Go-A vertreten die Ukraine beim Eurovision Song Contest in Rotterdam. © UAPBC Foto: Anastasiia Mantach
Stand: 05.05.20 16:00 Uhr

Go_A bekommen 2021 eine neue Chance

Go-A mit Sängerin Kateryna Pawlenko vertreten die Ukraine beim Eurovision Song Contest in Rotterdam. © UAPBC Foto: Anastasiia Mantach

Selbstbewusst präsentiert Kateryna Pawlenko von Go_A den typisch osteuropäischen Schreigesang.

Von "Solovey", der "Nachtigall", hätten Go_A für die Ukraine beim ESC 2020 gesungen. Und genauso klar und kraftvoll wie der Gesang des kleinen Vogels, klingt die Stimme von Sängerin Kateryna Pawlenko. Der Song mit einem traurigen Schluss gleicht einem Klageruf. Das Lied erzählt die Romeo-und-Julia-Geschichte von der Nachtigall, deren Gesang das Ende einer verbotenen Liebesnacht ankündigt. Zarte Flöten- und Zwitschertöne, rhythmische Trommelklänge, moderne Beats und der sogenannte weiße Gesang von Kateryna Pawlenko ergeben eine ungewöhnliche musikalische Mixtur. Der Schreigesang ist typisch für die Volksmusik in osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, Bulgarien oder Polen. Im vergangenen Jahr fielen bereits Tulia in Tel Aviv damit auf, doch mit den ungewohnten - und für westeuropäische Ohren sogar anstrengenden - Tönen war für die polnische Band im Halbfinale Schluss. Nun wollte Go_A-Frontfrau Kateryna Pawlenko beim Eurovision Song Contest in Rotterdam mit "Solovey" die Fans als "Königin der Nacht" in ihren Bann zu ziehen. Der Wettbewerb fiel allerdings wegen der Coronakrise aus - Go_A werden aber 2021 für die Ukraine antreten. Nach einer Ankündigung der EBU brauchen aber alle Kandidaten, die 2020 angetreten wären, neue Songs.

Go-A verbinden Folklore und Elektro-Pop

Der Bandname Go_A bedeutet so viel wie zurück zu den Wurzel. Zur Gruppe gehören Sängerin Kateryna Pawlenko, Multinstrumentalist Taras Schewtschenko, Flötist Igor Didenschuk und Gitarrist John Hryhoryak. Die Folktronic-Band ist in Kiew beheimatet und besteht seit 2012, sie verbindet Ethno-Klänge mit elektronischer Musik. Die Mitglieder haben bereits in verschiedenen Genres Erfahrungen gesammelt - sei es im Hardrock oder im Rap. Darüber hinaus besitzen alle vier ein hohes Maß an Musikalität, allein Igor Didenschuk spielt über 30 Instrumente. Dazu gehört unter anderem die Sopilka, eine Kernspaltflöte, die schon mit wenig Luft Töne erzeugen kann.

Go_A

Mitglieder: Kateryna Pawlenko, Taras Schewtschenko, Igor Didenschuk, John Hryhoryak
Wohnort: Kiew, Ukraine

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Go-A hat Fangemeinde in Israel

Vier Jahre nach der Bandgründung veröffentlichen Go_A 2016 ihr Debütalbum "Go To The Sound". Im selben Jahr entscheiden sie den Wettbewerb "The Best Track in Ukraine" für sich. Ihre Musik findet besonders in den angrenzenden Nachbarländern Anklang - von Polen, über Weißrussland bis in die Slowakei. Hier schafft es ihr Titel "Vesnianka" im Frühjahr 2019 bis in die Top Ten der iTunes Dance-Charts. Aber auch in Israel ist der Name Go_A längst sehr bekannt.

Höchste Punktzahl bei Vorentscheid "Vidbir"

Die vier Bandmitglieder der ukrainische Gruppe Go_A sind dunkel gekleidet und schauen in die Kamera. © UAPBC

Lieblinge bei Jury und Publikum: Mit zwölf Punkten sind Go_A die Rekordhalter beim Vorentscheid Vidbir.

In ihrem Heimatland haben Go_A die Unterstützung ihrer Landsleute sicher. Nachdem die Band im Halbfinale des ukrainischen Vorentscheids Vidbir 2020 noch nicht ganz vorne liegt, setzt sie sich im Finale schließlich klar gegen die fünf anderen Finalisten durch. Damit halten Go_A den Punkterekord unter den Vidbir-Siegern. Sowohl von der Jury als auch von den Televotern gibt es jeweils sechs Punkte.

Ukrainischer Sender UA:PBC hat Reglement geändert

Für die Ukraine geht es mit Go_A nicht nur namentlich zurück auf Anfang, auch was die Teilnahme am ESC betrifft, ist es ein Neubeginn. Noch allzu präsent ist das Vorentscheidungsdrama um MARUV 2019. Nachdem die Sängerin ihre ESC-Teilnahme nach Streitigkeiten mit dem Sender UA:PBC zurückzieht - und auch die Zweit- und Drittplatzierten Freedom Jazz und Kazka nicht an ihre Stelle treten möchten - verabschiedet sich der ukrainische Sender gleich ganz aus dem Wettbewerb. Damit sich dieser Vorgang nicht wiederholt, haben die Verantwortlichen das Reglement geändert. Eine Klausel besagt nun, dass nur Künstler teilnahmeberechtigt sind, die bislang nicht in Russland aufgetreten sind und auch nicht vorhaben, dies bis zum geplanten Eurovision Song Contest in Rotterdam zu tun.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 25.04.2020 | 19:05 Uhr