Stand: 15.04.14 11:15 Uhr

"Bei 'Is It Right' krieg ich Gänsehaut"

von Dora Heldt
Autorin Dora Heldt © Regina Geisler www.regina-geisler.de

Elaiza lösen bei Dora Heldt große Vorfreude auf den Song Contest aus.

Ich freue mich. Auf den 10. Mai, auf die Dänen, auf den Frühling, auf Elaiza. Das letzte Mal, dass ich so ein ähnliches Gefühl hatte, war 2010, vor und in Oslo. Zumindest, was den ESC betrifft. Sonst habe ich es auch schon mal aus anderen Gründen. Immer dann, wenn ich etwas kann oder habe, von dem ich weiß, dass die anderen platt sind, wenn ich es raushole. Manchmal ist es nur etwas Simples wie ein unfassbar gelungenes Geschenk, manchmal ist es die Tatsache, dass ich auf etwas so gut vorbereitet bin, dass keiner damit rechnet. Und dann steuert man entspannt auf seinen Triumph zu. Es ist ein so schönes Gefühl.

Wenn Elaiza singen, werden die anderen platt sein

Und nun Elaiza. Ich habe mir das Clubkonzert aus dem Hamburger Edelfettwerk angesehen. Nicht ganz ernsthaft, muss ich zugeben, weil ich nebenbei etwas anderes gemacht habe und ohnehin dachte, dass wohl am 13. März in Köln Unheilig oder Santiano gewinnen und in Kopenhagen auf der Bühne stehen - und die Welt denken wird, dass wir diesen Beitrag am allerbesten fanden. Aber dann traten Elaiza auf. Vorher gab es einen Einspieler, in dem Natalie Plöger mit ihrem Kontrabass auf dem Rücken Fahrrad fährt und Elzbieta Steinmetz dieses lustige Bild mit den Worten "Augen auf bei der Instrumentenwahl" kommentierte. Da hatten sie mich.

Dora Heldt

Dora Heldt ist eine der erfolgreichsten Romanautorinnen im deutschsprachigen Bereich. Einige ihrer Geschichten wurden für das Fernsehen ins Bild gesetzt, unter anderem "Urlaub mit Papa" und "Tante Inge haut ab". Dora Heldt wurde 1961 auf Sylt geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin begann sie als Verlagsvertreterin zu arbeiten. Ihr erster Roman "Ausgeliebt" erschien 2006 und schaffte auf Anhieb den Sprung in die Bestsellerlisten. Die ehemalige Handballspielerin nennt Loriot ihr Vorbild. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Und dann bekam ich bei den ersten Takten Gänsehaut. Das bekomme ich immer beim ESC, allerdings nur bei den Beiträgen, die ganz oben landen. Seit ich zwölf bin. Das ist eine Tatsache. Und deshalb entstand bei mir der unbändige Wunsch, die drei mögen doch bitte den Vorentscheid gewinnen. Als sie das so deutlich schafften, saß ich mit viel Rieseln auf der Haut auf dem Rücken vor dem Fernseher und hatte wieder dieses Gefühl. Dass wir was können und haben, von dem ich weiß, dass die anderen platt sind, wenn wir es rausholen.

Russland und Lettland schwach

Natürlich habe ich mir im Schnelldurchlauf die anderen Beiträge angehört, die in Kopenhagen dabei sind - in diesem Jahr wirklich nur sehr schnell. Es gibt einige Songs, die mir gefallen, klar. Armenien natürlich mit Aram Mp3, auch die Finnen, Softengine, finde ich nicht schlecht. Der traurige Carl Espen aus Norwegen singt eine schöne Ballade, davon gibt es viele in diesem Jahr. Dilara Kazimova aus Aserbaidschan sieht dabei auch noch toll aus. Irland könnte mit Can-linn was werden, die Countryballade aus Holland von Common Linnets hat auch was, genauso wie der Beitrag aus Malta von Firelight. Die Startplätze der russischen Zwillinge und der lettischen Kuchenbäcker werde ich nutzen, um mir die Füße zu vertreten.

Die lettischen ESC-Teilnehmer © eurovisiontv Foto: Linda Rutule

Wenn Aarzemnieki "Cake To Bake" singen, vertritt sich Dora Heldt die Füße.

Bei Valentina Monetta aus San Marino fühle ich mich zu sehr in die Siebzigerjahre versetzt und sehr alt. Und dann klickte ich beim Schnelldurchlauf wieder auf Elaiza - und was passierte? Richtig, ich bekam wieder Gänsehaut. Und gute Laune. Ich hoffe sehr, dass alle Fernsehstationen diesen Einspieler zeigen, dass alle erzählen, dass die drei ihre Musik selbst schreiben, dass sie sich beim Schnapstrinken kennengelernt haben, die erste CD klasse ist und sie die größte Überraschung der letzten Jahre sind. Wir wissen das alles schon, und deshalb habe ich dieses gute Gefühl. Und freue mich. Also Elaiza, danke, viel Spaß bei den Dänen. Ich bin mir sicher, nach eurem Auftritt sind alle geplättet. Ich ahne das jetzt schon. Und deshalb freue ich mich auf den 10. Mai.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 10.05.2014 | 21:00 Uhr