Stand: 06.02.12 09:40 Uhr

Treffen mit Grand-Prix-Legenden

von Patricia Batlle

Was ist schlimmer: Seinen lang ersehnten Star angeschlagen oder gar nicht zu sehen? Angeschlagen ist doch die bessere Variante, stellte sich Samstagabend in München beim jährlichen Treffen des ESC-Fanclubs OGAE heraus. Denn die mit Spannung erwartete Finnin Ami Aspelund, bekannt durch Hits wie "Fantasiaa", einer der Standardsongs auf jeder Eurovisionsparty, trat erkrankt auf die Bühne.

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Die Highlights aus München

Nach wenigen Stunden Aufenthalt in München war ihr die Stimme erkältungsbedingt abhanden gekommen. Ob die Temperaturen um die minus 15 Grad Schuld waren? Die Organisatoren um den langjährigen Clubpräsidenten Klaus Woryna entschieden sich zusammen mit der Künstlerin trotzdem für den Auftritt. Und die mehr als 200 angereisten Fans aus Deutschland und Ländern wie Frankreich, Österreich, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz sangen die Liedtexte mit, die Aspelund bei einem finnischen und einem schwedischen Best-of-Medley vortrug.

Zuvor hatte der belgische Sänger Jacques Zegers seine beliebte Komposition von 1984 in Luxemburg vorgetragen: "Avanti la vie". Es war das erste Mal seit 15 Jahren, dass der heutige Medienberater live auf einer Bühne auftrat. Mit seinem jazzig-loungigen Repertoire hat er aber bewiesen, dass seiner Stimme die lange Pause kaum geschadet hat.

Actionwirbel mit Alexandros Panayi und Nadine Beiler

Der Zyprer Sänger Alexandros Panayi singt mit Fans beim OGAE-Clubtreffen in München 2012 © NDR.de Fotograf: Patricia Batlle

Wirbelwind Alexandros Panayi brachte den Saal zum Siedepunkt und das Publikum zum Mitsingen zyprischer Hits.

Wie ein Wirbelwind fegte der zyprische musikalische Tausendsassa Alexandros Panayi über die Bühne. Der ESC-Routinier erzählte anhand seiner eigenen die Geschichte Zyperns beim Eurovision Song Contest. Zusammen mit seiner gewitzen Backgroundsängerin von 1995 ("Sti fotia"), Katerina  Christofidou, rockte er den Saal, lud die Fans zum Singen auf die Bühne ein und brachte die Stimmung zum Sieden. Nadine Beiler, Österreichs Vorjahresrepräsentantin setzte dem Ganzen mit ihrer Ballade "The Secret Is Love", einem neuen eigenen Song, und dem ESC-Smashhit "My Number One" von Helena Paparizou das I-Tüpfelchen auf.

Sternstunde mit Legende Christian Bruhn

Komponistenlegende Christian Bruhn (l.) im Gespräch Reinhard Ehret beim OGAE-Clubtreffen in München 2012 © NDR Fotograf: Patricia Batlle

Der legendäre Komponist und Texter Christian Bruhn ("Wunder gibt es immer wieder") plauderte aus dem Nähkästchen.

Das unterhaltsamste und freudigste Wiedersehen war der Besuch einer Legende der deutschen Unterhaltungsmusik. Der heute 77-jährige Komponist und Texter Christian Bruhn macht nicht nur seit seinem vierten Lebensjahr Musik. Er ist der geistige Vater von Melodien oder Texten von "Heidi", "Zwei Kleine Italiener", "Marmor Stein und Eisen bricht" und war kurz in dritter Ehe mit Katja Ebstein verheiratet, für die er "Wunder gibt es immer wieder" schrieb. Im Gespräch mit Reinhard Ehret vom OGAE plauderte Bruhn aus dem Nähkästchen - eine Sternstunde der Unterhaltung, die man gerne im Fernsehen gesehen hätte.

Roman Lob wird das Rennen machen

Unter den Gästen des Publikums war auch Clemens Dreyer, Co-Autor des Buches "Ein bisschen Wahnsinn". Er drückte das aus, was viele Fans derzeit über den deutschen Vorentscheid "USFB" denken. "Ich finde das Prinzip mit der Blitztabelle schade, weil es jetzt kaum eine Motivation gibt, jedes Mal einzuschalten. Ich bin mir nämlich relativ sicher, dass Roman Lob das Rennen machen wird." Ob Dreyer nach Baku fährt, ist ungewiss. Eine Umfrage unter den Anwesenden ergab aber, dass die Mehrheit fest vorhat, nach Aserbaidschan zu reisen.

Dorthin fahren möchte auf jeden Fall Clubpräsident Woryna, der in Erinnerungen vom Vorjahr schwelgte: "Die technische Show in Deutschland in Düsseldorf war sagenhaft. Die war unerreicht und hat selbst den 2000er Grand Prix in Stockholm in den Schatten gestellt. Die Halle, die Stimmung, das war ungemein beeindruckend, ebenso das Bühnenbild mit den LEDs. In Aserbaidschan wird man mit Sicherheit noch sehr viel mehr Geld ausgeben, um einfach etwas Vergleichbares auf die Beine zu stellen."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 26.05.2012 | 21:00 Uhr