Stand: 08.05.2016 12:54 Uhr  | Archiv

ESC-Ikone Carola: "Die Traditionen sollten spürbar werden"

Sängerin Carola gibt ein Interview bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Goodevening Europe" im Abba Museum in Stockholm.
Die ESC-Ikone Carola ist nicht nur in Schweden eine bedeutende Popsängerin und Mediengestalt. Besonders beliebt ist die 49-Jährige auch in Norwegen.

Im Abba-Museum ist sie einer der Ehrengäste, als dort die ESC-Jubiläums-Ausstellung "Good Evening Europe" am Samstag eröffnet wird: Carola Häggkvist, 1983 mit "Främling" Dritte beim ESC in München geworden, war damals 16 Jahre jung, ein Teenagerwunder in Schweden. Weitere vier Mal nahm sie noch an der schwedischen Vorentscheidung teil, 1990, 1991, 2006 und 2008. Mit dem Titel "Fångad av en stormvind" gewann sie 1991 den ESC. Hier in Stockholm sieht die Öffentlichkeit Carola, 49 Jahre, mit einem extensiongestärkten Haargebirge über heftig neonpinkem Kleid.

Sie kennen die Entwicklung des ESC seit 1983: Was ist der Unterschied zwischen heute und gestern?

Carola: Ich finde, heutzutage klingt vieles wie aus den Charts. Es sind viel mehr Hits dabei, die auch im Radio gespielt werden. Das war vor 33 Jahren noch anders, als ich in München "Främling" sang. Oh, ich war so jung - der dritte Platz hat mich wahnsinnig gefreut.

Sängerin Carola gibt ein Interview bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Goodevening Europe" im Abba Museum in Stockholm.
Carola erklärt Jan Feddersen im Abba-Museum, dass sie die ethnischen Besonderheiten der ESC-Lieder mittlerweile vermisst.

Ist es gut, dass es heutzutage größer geworden ist?

Es ist moderner geworden, ganz anders als früher. Das ist eine feine Sache. Aber ich wünsche mir, dass gewisse ethnische Besonderheiten der Länder wieder stärker herauszuhören sind, also die verschiedenen Nationalitäten. Dass ihre Traditionen auch in der Musik spürbar werden. So oder so: Man sollte offen bleiben für alles Neue, solange es Lieder sind, die Menschen miteinander verbinden.

Eine Nachfrage zum Ethnischen: Was war denn Schwedisch bei "Främling": Der Titel klang nach Pop - ohne, dass das Skandinavische besonders erkennbar war, oder?

[Carola stimmt "Främling" an, zuerst auf Schwedisch, dann auf Deutsch. Anm. d. Red.] Wissen Sie, ich bin nicht mehr so textsicher, aber ich freute mich, eine deutsche Version aufnehmen zu können. Zu Ihrer Frage: "Främling" hatte eine gewisse Melancholie des Nordens - und zugleich die Fröhlichkeit, die es bei uns ja auch gibt. Eine Art Zuversicht in den Tönen, die nicht ganz frei von Schwermut ist. Das war sozusagen Schwedisch an diesem Lied.

Würden Sie, nach fünf Malen, abermals am ESC-Vorentscheid teilnehmen?

Warum nicht? Es müssten die Komposition und der Text stimmen.

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2016 | 21:00 Uhr

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