Go-A vertreten die Ukraine beim Eurovision Song Contest in Rotterdam. © UAPBC Foto: Anastasiia Mantach
Stand: 10.03.21 10:55 Uhr

Go_A wollen den Frühling erwecken

Kurz nachdem der ESC 2020 Corona-bedingt abgesagt wurde, war klar: Der ukrainische Sender wollte an seinem Act Go_A für 2021 festhalten. Im vergangenen Jahr wäre die Band um Sängerin Kateryna Pawlenko mit "Solovey" ("Nachtigall") angetreten, einer Romeo-und-Julia-Geschichte über eine verbotene Liebesnacht. In diesem Jahr haben sie den Titel "Shum" ("Lärm") in ihrem ESC-Gepäck. Ende Januar veröffentlicht, war der Song schnell als ihr möglicher Beitrag für den ESC im Gespräch, was der zuständige Sender UA:PBC jedoch schnell dementierte - nur um ihn kurze Zeit später doch zu bestätigen. Nach eigener Aussage wollen Go_A mit "Shum" den Frühling erwecken und das Aufwachen aller Lebewesen nach dem Winter beschleunigen. Die im März neuveröffentlichte Version des Songs unterscheidet sich deutlich vom ursprünglich ausgewählten Lied. Die Ursprungsversion war für den ESC eine Minute zu lang und hatte zu viele Anleihen an traditionelle ukrainische Volkslieder, was beim ESC ebenfalls gegen die Regeln ist.

Go_A verbinden Folklore und Elektro-Pop

Die vier Bandmitglieder der ukrainische Gruppe Go_A sind dunkel gekleidet und schauen in die Kamera. © UAPBC

Go_A kommen aus Kiew und verbinden Ethno-Klänge mit elektronischer Musik.

Der Bandname Go_A bedeutet so viel wie "zurück zu den Wurzeln". Zur Gruppe gehören Sängerin Kateryna Pawlenko, Multinstrumentalist Taras Schewtschenko, Flötist Igor Didenschuk und Gitarrist John Hryhoryak. Die Folktronic-Band ist in Kiew beheimatet und besteht seit 2012, sie verbindet Ethno-Klänge mit elektronischer Musik. Die Mitglieder haben bereits in verschiedenen Genres Erfahrungen gesammelt - sei es im Hardrock oder im Rap. Darüber hinaus besitzen alle vier ein hohes Maß an Musikalität, allein Igor Didenschuk spielt mehr als 30 Instrumente. Dazu gehört unter anderem die Sopilka, eine Kernspaltflöte, die schon mit wenig Luft Töne erzeugen kann.

Schreigesang: Typisches Element osteuropäischer Volksmusik

Go-A mit Sängerin Kateryna Pawlenko vertreten die Ukraine beim Eurovision Song Contest in Rotterdam. © UAPBC Foto: Anastasiia Mantach

Selbstbewusst präsentiert Kateryna Pawlenko von Go_A den typisch osteuropäischen Schreigesang.

Flöten- und Zwitschertöne, rhythmische Trommelklänge, moderne Beats und der sogenannte weiße Gesang von Kateryna Pawlenko ergeben eine ungewöhnliche musikalische Mixtur. Der Schreigesang ist typisch für die Volksmusik in osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, Bulgarien oder Polen. 2019 fiel bereits die polnische Band Tulia in Tel Aviv damit auf, doch mit den ungewohnten - und für westeuropäische Ohren sogar anstrengenden - Tönen war für sie im Halbfinale Schluss.

Fans auch in Israel

Go_A

Mitglieder: Kateryna Pawlenko, Taras Schewtschenko, Igor Didenschuk, John Hryhoryak
Wohnort: Kiew, Ukraine
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Vier Jahre nach der Bandgründung veröffentlichen Go_A 2016 ihr Debütalbum "Go To The Sound". Im selben Jahr entscheiden sie den Wettbewerb "The Best Track in Ukraine" für sich. Ihre Musik findet besonders in den angrenzenden Nachbarländern Anklang - von Polen, über Weißrussland bis in die Slowakei. Hier schafft es ihr Titel "Vesnianka" im Frühjahr 2019 bis in die Top Ten der iTunes Dance-Charts. Aber auch in Israel ist der Name Go_A längst sehr bekannt.

Ukrainischer Sender UA:PBC hat Reglement geändert

Für die Ukraine geht es mit Go_A nicht nur namentlich zurück auf Anfang, auch was die Teilnahme am ESC betrifft, ist es ein Neubeginn. Noch allzu präsent ist das Vorentscheidungsdrama um MARUV 2019: Nachdem die Sängerin ihre damalige ESC-Teilnahme nach Streitigkeiten mit dem Sender UA:PBC zurückzieht - und auch die Zweit- und Drittplatzierten Freedom Jazz und Kazka nicht an ihre Stelle treten möchten - verabschiedet sich der ukrainische Sender gleich ganz aus dem Wettbewerb. Damit sich dieser Vorgang ein Jahr später nicht wiederholt, haben die Verantwortlichen das Reglement geändert. Eine Klausel besagt nun, dass nur Künstler teilnahmeberechtigt sind, die bislang nicht in Russland aufgetreten sind und auch nicht vorhaben, dies bis zum geplanten Eurovision Song Contest in Rotterdam zu tun.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 13.02.2021 | 19:05 Uhr