Stand: 25.02.18 11:45 Uhr

Lettland schickt Laura Rizzotto nach Lissabon

Laura Rizzotto bei ihrem Auftritt beim lettischen Vorentscheid 2018 auf der Bühne.

Die gebürtige Brasilianerin Laura Rizzotto vertritt Lettland beim ESC in Lissabon.

Soulige Töne schlägt die brasilianisch-lettische Sängerin Laura Rizzotto beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon an: Mit dem Titel "Funny Girl" hat die 23-Jährige das Finale der lettischen Vorentscheidung "Supernova" gewonnen und verweist die hochfavorisierte Band Sudden Lights mit der düster-schwermütigen Ballade "Just Fine" auf Platz 2. Die in Rio de Janeiro geborene Künstlerin lebt seit ihrem zehnten Lebensjahr in den USA, wo sie in Boston, Los Angeles und New York Musik studiert hat. In ihrem selbstgeschriebenen Song geht es um eine Frau, die erkennen muss, dass sie von dem Mann, den sie liebt, nicht respektiert wird.

Talentschmiede Reloaded

Obwohl Triana Park mit ihrem Titel "Line" im vergangenen Jahr den Sprung ins ESC-Finale nicht schafften, hielt das lettische Fernsehen an seinem Supernova-Konzept fest, das 2015 ins Leben gerufen wurde, um international konkurrenzfähige lettische Künstler zu fördern. Das aufwendige Format destillierte in einem anonymen Online-Voting und anschließenden Live-Auditions 21 Semifinalteilnehmer heraus, die von einer vierköpfigen Expertenjury auf Herz und Nieren geprüft wurden. Starke Abweichungen zur Publikumsmeinung waren nicht zu verzeichnen, dennoch schafften es zum Teil sehr experimentelle Titel ins Finale.

Wo ist der Biber?

Dabei fällte die Jury ihre Entscheidungen stets nach transparenten, klar definierten Kriterien wie dem Hitpotenzial der einzelnen Songs. Am Ende der drei Semifinalrunden vergab sie aufgrund der hohen Spotify-Streamingzahlen eine Wildcard an die Band Sudden Lights, nachdem diese zuvor im ersten Semi rausgeflogen war. Aus dem im Vergleich zu den Vorjahren deutlich akustischeren Musikangebot stach die soulige Ballade "Funny Girl" allerdings klar hervor, daher kam der Sieg von Laura Rizzotto nicht wirklich überraschend - ganz im Gegensatz zum Verschwinden des RigaBeaver, der in den letzten Jahren die Werbepausen des Festivals unterhaltsam überbrückt hatte. Ein schmerzlicher Verlust!

Dieses Thema im Programm:

ONE | 10.05.2018 | 21:00 Uhr