Stand: 20.05.15 13:54 Uhr

"Am Ende gewinnt das Lied, nicht der Künstler"

Michele Perniola (l) und Anita Somincini (r) aus San Marino. © EBU/Thomas Hanses

Das jüngste Duo der ESC-Geschichte tritt für San Marino an: Michele Perniola (l.) und Anita Somincini.

Dass Michele Perniola und Anita Simoncini trotz ihrer Jugend Vollblutmusiker sind, konnten sie auf der Party von San Marino in einem Livekonzert beweisen. Auch im Interview mit eurovision.de erweisen sich die beiden Interpreten als routinierte Antwortgeber.

Anita, Michele, ihr tretet bei diesem ESC gegen viele internationale Stars an, die deutlich älter und bühnenerfahrener sind. Fühlt ihr euch dadurch eingeschüchtert?

Anita: Nein, nicht im Geringsten - zumindest was meine Person angeht. Ich empfinde es vielmehr als große Ehre, mit diesen Künstlern auf einer Bühne stehen zu dürfen. Natürlich können wir nicht auf die gleichen Erfahrungen zurückblicken, aber wir haben durch die Teilnahme am Junior Eurovision Song Contest eine Menge gelernt, und wir hoffen, dass es genügt.

Michele, du bist - ebenso wie das italienische Trio Il Volo - einer breiten Öffentlichkeit durch die Show "Ti lascio una canzone" bekannt geworden. Welche Bedeutung hat diese Show, um sich in Italien einen Namen zu machen?

Michele: Nun, "Ti lascio una canzone" war für mich die erste Chance, vor einem größeren, landesweiten Publikum aufzutreten. Dank dieser Show ist der Kontakt zu San Marino RTV entstanden und ich konnte am Junior Eurovision Song Contest teilnehmen. 2014 habe ich beim ESC die Punkte für San Marino verlesen und 2015 darf ich San Marino beim Song Contest vertreten. Von daher hat mich die Show schon ziemlich weit gebracht.

Du warst bei "Ti lascio una canzone" mit dem "Earth Song" von Michael Jackson erfolgreich. Welche Bedeutung hat seine Musik für dich?

Anita Simoncini und Michele Perniola im Interview mit Irving Wolther. © Eurovision.de

Anita Simoncini und Michele Perniola treten mit dem Ralph-Siegel-Song "Chain Of Lights" auf.

Michele: Dank seiner Musik konnte ich mich musikalisch entwickeln. Ohne sie wäre ich nicht der, der ich jetzt bin. Aber er ist nicht mein einziges Vorbild: Viele Interpreten aus dem Bereich Black Music wie Ray Charles oder James Brown, aber auch aktuelle Künstler wie Bruno Mars gefallen mir sehr gut. Ich höre diese Musik, seit ich ein Kind war, und sie spielt für meine musikalische Entwicklung eine wichtige Rolle.

Anita, du bist gebürtig aus San Marino und lebst auch noch dort mit deiner Familie. Wie hat sich dein Alltag verändert, seit du mit den Peppermints beim Junior Eurovision Song Contest an den Start gegangen bist?

Anita: Wenn man aus so einem kleinen Land wie San Marino kommt, erweitert die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb wie dem JESC den eigenen Horizont. Plötzlich eine so große Chance zu erhalten fühlt sich so an, als würde man mit offenen Augen träumen.

Michele, auch du kennst die große Bühne vom JESC. Auf der Party von San Marino hatte man allerdings den Eindruck, du fühlst dich auf kleineren Bühnen wohler.

Michele: Ich fühle mich auf allen Bühnen wohl. Dort kann ich ich selbst sein. Wenn ich nicht auf der Bühne stehe, bin ich nur ein einfacher Mensch, aber sobald ich die Bühne betrete, ist das für mich wie eine Art Wiedergeburt.

Ralph Siegel hat euren Beitrag "Chain Of Lights" geschrieben. Kein anderer Komponist hat so viele Lieder für den Wettbewerb geschrieben wie er. Wie hat er euch auf euren Auftritt vorbereitet?

Anita: Anders als man vielleicht vermuten könnte, hat Ralph keinerlei Druck auf uns ausgeübt oder mit uns bestimmte Dinge gepaukt. Was er uns allerdings immer wieder gesagt hat, war, dass wir unsere Message mit allen teilen müssen, weil am Ende nicht der Künstler gewinnt, sondern das Lied.

Habt ihr vor, auch nach dem ESC gemeinsam Musik zu machen?

Michele: Wer weiß? Aber eines nach dem anderen. Wenn es so sein soll, dann wird es auch geschehen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr