Fans jubeln im Publikum beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv. © EBU Foto: Andres Putting

Neue Votingregeln für den ESC

Stand: 22.11.2022 13:19 Uhr

Vom kommenden Eurovision Song Contest in Liverpool an entscheidet nur das Televoting, wer ins ESC-Finale einzieht. Außerdem können nun auch Fans abstimmen, deren Länder nicht am ESC teilnehmen.

Möglich gemacht werden soll das laut Europäischer Rundfunkunion (EBU) durch eine kostenpflichtige Online-Abstimmung. Diese soll nur Ländern möglich sein, die keinen Act zum ESC schicken. Dieses Onlinevoting wird dann zusammenaddiert in der Sendung bekannt gegeben und zählt so viel wie das Voting eines Teilnehmerlandes. Länder wie Deutschland, die am ESC teilnehmen, können nach wie vor per Televote und SMS ihre Stimme abgeben. Dieses Onlinevoting soll es in den Halbfinalshows und im Finale geben. Schon beim Junior ESC 2017 etablierte die Europäische Rundfunkunion (EBU) erstmals ein Onlinevoting, dort allerdings können auch alle Teilnehmerländer online abstimmen.

Jury wird in ESC-Halbfinalshows abgeschafft

In den Halbfinalshows soll außerdem von jetzt an nur noch das Televoting darüber entscheiden, welche Acts ins Finale einziehen - zehn aus dem ersten und zehn aus dem zweiten Halbfinale. Zum letzten Mal war das beim ESC 2007 in Helsinki der Fall.

"In seiner 67-jährigen Geschichte hat sich der Eurovision Song Contest ständig weiterentwickelt, um relevant und spannend zu bleiben. Diese Änderungen würdigen die immense Popularität der Show, indem sie dem Publikum des größten Live-Musik-Events der Welt mehr Macht verleihen." Martin Österdahl, Executive Producer des ESC

In der Finalshow allerdings soll ein Juryvotum weiterhin zu 50 Prozent zählen. Bislang entschied die Jury zur Hälfte auch in den Halbfinals - auf Basis einer Show, die schon am Vorabend der TV-Show ausgerichtet wird. Auch weiterhin werden sich Juroren diese Show ansehen. Ihre Stimmen zählen aber nur, sollte kein gültiges Televotingergebnis zustande kommen.

Ungegelmäßigkeiten beim Juryvoting 2022

Beim ESC 2022 in Turin hatte die EBU Unregelmäßigkeiten beim Juryvoting im zweiten Halbfinale festgestellt. Sechs Länder sollen sich untereinander abgesprochen haben, ihre Acts gegenseitig hoch zu bewerten. Die EBU hat daraufhin diese Stimmen nicht gewertet und durch berechnete Punkte ersetzt. Die Rundfunkanstalten dieser Länder - Aserbaidschan, San Marino, Polen, Georgien, Rumänien und Montenegro - haben die Vorwürfe von sich gewiesen. Fünf dieser sechs Länder sind auch beim ESC 2023 in Liverpool dabei - lediglich Montenegro sagte aus finanziellen Gründen ab.

Die Halbfinale finden am 9. und 11. Mai 2023 statt, das ESC-Finale am 13. Mai.

Weitere Informationen
Martin Österdahl vergibt für Aserbaidschan die Punkte beim Eurovision Song Contest 2022. © EBU Foto: Screenshot

Votingunregelmäßigkeiten beim ESC-Juryvote - Länder wehren sich

Sechs Länder sollen sich im zweiten Halbfinale gegenseitig Punkte zugeschoben haben. Die EBU hat ihre Votes daraufhin annulliert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 26.11.2022 | 19:05 Uhr

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