Stand: 12.03.14 19:43 Uhr

Heiße Feuerbälle und charmante Sprüche

Ein großes Schiff hat in der Arena festgemacht. Es soll die Gruppe Santiano von Köln nach Kopenhagen bringen. In dieser gediegen-holzigen Kulisse singen die vier Mitgieder der "ältesten Boygroup der Welt" ihren Song "The Fiddler On The Deck", mit dem sie das Ticket nach Dänemark lösen wollen. Bei ihrem Test am zweiten Probentag stehen die Männer noch etwas statisch in dem maritimen Bauwerk. "Aber wir werden hier von einem professionellen Team unterstützt", sagt Santiano-Sänger Björn. "Alle geben sich Mühe, wir auch!" Eine schaukelnde Kamera wird die Bewegung von Wellen auf hoher See simulieren und in die Wohnzimmer transportieren.

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Ein Schiff segelt auf die ESC-Bühne

In der Arena sind sechs Kilometer Videokabel verlegt, acht Kilometer Audiokabel und fünf Kilometer Glasfaserkabel. Insgesamt 13 Kameras filmen auch die Probe von The Baseballs. Den drei Vollblutmusikern in Lederjacken merkt man an, dass sie die Bühne lieben. Sehr professionell ziehen sie die Probe ihrer beiden Rock'n'Roll-Songs durch. Höhepunkt ist das Finale "Mo Hotta Mo Betta", bei dem plötzlich das Klavier in Flammen aufgeht. Mit Charme versuchen Sam, Basti und Digger erst mit der Kamera zu flirten und dann mit Barbara Schöneberger. Bei einer Pressekonferenz im Greenroom stellt die Moderatorin der Show alle acht Teilnehmer vor. Die plumpen Komplimente der Baseballs über ihr jugendliches Aussehen bringen sie dabei genauso wenig aus der Fassung wie die einsilbigen Statements von MarieMarie. Auf Wunsch der Prinz-Blogger stimmt sie spontan einen Eurovisions-Klassiker an: "Hold Me Now" von Johnny Logan (ESC 1987). "Ich weiß gar nicht, warum gerade den Song", sagt sie hinterher atemlos. "Der ist mir zuerst eingefallen."

Wie erwartet, steht die Bühne bei der Probe von Unheilig voller Kerzen. Das ist bei der Band gute alte Tradition. Aber für die Performance von "Als wär's das erste Mal" rüstet der Graf pyrotechnisch auf. Am Ende des Songs rieseln Leuchtkugeln von der Decke. Beim Test kommen die heißen Feuerbälle dem Kopf des Grafen bedrohlich nah, sodass die Pyrotraverse höher gezogen werden muss. Das Ganze wirkt sehr spektakulär. Kein Wunder, der Graf hat den Pyrodesigner von Rammstein engagiert. Heute gibt es auch zum ersten Mal den zweiten Song von Unheilig zu hören. "Wir sind alle wie eins" hat die Band extra für den Eurovision Song Contest komponiert. Mit ihrer "Ein bisschen Frieden"-Botschaft passt die Nummer gut in die Zeit.

Als Letzte aus dem Teilnehmerfeld der Vorentscheidung betritt Oceana die Bühne. Ihr merkt man an, dass sie das Rampenlicht kennt. Selbstsicher posiert die Sängerin in den Pausen vor den Fotografen. "Klar trete ich viel auf", verrät sie. "Aber die Show morgen ist live, da kann immer was passieren."  Während viele andere Teilnehmer statisch auf einem Punkt verharren, bewegt sich  Oceana leopardenhaft über die Bühne. Ganz klar, nichts kann sie aus der Fassung bringen. Ihre souligen Songs "Thank you" und "All right" bringen internationales Flair auf die Bühne. "Sie strahlt Lebensfreude aus", schwärmt ESC-Kommentator Peter Urban, der ebenfalls die Proben für "Unser Song für Dänemark" verfolgt. Auf einen Favoriten will er sich aber nicht festlegen. Er vertraut auf die Weisheit des TV-Publikums.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 13.03.2014 | 20:15 Uhr