Kommentar

Stand: 18.05.19 15:14 Uhr

Große Show mit Madonna als Pausennummer

Am Abend vor dem Finale haben die Jurys aus 41 Ländern abgestimmt und ihre Ergebnisse an die ESC-Verantwortlichen um Jon Ola Sand weitergeleitet. Bei diesem sogenannten Juryfinale waren eine knappe Stunde nach Mitternacht somit die Hälfte aller Punkte des 64. Eurovision Song Contest vergeben. Alle 26 Acts sind in der von der Regie bestimmten Reihenfolge aufgetreten - die S!sters auf Startplatz vier. Für die Künstlerinnen und Künstler im Wettbewerb war dies nicht nur die letzte Generalprobe, sondern zugleich die Show, in der die Juroren ihre Punkte vergeben. Sie wird nicht öffentlich übertragen, nur das Publikum in der Tel Aviver Arena guckt zu und natürlich die zugeschalteten Jurys.

Viele ESC-Stars aus früheren Jahren auf der Bühne

Måns Zelmerlöw auf der ESC-Bühne in Wien. © NDR Foto: Rolf Klatt

Der Schwede Måns Zelmerlöw gewann 2015 mit "Heroes" den ESC in Wien.

Beim großen Finale heute Abend wird im Hinblick auf die Wertungen nur noch das Publikum das Sagen haben: Und das darf Großes erwarten. Es wird eine TV-Show mit 26 konkurrierenden Acts geben, die in jeder Hinsicht nicht dezent ist. Man lässt es buchstäblich an vielen Stellen der Show krachen. Auch dort, wo es nicht die Kandidaten selbst tun. Israel feiert seine Stars: Gali Atari, die Siegerin von 1979 in Jerusalem, oder Ilanit, die 1973 in Luxemburg als erste Sängerin Israel beim ESC vertrat. Zudem stehen internationale ESC-Größen wie Conchita Wurst (in neuem, gewöhnungsbedürftigem Look), Eleni Foureira, Måns Zelmerlöw und Verka Serduchka auf der Bühne. Und eine darf natürlich auch nicht fehlen: Netta. In einem kleinen Zeitfenster kommt dann auch Idan Raichel auf die Bühne. Wunderbar musiziert der israelische Weltmusiker, der neulich auch Gast beim ESC-Empfang in der der deutschen Botschaft war.

Madonna war nicht beim Juryfinale

Die US-Sängerin Madonna bei einem Auftritt bei den Billboard Music Awards in Las Vegas. © picture alliance/AP Images Foto: Chris Pizzello

Madonna wird während der Abstimmphase "Like A Prayer und ihren neuen Song "Future" performen.

Die Bestätigung, dass Madonna während des großen Finales auftreten wird, ist erst seit zwei Tagen offiziell. Da war nicht viel Zeit für ihre Bühnenprobe. Aber sie hat sie absolviert, nur die Öffentlichkeit war natürlich ausgesperrt. Ich glaube nicht, dass sie als Pausenfüllerin zwischen dem Ende des Televotings und dem Beginn der Verkündung der Punkte - alle anderen Acts überstrahlen wird. Der ESC ist für sie und ihr kommendes Album und die Tour eine willkommene Werbefläche. Mehr Zuschauer in fast vier Dutzend Länder bekommt sie nicht, um sich in Erinnerung zu rufen. Das wird ihr auch der Kollege Justin Timberlake erzählt haben, der beim ESC 2016 in Stockholm während der Abstimmphase performte.

Niederländer absoluter Topfavorit

Für Niederlande steht Duncan Laurence mit "Arcade"  auf der ESC-Bühne. © eurovision.tv Foto: Thomas Hanses

Seit der Veröffentlichung seines Songs "Arcade" im Februar ist Duncan Laurence bei den Wettanbieter die Nummer eins.

Ohnehin gilt: Da Madonna nicht im Wettbewerb mitmacht, hängt an ihr auch kein Spannungsmoment. Auf ihrer Miene wird sich bei der Punktevergabe nicht das Leid und die Freude von Menschen mitteilen. Die Eurovisionsrivalen werden dies zeigen: Glückliche Gesichter, wenn es viele Punkte - traurige bis deprimierte Gesichter, wenn es nichts zu ernten gibt. In den Wettbüros ist der Niederländer Duncan Laurence mittlerweile so stark favorisiert, dass es sich für Zocker kaum lohnt, auf ihn als Sieger zu setzen. Er könnte der neue Udo Jürgens werden. Der Österreicher war 1966 der letzte am Klavier sitzende Mann, der einen ESC gewinnen konnte. Auch der letzte niederländische Sieg ist schon 44 Jahre her. Damals gewann die Band Teach-In mit "Ding-a-Dong" in Stockholm. Dem Mann, der "Arcade" performt- man würde ihm den Triumph gönnen.

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2019 | 21:00 Uhr