Stand: 23.02.15 09:15 Uhr

Lettische Starschmiede

Die lettische ESC-Teilnehmerin Aminata Savadogo © LTV

Aminata Savadogo war im vergangenen Jahr an Aarzemnieki gescheitert. Der erneute Anlauf brachte ihr nun das Ticket nach Wien.

Nachdem es Lettland 2014 mit Aarzemnieki zum sechsten Mal in Folge nicht gelungen war, sich für das ESC-Finale zu qualifizieren, musste der nationale Fernsehsender LTV sich ein neues Konzept einfallen lassen, um sowohl das heimische Publikum bei der Stange zu halten als auch die heiß ersehnte Finalteilnahme zu ermöglichen. Als ob diese Ziele nicht schon ehrgeizig genug wären, sollte mit der Castingshow "Supernova“ auch noch die lettische Musik international hoffähig gemacht werden. Dabei unterschied sich "Supernova“ nicht wirklich von anderen Castingformaten. Nach bewährtem Muster mussten sich die teilnehmenden Acts dem Urteil einer Fachjury stellen, die in jeder Viertel- bzw. Halbfinalrunde neben den beiden Publikumsfavoriten auch zwei Songs bzw. Künstler ihrer Wahl weiterkommen ließ. Entsprechend der Vorgabe, lettischer Musik zum internationalen Durchbruch zu verhelfen, waren allerdings nur lettische Komponistenteams zugelassen.

Biber statt Brüller

Dass in Lettland das Potenzial für international erfolgreiche Musik existiert, hatten Brainstorm 2000 in Stockholm mit ihrem dritten Platz für "My Star“ ja schon einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Unter den eingereichten Beiträgen war allerdings nur wenig konkurrenzfähiges Material zu finden. Dafür besaß der singende und tanzende Biber, der in den Werbepausen den Livestream für das Online-Publikum verkürzte, absolutes Kultpotenzial. Ähnlich wie im Nachbarland Litauen entschied eine bereits vorentscheidungserprobte Künstlerin den Wettbewerb für sich: Aminata Savadogo war 2014 im Vorentscheid hinter Aarzemnieki auf dem fünften Platz gelandet und hatte danach die Talentshow "Jaunā talantu fabrika" gewonnen. Mit ihrem selbst geschriebenen Electronic-R’n’B-Song "Love Injected“, der durchaus modern klingt und auch hervorragend gesungen ist, reiht sie sich leider in die Riege weiblicher Einzelinterpretinnen mit wenig ohrwurmtauglichen Songs ein, die sich in diesem Jahr um die Finalqualifikation prügeln werden.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr