach Rotterdam fahren. Den Willen dazu haben die vier Bandmitglieder Damiano David, Thomas Raggi, Victoria de Angelis und Ethan Torchio, die den aufrührerischen Song selbst geschrieben haben, ihren Fans bereits per Instagram bekundet.

Damit wird Italien von vier Künstlern vertreten, die allesamt im 21. Jahrhundert geboren wurden. Seit ihrem 2. Platz bei der Castingshow X Factor 2017 begeistern Måneskin die italienische Jugend, sind aber auch schon durch Europa getourt.

Corona war beim Sanremo-Festival allgegenwärtig

Zum ersten Mal in seiner mittlerweile 71-jährigen Geschichte musste die "Mutter aller Fernseh-Musikwettbewerbe" vor leeren Rängen stattfinden - Corona war allgegenwärtig. Allerdings signalisierte die Eröffnungsperformace von Diodato, dessen Siegertitel "Fai rumore" die Italiener in den dunklen Stunden des Lockdowns von den Balkonen sangen, dass man sich nicht von dem Virus unterkriegen lassen will. Dennoch wurde Covid-19 sehr ernst genommen: Nach einem Corona-Fall im Team des Sängers Irama, der sich noch vor seiner Performance in Quarantäne begeben musste, wurde der Auftritt der Generalprobe eingespielt. Selbst die obligatorischen Blumenbuketts wurden mithilfe eines kleinen Acrylwägelchens überreicht.

Måneskin treffen den Nerv der Pandemie-Zeit

In den Medien wurde dagegen diskutiert, warum die Sträuße nur für Frauen vorgesehen waren. Festivalleiter Amadeus versuchte vergeblich, die schwelenden Sexismusvorwürfe mit der klischeehaften Männlichkeit von Gaststar Zlatan Ibrahimović ironisch zu brechen. Weitere Gäste waren unter anderem Il Volo (2015), Francesco Gabbani (2017) und Mahmood (2019), und auch das Starterfeld wartete mit alten Bekannten wie Francesca Michielin (Italien 2016) und Ermal Meta (2018) auf, die am Ende auf den Plätzen zwei und drei landeten. Mit ihrer energiegeladenen Rockkonzert-Performance trafen Måneskin genau den Nerv der Zeit. Die Sehnsucht der Zuschauer nach Live-Konzerterlebnissen könnte ihnen auch beim ESC den Sieg bescheren.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 13.03.2021 | 19:05 Uhr