Stand: 03.02.20 12:19 Uhr

Sandro: "Punkte aus Deutschland würden die Welt bedeuten"

Der zyprische ESC-Teilnehmer Sandro für Rotterdam 2020 © CyBC Foto: Andreas Anastasiou

Der in Nordrhein-Westfalen geborene Sandro ist Zyperns Kandidat für den ESC 2020.

Zwei Jahre in Folge hat Zypern Sängerinnen mit Dancesongs zum Eurovision Song Contest geschickt und beide Male das Finale erreicht. Für die Show 2020 in Rotterdam wählte das zyprische Fernsehen den deutsch-griechischen Sänger Alessandro Rütten, alias Sandro. Der 23-jährige nahm 2015 an der Castingshow "Das Supertalent" teil, 2018 bei "The Voice of Germany". Nun wird Sandro beim ESC 2020 in Rotterdam im ersten Halbfinale für Zypern auftreten.

Sandro, du bist in Heinsberg bei Mönchengladbach geboren, lebst du da heute auch noch?

Sandro: Richtig, das ist meine Heimatstadt und da lebe ich auch momentan noch.

Wie kam es dazu, dass du als deutscher Künstler jetzt für Zypern antrittst?

Sandro: Ich war nach "The Voice" 2019 Teilnehmer bei einem Festival in Russland. Dort war ich im Finale und das war natürlich eine Riesenbühne. Da wurde ich von jemandem aus Athen gescoutet, der mich dann den Zyprern vorgeschlagen hat. Und ab da ging alles sehr schnell. Ich wurde dann angeschrieben, bekam einen Anruf und wurde gefragt, ob ich nicht Bock hätte, Zypern beim ESC 2020 zu vertreten.

Herzlichen Glückwunsch noch einmal dazu! Hast du denn griechische oder zyprische Wurzeln?

Sandro: Meine Oma und mein Opa sind Griechen. Sie sind früh nach Deutschland gekommen. Meine Mutter ist hier geboren, mein Vater ist Deutscher. Das heißt, ich bin Halbgrieche und kann schon mehr oder weniger Griechisch sprechen - allerdings nur Smalltalk halten.

Der zyprische ESC-Teilnehmer Sandro © CyBC Foto: Andreas Anastasiou

Deutschland könnte Sandro sehr glücklich machen - mit Punkten im ersten Halbfinale für Zypern.

Hoffst du denn auf besonders viele Punkte aus Deutschland?

Sandro: Ja! Gerade aus der eigenen Heimat, aus dem eigenen Land Punkte zu bekommen, wäre natürlich unglaublich toll. Ich bin Deutscher, ich bin sehr sehr stolz darauf, Deutscher zu sein. Und da würde es mir die Welt bedeuten, von meinem Heimatland Punkte zu bekommen. Ganz klar!

Hast du eine bestimmte Beziehung zum ESC oder nimmst du den Auftritt mit, weil er eine spannende Option ist?

Sandro: Ich habe den ESC ein-, zweimal verfolgt. Ich bin kein großer Fernsehgucker, aber ich habe jetzt über die vergangenen Wochen und Monate sehr viel über den ESC gelernt und weiß natürlich jetzt auch sehr viel mehr darüber. Dementsprechend freue ich mich riesig darauf!

Auf deinem Instagram-Account habe ich gesehen, dass du Eleni Foureira getroffen hast, Zyperns Kandidatin von 2018. Für Fans ist sie natürlich eine Symbolfigur. Bist du auch ein Fan von ihr?

Sandro: Definitiv. Ich fand die Performance herausragend und vor ein paar Wochen war ich in Athen und durfte sie treffen. Wir haben zusammen gegessen, über Gott und die Welt geredet und sie ist eine unglaublich nette, sehr hilfsbereite Person. Es war eine tolle Erfahrung, sie kennenzulernen.

Für dich geht es jetzt an die nächsten Schritte: den Song auswählen. Man liest, du hättest die Auswahl aus drei Titeln. Hat sich das entwickelt?

Sandro: Ja, es sieht so aus, dass es noch zwei potenzielle Songs für den ESC 2020 sind. Beide Songs sind wirklich toll und gefallen mir - ich bin sehr gespannt, welcher es am Ende wird.

Punkt zwei: Die zyprischen Beiträge haben immer eine tolle Choreografie. Hast du da auch Bock darauf?

Sandro: Ich bin jemand, der sehr offen für alles ist. Ich mache Musik, die ehrlich ist und so soll im besten Falle auch das Staging sein. Mir ist sehr wichtig, dass es so authentisch wie möglich bleibt, dass ich wahre Emotionen und Ehrlichkeit transportieren kann. Ich freu mich auf das Konzept, auf alles was noch kommt. Ich bin schon wirklich aufgeregt und kann es kaum erwarten.

2.000 Journalisten, Tausende Fans - hast du schon eine Ahnung, was da in Rotterdam auf dich zukommen wird?

Sandro: Tatsächlich nicht. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie das sein wird und wie ich darauf reagieren werde. Eines kann ich aber schon sagen: Ich freu mich riesig darauf, es ist etwas ganz Tolles und Besonderes. Ich versuche, jeden Moment und jedes Interview dort zu genießen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute in Rotterdam!

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 25.01.2020 | 19:05 Uhr