Die isländische Band Hatari © RUV
Stand: 03.03.19 01:58 Uhr

Hatari fahren für Island nach Tel Aviv

Mit dem Industrial-Hammer "Hatrið mun sigra" (Hass wird siegen) hat die Band Hatari den isländischen Vorentscheid Söngvakeppnin für sich entschieden. Im Superfinale erlangten Einar Hrafn Stefánsson, Klemens Nikulásson Hannigan und Matthías Tryggvi Haraldsson vor Sänger Friðrik Ómar (2008 Mitglied des Duos Euroband) die Mehrheit der Zuschauerstimmen und dürfen nun ihr Land in Tel Aviv vertreten. Mit Hatari haben sich die Isländer für eine politisch engagierte und kapitalismuskritische Formation entschieden, die schon im Vorfeld in einem Interview erklärt hatte, sie werde bei einem Sieg ihren Auftritt zum Protest gegen die israelische Politik nutzen.

Der Sänger von Hatari bekommt eine Trophäe überreicht. © RUV/Hatari

Island: Hatari "Hatrið mun sigra"

Eurovision Song Contest

Das offizielle Musikvideo zum isländischen ESC-Act "Hatrið mun sigra". Die Metal-Band Hatari vertritt ihr Land 2019 in Tel Aviv.

3,67 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Aufforderung zum Ringkampf

Bereits Anfang Februar hatten Hatari dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu eine Challenge gestellt: Am 19. Mai möge er sich auf dem Magen-David-Platz in Tel Aviv zu einem isländischen Glíma-Ringkampf einfinden. Falls er gewinnen sollte, erhielte er die volle politische Gewalt über die südisländische Inselgemeinde Vestmannaeyjar - Hatari würden sich um die Zwangsumsiedlung der aktuellen Bewohner kümmern. Mit ihrer PR-Aktion treffen Hatari den Nerv vieler ihrer Landsleute: Im Mai 2018 hatten mehr als 16.500 Isländer eine Online-Petition unterzeichnet, dass ihr Land angesichts der politischen Situation nicht an einem Eurovision Song Contest in Israel teilnehmen solle.

Hatari

Mitglieder: Matthías Tryggvi Haraldsson, Klemens Nikulásson Hannigan,
Einar Hrafn Stefánsson
Gründung: 2015 in Reijkjavik, Island
Kontakt:
Facebook
YouTube
Homepage

Großartiger Vorentscheid

Ihren Söngvakeppnin wollten sich die Isländer dann aber doch nicht verderben lassen und so stellte der Sender RUV eine Show auf die Beine, die nicht nur mit alten Bekannten glänzte - neben Friðrik Ómar hatte auch Hera Björk einen neuen Anlauf genommen -, sondern auch im Pausenprogramm für unterhaltsame Überraschungen sorgte, als Ari Ólafsson gemeinsam mit den beiden Opernsängern Bergþór Pálsson und Gissur Páll Gissurarson "Grande amore" von Il Volo anstimmte. Zu den Stars des Abends zählten daneben Zyperns bestplatzierte ESC-Teilnehmerin Eleni Foureira und Islands bestplatzierte ESC-Teilnehmerin Yohanna. Die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass sie in Tel Aviv von Hatari abgelöst wird, sofern die Band nicht durch politische Aktionen für ihre Disqualifikation sorgt.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 15.05.2019 | 01:00 Uhr