Sängerin Ronela Hajati und ihre Tänzerinnen auf der Bühne des albanischen ESC-Vorentscheids © EBU/Festivali i Këngës

Ronela Hajati singt "Sekret" für Albanien

Stand: 30.12.2021 10:44 Uhr

Nach den Songs aus Bulgarien und Tschechien steht nun mit "Sekret" (Geheimnis) auch der albanische Beitrag für den Eurovision Song Contest 2022 in Turin fest. In einem hochkarätigen Feld setzte sich die 32-jährige Ronela Hajati mit 16 twerkenden Tänzerinnen und rotierendem Haarschopf gegen die deutlich schlichter inszenierte Konkurrenz durch.

von Dr. Irving Wolther

Der rhythmusbetonte Liebessong, zu dem die Sängerin den Text selbst geschrieben hat, stammt von dem 22-jährigen Producer Marko Polo, der auch den zweitplatzierten Song von Mitfavorit Alban Ramosaj geschrieben hat. Ronela veröffentlichte ihre erste Single 2006 und ist seit 2015 regelmäßiger Gast in den albanischen Charts sowie bei verschiedenen Festivals. Beim nationalen ESC-Vorentscheid versuchte sie allerdings zum ersten Mal ihr Glück.

Sanremo lässt grüßen

Im 60. Jahr seines Bestehens orientierte sich das albanische Festivali i Këngës so sehr an seinem italienischen Vorbild Sanremo wie vielleicht noch nie in seiner Geschichte: Insgesamt 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkurrierten in zwei Kategorien - etablierte Künstler und Newcomer - gegeneinander. Am zweiten Abend hatten die "Big" die Möglichkeit, ihre Beiträge im Duett mit verdienten Festivallegenden zu singen, an deren Erfolgssongs ebenfalls erinnert wurde. Der Finalabend wartete dagegen mit einer Neuerung auf: Erstmals durften die Beiträge unter Begleitung des großen Festivalorchesters auf Wunsch auch in einer anderen Sprache als Albanisch gesungen werden. Von dieser Möglichkeit machten allerdings nur drei Acts ganz oder teilweise Gebrauch.

Vom Hype zum Sieg getragen

Die Fachjury, zu der auch Vorjahressiegerin Anxhela Peristeri gehörte, fiel die schwierige Aufgabe zu, aus einem beeindruckenden Fundus fast ausnahmslos Sanremo würdiger Songs und Performances den oder die richtige für Turin auszuwählen - eine Aufgabe, die ihr durch erschreckend viele schiefe Töne deutlich erleichtert wurde. Am Ende durfte das Moderationsquartett um Jonida Maliqi (Albanien 2019), die mit ihren Kolleginnen Eneda Tarifa (Albanien 2016) und Juliana Pasha (Albanien 2010) auch einen Teil des Pausenprogramms bestritt, einem enthusiastisch jubelnden Publikum die bereits im Vorfeld extrem gehypte Ronela Hajati als Siegerin verkünden. Ob der Song, der seine Wirkung erheblich der opulenten Choreografie verdankt, auch mit weniger Bühnenpersonal überzeugt, wird sich in Turin zeigen.

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Das Erste | ESC Update | 29.01.2022 | 19:05 Uhr