Stand: 10.02.2017 01:50 Uhr  | Archiv

Levina macht den ESC-Vorentscheid great again

Die Suche nach dem perfekten Song

In der zweiten Runde gilt es dann, sich langsam auf die Suche nach einem passenden ESC-Song zu machen. Als Erstes ist der Song "Wildfire" dran, den die drei verbliebenen Kandidaten in ihrer persönlichen Version präsentieren. Den Titel haben die Norwegerin Marit Larsen, der Brite Greg Holden und der US-Amerikaner Tofer Brown zusammen geschrieben. Es ist ein Song darüber, dass es zum Leben gehört, auch mal zu kämpfen. Und das gilt schließlich auch für die Vorentscheid-Kandidaten.

Die Jury von Unser Song 2017 für den Eurovision Song Contest: Lena, Tim Bendzko, Florian Silbereisen und Barbara Schöneberger © Brainpool / Willi Weber Foto: Willi Weber
Mit "Wildfire" überzeugt Levina die Jury am meisten. Das Publikum belohnt die 25-Jährige mit Standing Ovations.

Helene macht wieder den Anfang und sie kämpft tatsächlich - auf ihre Weise. Auch in dieser Runde sitzt bei der norddeutschen Nachwuchsmusikerin zwar nicht jeder Ton, aber energiegeladen ist der Auftritt in jedem Fall. Passend zu ihrer positiven Erscheinung trägt sie eine eher fröhliche und energische Version des Stückes vor. Axels Version ist deutlich gesetzter und cooler. Souverän sitzt er auf einem Barhocker und singt. Viel Bewegung ist bei diesem Auftritt aber ebenfalls nicht dabei. Levina drückt dem Song ihren eigenen Stempel auf. Sie verleiht "Wildfire" einen fast schon glamourösen Touch. Für ihren Auftritt bekommt sie Standing Ovations. Wenn es nach Lena ginge, könnte der Showabend nach diesem Auftritt für beendet erklärt werden. "Ich bin sehr begeistert. Also für mich reicht's jetzt. Wir haben's", beschließt die ESC-Siegerin von 2010.

Beim europäischen Stimmungsbild hat dagegen immer noch Axel die Nase vorne, gefolgt von Levina und weit abgeschlagen Helene. Und so überrascht dann auch das Zuschauervoting nicht besonders: Die sympathische Helene ist raus, die stimmlich deutlich stärkeren Kandidaten Levina und Axel eine Runde weiter.

Axel gegen Levina

Doch da ist noch ein zweiter Song, der sich darum bewirbt, beim ESC 2017 gesungen zu werden. Die amerikanischen Songschreiber Lindy Robbins, Lindsey Ray und Dave Bassett sind für den Titel "Perfect Life" verantwortlich. Die Aussage des Liedes: Seinen Lebensweg findet man manchmal erst durch die Fehler, die man macht. Der Song passt zu Axel deutlich besser als "Wildfire". Das bescheinigt ihm nicht nur die Jury, sondern auch der Applaus des Publikums. Bei Levina trifft eher das Gegenteil zu. Sie singt zwar auch "Perfect Life" souverän, der andere Titel verursacht mit ihrer Stimme dann aber doch mehr Gänsehaut.

Die Jury ist am Ende der Runde unentschieden und genau so fällt auch die Einschätzung der europäischen Fans über die Eurovisions-App aus: Exakt 50 Prozent der Stimmen sehen Levina vorn, die anderen 50 Prozent Axel. Die Zuschauer dürfen nun entscheiden, welchen Song von welchem der beiden Kandidaten sie im Finale sehen. Das Publikum will Levina auf jeden Fall in Kiew sehen - die Nachwuchssängerin kommt sowohl mit "Wildfire" als auch mit "Perfect Life" in die Finalrunde. Damit steht schon vor Ende des Show-Abends fest: Levina gewinnt den Vorentscheid und vertritt Deutschland beim weltgrößten Musikwettbewerb.

Ein ungewöhnliches Finale

Im Finale "Levina gegen Levina" fällt der Spannungsbogen deshalb etwas ab. Sicher scheint zunächst, dass sie mit "Wildfire" antreten wird, weil der Song im Saal so gut ankam. Doch am Ende kommt es anders: Wieder entscheiden die Zuschauer und sie wollen, dass Levina mit "Perfect Life" beim ESC-Finale antritt - und liefern damit noch eine Überraschung zum Schluss.

Nicole, Conchita und Ruslana auf der Bühne beim ESC-Vorentscheid  "Unser Song 2017" © Willi Weber/ Brainpool Foto: Willi Weber
Drei ESC-Diven geben sich beim deutschen Vorentscheid die Ehre - und liefern einen ungewöhnlichen Auftritt.

Ungewöhnlich ist auch der Auftritt dreier ESC-Königinnen. Nicole, Ruslana und Conchita geben sich die Ehre und singen ein Medley aus den Gewinnersongs - allerdings tragen sie nicht ihren eigenen Erfolgstitel vor. So singt Ruslana "Euphoria", Conchita "Satellite" und Nicole "Merci Chérie". Weiterer prominenter Musik-Gast ist Matthias Schweighöfer: Er stellt seinen Song "Supermann und seine Frau" aus seinem Debütalbum vor. Und Juror Tim Bendzko ist in einer Doppelfunktion unterwegs. Er gibt nicht nur seine Meinung zu den Songs ab, er singt auch seinen Titel "Leichtsinn".

Und so geht eine ungewöhnliche Vorentscheid-Show mit einer verdienten Siegerin zu Ende. "Wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir dich gefunden haben. Was für ein Abend", fasst Moderatorin Barbara Schöneberger treffend zusammen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 09.02.2017 | 20:15 Uhr

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