Stand: 23.01.14 12:00 Uhr

Das Eleganzprogramm

von Jan Feddersen
Die italienische Sängerin Emma Marrone © Universal Music Italia/emmamarone.net

Wird kurz nach dem ESC-Finale in Kopenhagen 30 Jahre alt: Die italienische Sängerin Emma Marrone.

Das war eine überraschend frühe Bekanntgabe: Emma Marrone wird ihre Heimat Italien in Kopenhagen repräsentieren. Eine Nominierung des Senders Rai, ehe auch nur der erste Ton auf dem Festival von San Remo angestimmt worden wäre, gab es bislang nicht. Die vergangenen Kandidaten und Kandidatinnen, die Italien nach seiner nach 1997 an eingelegten ESC-Pause 2011, 2012 und 2013 schickten, standen zuvor alle an der Riviera auf der Bühne.

San Remo - das war ja keine schlechte Empfehlung für den Eurovision Song Contest: Raphael Gualazzi, Nina Zilli und Marco Mengoni waren und sind echte Sterne am italienischen Pophimmel. Und nun Emma Marroni? Auch sie ging durch die Berühmtheitsorganisationsmaschine San Remo, vor knapp zwei Jahren gewann sie dort mit dem Titel "Non è l'inferno". Wie man auf esctoday.com sehen kann, ist dieses canzone von erlesenster Güte. Der Spitzentitel, den sie mit der Gruppe Moda sang, "Arriva", gefällt mir noch besser. Diese Dame kann singen, sie sich unter Bühnen- und TV-Scheinwerfern bewegen, als sei das ein Leichtes und Lustvolles.

Italien: Immer bella figura

Aber darf man nun erwarten, dass diese blonde Aspirantin ebenso gut abschneiden wird wie Marco Mengoni (7. Rang) oder gar Raphael Gualazzi, der in Düsseldorf fast noch die aserbaidschanischen Sieger überholt hätte? Ich würde sagen: Nur diese Acts und ihre Lieder genommen, völlig unabhängig von den Platzierungen, ist Italien ein Land, das über alle ESC hinweg das einzige, das nie eine ästhetische Havarie vorgezeigt hätte. Irgendwie schaffen die es, immer elegant und geschmackvoll und ansprechend zu scheinen. Bella figura? Immer.

Eine starke Kandidatin aus Florenz

Und dieses Jahr also Emma Marrone: Man muss ihren Namen nur einmal mit perlend-rollendem R aussprechen. Um nicht völlig kitschig zu klingen, aber: Das klingt einfach wie gute Musik. Insofern kann Frau Marrones Lied - die kurz nach dem Ausflug nach Kopenhagen 30 Jahre alt wird - nicht enttäuschen. Sie würde selbst aus mittelgutem Material noch einen ergreifenden Vortrag hinlegen. Kurz: starke Kandidatin aus Florenz!

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 10.05.2014 | 21:00 Uhr