Stand: 24.05.15 12:55 Uhr

Reaktionen auf die "Schwedenbombe"

Conchita und Måns Zelmerlöw im Goldregen auf der Showbühne. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Wurde nicht nur seiner Favoritenrolle gerecht: Måns Zelmerlöw präsentierte sich auch als würdiger Nachfolger von Vorjahressiegerin Conchita Wurst.

Er war der große Favorit, die Buchmacher und Fans setzten auf ihn - und er lieferte: Der Schwede Måns Zelmerlöw setzte sich beim ESC-Finale in Wien die Krone auf. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit Russlands Kandidatin Polina Gagarina überzeugte der smarte Sänger im Freizeitlook schließlich die Welt mit einer souveränen Bühnenshow und punktete mit seiner sympathischen Art. "Ich bin jetzt die Schwedenbombe", sagte er im Anschluss der Show bei der Pressekonferenz. Eine augenzwinkende Anspielung auf die österreichische Bezeichnung für einen Schokokuss.
Die deutschen Medien kommentierten den klaren Sieg des Schweden ebenso wie das desaströse Ergebnis der deutschen Kandidatin Ann Sophie.

Reaktionen auf den Sieg von Måns Zelmerlöw

  • faz.net: "Zelmerlöw jedenfalls erwies sich als würdiger Nachfolger der 'Queen of Austria', die nicht müde wird zu wiederholen, dass jeder Respekt verdiene. Und so stürmte der Schwede nach seinem Sieg in einem dichten Goldglitter-Regen abermals die Bühne, brüllte sich unterwegs schnell noch die Anspannung aus dem Leib, um Conchita Wurst glücklich um den Hals zu fallen. Dann bedankte er sich artig und fügte hinzu: 'Ich möchte nur sagen, wir sind alle Helden, egal wen wir lieben, wer wir sind oder was wir glauben.' Das war eine Botschaft, die verstanden wurde und die bei allen gut ankam."

  • Spiegel Online: "Bei seinem Auftritt wurde der schwedische Sänger in den glänzenden Lederhosen begleitet von animierten Strichmännchen und legte so eine der originellsten Nummern des Abends hin - es umgab ihn durch diese Unterhaltungshilfe aber ein Hauch ungleichen Wettbewerbs."

  • welt.de: "Måns Zelmerlöw nahm das Gewinnerdasein souverän an, beinahe als selbstverständlich, er wirkte eine Stunde nach der Show ruhig und abgeklärt. (...) Sein Credo, dass wir nach seinem Songtitel 'Heroes' alle Helden seien, die stolz auf sich sein können, hatte er schon in der Halle ausgerufen, nun wiederholte er das. Mission accomplished. Immerhin wusste der 28-jährige Zelmerlöw gleich, wie man in Österreich einen Schokokuss aus Zuckerschaum nennt, nämlich 'Schwedenbombe', und er konnte das Wort auch grinsend unfallfrei aussprechen."

  • morgenpost.de: "Wie kein zweites hatte das Team um Zelmerlöw es verstanden, dass beim ESC weniger das Publikum in der Halle zu bespaßen ist als vielmehr das vor den Fernsehschirmen. Und so wurden nicht die üblichen Backgroundtänzerinnen und Maskeraden aufgefahren. Stattdessen tanzte Zelmerlöw vor einer Videoleinwand, wo er mit niedlich animierten Strichfiguren seine Späße trieb, nach Belieben gezeichnete Sterne in die Luft warf oder sich plötzlich Schmetterlingsflügel wachsen ließ. Und die Kamera nahm es bildschirmfüllend ins Bild."

  • Spiegel Online: "Eindrucksvoller als das Lied des Schweden war dessen Bühnenshow: Der 28-Jährige kommunizierte pantomimisch mit einem niedlichen, weißen Strichmännchen. Eine Idee, die so wunderbar funktionierte, dass sie zu einem der ganz wenigen emotionalen Momente der Show wurde - und das Publikum verzauberte."

  • süddeutsche.de: " 'Heroes', wem 'Heroes' gebührt. Verdient, aber wenig überraschend. Von der Moderation über die Show bis hin zu den Songs: Die großen Momente fehlten leider."

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Unerwartet schlechte Platzierung für Deutschland

Ann Sophie auf der ESC Bühne in Wien. © Rolf Klatt / NDR Fotograf: Rolf Klatt

Null Punkte: Für Ann Sophie endete das ESC-Finale in Wien überraschend auf dem letzten Platz.

Deutschlands Kandidatin Ann Sophie wurden zwar im Vorfeld keine Chancen auf das Gewinnerfeld ausgerechnet, doch dass ihr Auftritt zum Fiasko geraten würde, damit hatte dennoch niemand gerechnet. Die Sängerin ging trotz eines guten Auftritts mit null Punkten nach Hause. "Natürlich bin ich traurig über das Ergebnis. Da lässt sich auch nichts schönreden. Ich kann das gerade nicht nachvollziehen", sagte die enttäuschte Künstlerin nach der Show. ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber zeigte sich auch enttäuscht. "Wir werden jetzt genau überlegen, wie wir uns auf den ESC 2016 vorbereiten.“

Reaktionen auf Ergebnis für Ann Sophie

  • welt.de: "Null Punkte. Zero Points. Überhaupt nix. Keinen Anstandspunkt. Kein Ausnahme-von-der-Regel-Punkt. Nicht mal einen Mitleidspunkt. Ein Desaster. Und dabei eigentlich unvorhersehbar. Denn sooo schlecht waren weder das Lied 'Black Smoke' noch die Sängerin Ann Sophie. Der Auftritt auf dem Startplatz 17 war gut, es gab keinen Patzer, Ann Sophie hat alles gegeben. Und doch eine Nullnummer."

  • tagesspiegel.de: "Wer sich jetzt weinend in den Keller verkriecht und denkt, dass es das noch nicht gegeben hat - doch, hat es. 1964 und 1965 war irgendwie auch der Wurm drin. (...) Vielleicht sollten wir einfach mal ein ESC-Praktikum bei den Schweden machen, die haben es schließlich drauf."

  • morgenpost.de: "Im Gegensatz zum deutschen Vorentscheid hatte Ann Sophie sich für eine Show mit sehr sparsamen Körpereinsatz entschieden. Sie trug einen hautengen Lederanzug, der wilde Bewegungen auch nur schwer verziehen hätte. Doch ihre drei Minuten, dargeboten auf Rang 17 des Wettbewerbs, verblassten schnell angesichts anderer Höhe- und Tiefpunkte. (...) Die Nullbilanz für die Hamburgerin Ann Sophie, die sie sich mit den 'Makemakes' aus Österreich teilt, ist sicher eine allzu herbe Strafe (...)"

  • Spiegel Online: "Der Sieg des Strichmännchens (die Bühnenshow des Siegers Måns Zelmerlöw; Anm.d.Red,) ist aufschlussreich. Er zeigt: Der eigentliche Verlierer des Abends ist nicht Deutschland, ist nicht Ann Sophie. Es ist der Wettbewerb selber. Zumindest dessen musikalischer Teil. Der ESC hat sich mit der diesjährigen Ausgabe vollends zu einer Veranstaltung gemausert, deren eigentlicher Gewinner auf der einen Seite die Bühnentechnik ist - und auf der anderen die Tourismuswerbung."

  • bild.de: "Kopf hoch, liebe Ann Sophie! Die Hamburgerin lieferte eine gute Leistung ab, sang toll und konnte auch optisch absolut mit den Hammerfrauen des ESC mithalten."

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr