The Humans auf der Bühne in Lissabon. © eurovision.tv Fotograf: Andres Putting
Stand: 11.05.18 15:08 Uhr

The Humans wecken Erinnerungen an die 80er

Zum einjährigen Bandbestehen machen sich The Humans selbst ihr größtes Geschenk: Sie gewinnen den rumänischen Vorentscheid Selecția Națională mit den Stimmen der Televoter und übertrumpfen die im Vorfeld hochgehandelte Favoritin Feli. Rumänien macht dieses Jahr von sich Reden, mit Filmen bei der Berlinale oder mit Literatur auf der Leipziger Buchmesse. Die Musik hat es allerdings noch nicht so weit in den europäischen Fokus geschafft - und es bleibt abzuwarten, ob die sechsköpfige Gruppe aus Bukarest mit dem Titel "Goodbye" das große Finale beim Eurovision Song Contest in Portugal erreicht.

The Humans mit "Goodbye" auf der Bühne in Lissabon. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Rumänien: The Humans - "Goodbye"

Eurovision Song Contest -

Die Band gibt es erst seit einem Jahr und schon schickt Rumänien sie zum ESC. The Humans singen im zweiten Halbfinale "Goodbye", einen Song über die Gleichheit der Menschen.

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2017 gründen Adrian Tetrade (Schlagzeug), Alin Neagoe (Bass), Alexandru Matei (Keyboard) und Cristina Caramarcu (Gesang) die Gruppe The Humans. Die vier Musiker kennen sich gut und sind befreundet, denn sie waren etliche Jahre lang Mitglieder einer anderen bekannten rumänischen Band - JukeBox. Schließlich komplettiert Alexandru Cismaru (Gitarre) das neue Projekt, das sich nicht nur als Versuch versteht. Eine gute Chemie schweiße The Humans zusammen, mit einer gemeinsamen Vorliebe für Funk-Pop-Rock, sagt die Band über sich selbst.

Erst Ausbildung, dann Musik

Frontfrau der Band ist Sängerin Cristina Caramarcu, sie kommt aus einem musikalischen Elternhaus in Tecuci. Zunächst will sie Turnerin werden, schließlich Polizistin. Weil sie wegen ihrer Kurzsichtigkeit keine Chance hat, die Aufnahmeprüfung an der Polizeiakademie zu bestehen, beginnt sie ein Studium der Psychologie. Nach ihrem Abschluss arbeitet sie zunächst für eine italienische Telekommunikationsfirma. Doch statt auf der Karriereleiter nach oben zu klettern, wirft die junge Frau hin und nimmt Gesangsstunden. 2012 nimmt sie an "Voice of Romania" teil, mit nur mäßigem Erfolg - und entscheidet sich noch härter zu arbeiten.

The Humans

Mitwirkende: Cristina Caramarcu, Adrian Tetrade, Alin Neagoe, Alexandru Matei, Alexandru Cismaru, Corina Matei
Wohnort: Bukarest

Kontakt:
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Ihre männlichen Kollegen machen weniger Umwege, sie sind noch viel früher von der Musik infiziert. Adrian Tretrade bekommt schon mit drei Jahren sein erstes Schlagzeug, besucht das Musikgymnasium in Cluj und studiert später an der Jazzakademie in Budapest. Alexandru Matei und Alexandru Cismaru absolvieren eine Ausbildung an der staatlichen Musikakademie in Jassy, der zweitgrößten Stadt Rumäniens. Und Alin Naegoe ist Mitbegründer der Band Supermarket, mit der er zahlreiche nationale Preise gewinnt. Beim ESC gesellt sich noch die Cellistin Corina Matei zum Quintett, sie stammt aus Bulgarien und kommt im Alter von zehn Jahren nach Rumänien - und beginnt Cello zu spielen.

Cristina Caramarcu ist das Gesicht der Band

Die 33-jährige Cristina Caramarcu ist zweifellos das Aushängeschild von The Humans - und das nicht nur optisch. Ihre Stimme besitzt durchaus Kraft. Aus ihrer Feder stammt auch der Text zum Popsong "Goodbye". Die Musik haben Alexandru Matei und Alin Neagoe komponiert. Der Sound erinnert stark an die 1980er-Jahre. Da das Intro sehr lange dauert, springt allerdings der Funke beim Hörer erst spät über.

Teilnehmer

Eine Supergroup mit ganz viel Gefühl

Song über die Gleichheit der Menschen

Wenn sie sich ein Beispiel an ihrem Lieblingskünstler Michael Jackson genommen hätten, könnten sie die ESC-Fans durchaus mitreißen. Dafür braucht es nicht mal außergewöhnliche Moves. Bewegen wollen The Humans trotzdem, ihnen gehe es darum, ihre Gefühle und Werte mit Menschen zu teilen. Deshalb bleibt noch die Hoffnung, mit der Botschaft des Songs zu punkten: "'Goodbye' ist ein Manifest, in dem viele Trost finden", so die Band. Jeder solle seinen Traum verwirklichen dürfen, unabhängig von Herkunft und sozialem Status.  

Dieses Thema im Programm:

ONE | 10.05.2018 | 21:00 Uhr