Im November 2015 moderiert Poli Genova in Sofia den Junior Eurovision Song Contest. © Eurovision.tv / Albert Chernogorov
Stand: 15.05.16 01:22 Uhr

Poli Genova: Stolzer 4. Platz für Bulgarien

von Patricia Batlle und Oliver Klebb

Das Faible für exzentrische Frisuren darf Poli Genova auch bei ihren ESC-Auftritten in Stockholm zur Schau stellen: Statt mit frecher platinblonder Kurzhaar-Frisur wie im Jahr 2011 in Düsseldorf kommt Bulgariens ESC-Hoffnung diesmal mit langer Mähne daher - allerdings mit raspelkurzem Undercut. Die Haare hatten immerhin fünf Jahre Zeit zum Wachsen und auch musikalisch hat sich bei Genova einiges getan: Nach einem internen Auswahlverfahren teilte der Fernsehsender BNT Mitte Februar mit, dass Genova mit ihrer rhythmischen Pop-Nummer "If Love Was A Crime" ihr Glück versuchen werde. Der Song stammt aus der Feder des Trios Borislav Milanov, Sebastian Arman und Joacim Bo Persson. Zwei der Komponisten waren bereits 2011 im Boot. Beim Songtext legte Genova zudem wieder selbst Hand an.

Poli Genova aus Bulgarien auf der ESC Bühne. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Bulgarien: Poli Genova - "If Love Was A Crime"

Eurovision Song Contest -

Poli Genova aus Bulgarien schafft es im Finale mit guter Laune, einer aufwendigen Bühnenshow und blinkenden Leuchten am Körper Eindruck zu machen. Ihre Performance bringt sie auf Platz vier.

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Zuletzt moderierte die 29-Jährige Ende November den Junior Eurovision Song Contest in Sofia. Beim ESC in Düsseldorf startete Genova im zweiten Halbfinale auf Platz zehn, konnte die Halbfinalhürde jedoch nicht nehmen. 2016 war alles anders: Poli Genova durfte im ESC-Finale um den Sieg in Stockholm kämpfen und landete sogar unter den Top 5! Vor allem das Zuschauervoting katapultierte die Bulgarin auf den stolzen Platz vier.

Lange Erfahrung im ESC-Zirkus

Besonders lang ist die Grand-Prix-Geschichte Bulgariens nicht, besonders erfolgreich auch nicht. Erst seit 2005 nimmt das Land am Musikfestival teil und kam nur einmal über das Halbfinale hinaus: 2007 überzeugten Elitsa Todorova und Stoyan Yankoulouv in Helsinki mit dem Titel "Water" derart, dass die Televoter sie auf Rang fünf wählten. Doch 2011 sollte alles anders werden: Mit der wasserstoffblondierten Sängerin Poli Genova trat eine routinierte Musikerin an, die wirklich heiß auf den Eurovision Song Contest war. Vier Anläufe nahm sie im nationalen Vorentscheid, bis sie sich 2011 endlich für ihr Land qualifizierte. Bereits 2005 und 2006 hatte sie es vergeblich als Bandmitglied von Melody probiert, 2009 landete die Künstlerin mit "One Lifetime Is Not Enough" als zweite hinter dem Operntenor Krassimir Avramov.

Teilnehmer

Schriller Style und poppige Klänge

Durchbruch mit dem Song "Na Inat"

Erst der rockige Song "Na Inat" brachte der Sängerin Glück. "Na Inat" heißt zu deutsch "zum Trotz" - vielleicht half ihr der, immer wieder beim bulgarischen Vorentscheid anzutreten. Mit der Nominierung ging für Poli Genova ein Traum in Erfüllung. In der bulgarischen Presse gab sie im Vorfeld bekannt, sie würde "von der großen Bühne träumen" und davon "viele neue Leute und meine Kollegen aus ganz Europa zu treffen". Drei Österreicher haben ihr bei diesem Traum geholfen. Denn "Na Inat" hat Genova mit dem Wiener Produzententeam Borislav Milanov, Sebastian Arman und David Bronner geschrieben, die unter dem Namen Symphonic Entertainment auch etablierte Künstler wie Die Prinzen und Die Erste Allgemeine Verunsicherung produzieren. Die Frische des rockigen Songs mit Klavierintro, einer Rückung und einem knalligen Ende ist der kurzhaarigen Poli Genova wie auf den Leib geschrieben. Zu Recht vergleichen sie einige Medien mit Pink! und Roxette.

Sängerin, Musical-Darstellerin und Moderatorin

Poli Genova

Geburtstag: 10. Februar 1987
Geburtsort: Sofia
Land: Bulgarien
Sternzeichen: Wassermann
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Bereits mit vier Jahren hat die am 10. Februar 1987 in Sofia geborene Künstlerin bei einem nationalen Kinderchor gesungen, trat dem Fernsehchor "Bon-Bon" bei und moderierte später sechs Jahre lang eine Fernsehshow, die sich um diesen Chor dreht. Die musikalische Karriere hat sie mit einem Studium als Klarinettistin an der Nationalen Musikakademie "Lyubomir Pipkov" untermauert. Anschließend studierte sie Filmproduktion an der nationalen Akademie für Theater- und Filmkunst. Sie gewann das Casting-Show-Format "Musical Academy" und spielte in drei großen Musical-Produktionen mit.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2016 | 21:00 Uhr