Stand: 06.03.17 09:26 Uhr

Ilinca feat. Alex Florea jodeln für Rumänien

Die rumänischen ESC-Kandidaten Ilinca und Alex Florea © TVR

Rappen und jodeln sich erfolgreich durch den rumänischen Vorentscheid: Ilinca feat. Alex Florea

Ilinca feat. Alex Florea werden mit dem Titel "Yodel It!" beim Eurovision Song Contest in Kiew für Rumänien an den Start gehen. Dass das rumänische Fernsehen TVR in diesem Jahr überhaupt wieder an dem Wettbewerb teilnehmen kann, grenzt fast an ein Wunder: Knapp 145 Millionen Euro Schulden hatte der Sender in den letzten zehn Jahren angehäuft - auch gegenüber der EBU, die 2016 den massiven Beitragsrückstand mit einer Eurovisions-Zwangspause quittierte. Im gleichen Zeitraum war der Marktanteil des Senders von 22 auf 3,4 Prozent zurückgegangen, weil kein Geld vorhanden war, um in attraktive Programme zu investieren. Einzige Ausnahme: Die Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest, die auch 2017 so fröhlich gefeiert wurde, als hätte es die bittere Disqualifikation von Ovidiu Anton im Vorjahr gar nicht gegeben.

Rap-Jodel-Crossover gewinnt haushoch

Dank professioneller Bildregie und Lichttechnik wurden die fehlenden finanziellen Mittel mehr als kompensiert und im Studio eine schöne Livekonzert-Atmosphäre geschaffen. Eine fünfköpfige Jury - unter anderem besetzt mit Luminiţa Anghel (2005 in Kiew), Paula Seling & Ovi (2010 in Oslo und 2014 in Kopenhagen) - hatte im Halbfinale aus 15 Beiträgen die zehn Finalisten herausgepickt, aus denen wie im Vorjahr alleine die Zuschauer den Beitrag für Kiew wählen durften. Die hatten dazu eine geschlagene Stunde Zeit, die mit Gastauftritten der diesjährigen ESC-Teilnehmer Timebelle (Schweiz), SunStroke Project (Moldau) und Manel Navarro (Spanien) sowie mit einem Konzert der Abba-Tribute-Band Arrival verkürzt wurde. In einem insgesamt glanzlosen Feld holte das Rap-Jodel-Crossover "Yodel It!" von Ilinca feat. Alex Florea mit fast doppelt so vielen Stimmen wie der zweitplatzierte Mihai (2006 in Athen) wenig überraschend den Sieg. Der Titel dürfte ESC-Zuschauern und Juroren schon wegen seiner Bizarrheit in Erinnerung bleiben.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Eurovision Song Contest | 11.05.2017 | 21:00 Uhr