Stand: 18.05.15 20:12 Uhr

Marta und Václav: "Unsere Hoffnung stirbt nie"

Tschechien hat keine schöne Geschichte über den ESC zu erzählen: Dreimal nahm unser Nachbarland am ESC teil und scheiterte jeweils in den Semifinals. Zweimal wurde man gar Allerletzter dort. Nach sechs Jahren Pause ist man wieder dabei - und kommt mit der in Deutschland berühmten Marta Jandová (41) und dem Sänger Václav Noid (34). In Tschechien zählen beide zur Extraklasse des Showgewerbes: Václav ist als Schauspieler und Entertainer bekannt, Marta als Sängerin, die 2005 und 2007 beim Bundesvision Song Contest (mit Apocalyptica und Oomph) antrat und 2007 den Wettbewerb gewann. Beide Sänger sind mit ihren Familien in Wien.

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Comeback für Tschechien beim ESC

Wie ist es hier beim ESC - ein großes Abenteuer, ein Ausflug, die Chance des Lebens?

Marta: Ja, das ist es alles.

Václav: Sicher, das ist es. Abenteuer …

Marta: … und harte Arbeit.

Václav: Proben, Interviews, wieder Proben - da ist wirklich stärkste Konzentration wichtig.

Könnt ihr die vielen Tage hier in Wien tatsächlich genießen, wenn es auch sehr viel Arbeit ist?

Marta: Ja, klar, das natürlich auch.

Václav: Jeden Tag, die Reise ist jetzt hier, nicht erst hinterher, wenn wir zuhause sind.

War eure Bereitschaft, beim ESC für euer Heimatland zu singen, wichtig für das Comeback Tschechiens?

Václav: Für uns war es das Lied, das uns überzeugt hat.

Marta: Und klar, der Eurovision Song Contest selbst auch. Wobei ich sagen muss: In Tschechien weiß das keiner so richtig, dass wir beim ESC dabei sind.

Weshalb denn nicht?

Marta: Weil der Contest nicht sehr populär war. Und immer noch nicht ist. Meinen Fans habe ich via Facebook überhaupt erst erklären müssen, warum ich jetzt in Wien bin.

Václav: Niemand hat das auf dem Zettel, aber es soll jetzt im Fernsehen einen Werbeclip geben.

Liegt dies nicht vielleicht auch daran, dass Tschechien dreimal teilgenommen hat und immer sehr schlecht abschnitt?

Marta: Leider ist das so. Die Lieder waren vielleicht nicht geeignet, beim Contest Erfolg zu haben. Europa konnte Gipsy.cz, denke ich, nicht gut verstehen.

Václav: Ich vermute, dass deshalb der Contest bei uns nicht so populär ist.

Nun steht ihr unter Druck, erstmals für Tschechien das Finale zu erreichen?

Václav: Das ist kein Druck. Aber wir wissen, dass es für den Contest in Tschechien wirklich gut wäre.

Marta: Wir tun unser Bestes. Unser Lied "Hope Never Dies" spricht ja auch für unseren Wunsch, es bis ins Finale zu bringen.

Wie würdet Ihr selbst Euer Lied beschreiben?

Martá: Eine typische Rockballade, die sich langsam aufbaut und bei wir beide die Spannung bis zum Ende des Songs halten müssen.

Václav: Wir sind mit unserem Lied, sagen wir mal, nicht so spektakulär. Aber es ein typisches Lied für eine Rockband, das wir singen. Wir hatten die Wahl zwischen zwei Liedern. Dieses ist nun von mir. Uns gefiel das am besten. Unsere Hoffnung stirbt nie.

Was ist das Besondere am Eurovision Song Contest?

Marta: Ich erzähle mal eine Geschichte: Ich habe ja zweimal am Bundesvision Song Contest teilgenommen. Bei beiden Malen kam ich dorthin zwei Tage vorher, und am Tag vorher fingen wir zu proben an - und traten rasch darauf auf. So einfach war das. Hier beim Contest ist alles viel länger angelegt.

Václav: Man kommt sehr lange Zeit vorher an …

Marta: … ich guckte auf meinen Zettel, auf dem für Wien alle Termine standen. Am 23. ist das Finale - und wir sollten schon zwölf Tage vorher da sein? Warum? Aber dann erlebten wir eine Professionalität, die am Flughafen bei der Ankunft beginnt, über die Mikro- und Lichtproben gehen, bis hin zum Transport. Es ist wahnsinnig kleinteilig in allem - aber …

Václav: … es muss so sein, damit es alles perfekt im Zeitplan bleibt und um die TV-Shows zu planen. Wir haben verstanden: Wenn ein Contest in so viele Länder übertragen wird, muss an so viel mehr gedacht werden als bei einer normalen TV-Show.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr

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