Stand: 29.09.15 23:45 Uhr

Zelmerlöw: "Schön, dass die Leute für unsere Songs kommen"

Måns Zelmerlöw beim Interview mit eurovision.de im Grünspan in Hamburg  Foto: Kathrin Otto

Der ESC-Gewinner Måns Zelmerlöw tourt mit seinem aktuellen Album "Perfectly Damaged" gerade durch Europa. Fünf Konzerte gibt der Schwede auch in Deutschland, auch im Hamburger Grünspan war er am 30. September zu Gast. Eurovision.de hat ihn dort getroffen.

Du warst auf deiner Tour gerade auch in Wien. War es etwas Besonderes, dort nach deinem ESC-Sieg noch einmal aufzutreten?

Måns Zelmerlöw: Das war es! Als ich das letzte Mal dort war, war das einfach ein sehr besonderer Moment in meinem Leben. Das Konzert jetzt fand in der Ottakringer Brauerei statt, im Mai noch der Euroclub. Das Konzert jetzt war komplett anders, das Publikum war toll und es war nur da, um unsere Songs zu hören. Überhaupt ist das das schöne an dieser Tour. Wenn ich auf dem Melodifestivalen auftrete, interessieren sich die Leute weniger für die anderen Songs, die wir noch so haben. Auf unseren eigenen Konzerten kennen die Leute unsere Alben und wollen genau diese Songs hören.

Du bist mit dem Album "Perfectly Damaged" auf Tour. Hast du darauf ein persönliches Lieblingslied?

Zelmerlöw: "Should've Gone Home" liebe ich am meisten und "Hearts Collide", den Song spiele ich auf dieser Tour zum ersten Mal, nur mit meinem kleinen Synthesizer. Der Song würde niemals als Single ausgekoppelt werden und ist nur auf dem Album zu hören - aber die Leute mögen ihn trotzdem, das freut mich.

Was ist mit "The Stickman", deinem Strichmännchen, ist er mit auf Tour?

Zelmerlöw: (Lacht) Klar, der ist mit dabei. Der steht nur nicht so auf Interviews, er ist schon hinter der Bühne und macht sich für den Auftritt fertig.

Vor drei Tagen München, dann Wien, jetzt Hamburg. Sieht man überhaupt mal etwas von den Städten?

Zelmerlöw: Selten, aber hier in Hamburg hab ich durch Zufall sogar ein bisschen mehr gesehen als ursprünglich geplant. Wir hatten einen Tag frei und ich war im Park joggen - dabei habe ich mich wohl irgendwie verlaufen. Eigentlich wollte ich nur vier Kilometer laufen, am Ende waren es dann allerdings zehn. Aber klar, normalerweise bleibt nie genügend Zeit, um sich viel anzugucken.

Ist das deine Art Stress abzubauen, indem du joggst?

Zelmerlöw: Ja, ich kann beim Sport gut entspannen, beim Joggen oder Tennis, beim Paddeln oder Fußball, das machen wir auch zusammen mit der ganzen Band, wir sind alle sehr aktiv. Ansonsten lese ich oder wir spielen im Tourbus Playstation. Wir verbringen ja 18 von 24 Stunden täglich in diesem Bus, da muss man sich schon ein bisschen etwas einfallen lassen, um sich die Zeit zu vertreiben.

Auf Instagram hast du ein Foto vom Buch "438 Tage" gepostet in dem es um zwei Journalisten geht, die gefangen genommen werden und 438 Tage im Gefängnis verbringen. Eine wahre Geschichte, die nicht so entspannend klingt.

Zelmerlöw: Das stimmt, das ist sie nicht unbedingt. Aber es ist ein spannendes Buch und es hat mich auf der Fahrt nach Hamburg echt gerettet. Die sollte eigentlich zwölf Stunden dauern, wir waren dann aber 18 oder 19 Stunden unterwegs. Ich gefangen in diesem Bus, diese beiden Journalisten in dem Buch im Gefängnis - da war ich ganz froh, dass das Buch so fesselnd war.

Mit "Heroes" bist du im Mai in Wien für viele Leute zum Helden geworden. Hast du selbst einen Helden?

Zelmerlöw: Ja, ich habe ja eine Stiftung und wir unterstützen drei Schulen in Südafrika, eine in Kenia und wir bauen eine in Äthiopien. Diese Kinder, die dort zur Schule gehen, sind meine Helden. Viele von ihnen leben unter wirklich schlechten Bedingungen, blicken trotzdem positiv und voller Hoffnung in die Zukunft und versprühen dabei total viel Lebensfreude - das sind für mich wirklich kleine Helden. Es bedeutet mir viel zu sehen, dass ich für sie ein Teil ihrer Zukunft und ihres Lebens bin und es fühlt sich einfach gut an, etwas Sinnvolles zu tun.

Am ESC teilzunehmen war ein großer Traum von dir und du hast es geschafft. Hast du jetzt einen neuen großen Traum?

Zelmerlöw: Der ESC hat mir sehr viel gegeben, aber nur weil ich jetzt ein bisschen durch Europa toure, heißt das nicht, dass ich mich in ganz Europa als Künstler etabliert habe. Daran arbeite und dafür kämpfe ich jetzt. Ich würde auch in Zukunft gerne ein oder zwei Mal pro Jahr durch Europa touren - und auch gerne außerhalb von Europa. Ich war jetzt schon in Asien, vor zwei Wochen in Shanghai. China ist ein großer Markt, da würde ich gerne noch mal hin, nach Tokio auch - und eine Tour durch die USA wäre ein großer Traum von mir.

Du hast mal gesagt, der ESC sei der Super Bowl der Musikevents. Du moderierst ihn im nächsten Jahr, oder?

Zelmerlöw: Das ist noch nicht endgültig entschieden, aber es wäre eine riesige Ehre für mich. Aber zumindest mit "Heroes" werde ich im nächsten Jahr ja wieder dabei sein - und es ist toll, dass der Contest in der Stadt stattfindet, in der ich lebe, das werden tolle Wochen werden.

Conchita ist letztes Jahr in Wien auf die Bühne geschwebt. Was wirst du machen, lässt du dich in einer riesigen Bombe auf die Bühne schießen?

Zelmerlöw: (Lacht) Das wäre eine Möglichkeit, ich muss mir auf jeden Fall irgendetwas in der Richtung einfallen lassen. Aber es hängt natürlich auch ein bisschen vom Budget ab, ob ich Conchitas Auftritt toppen kann.

Der schwedische Sänger und Moderator Måns Zelmerlöw mit seinem Hund namens Messi © Karin Törnblom/IBL

Seinen Hund Messi vermisst Måns Zelmerlöw schon jetzt.

Deine Tour endet Anfang November in Barcelona. Dann geht es zurück nach Schweden. Was wird das erste sein, was du dort tun wirst?

Zelmerlöw: Ich schnappe mir als erstes meinen Hund. Den vermisse ich ganz besonders, ich werde ein paar Tage vor allem mit ihm verbringen - darauf freue ich mich jetzt schon.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr

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