Für Georgien steht Oto Nemsadze mit "Keep On Going" auf der ESC-Bühne. © eurovision.tv Foto: Thomas Hanses
Stand: 15.05.19 16:45 Uhr

Oto Nemsadze: Mit "Keep On Going" Grenzen überwinden

Den Kopf nach unten gesenkt, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen: Einsam steht Georgiens ESC-Kandidat Oto Nemsadze im Video zu "Keep On Walking" an einem menschenleeren Strand, die Wellen branden ans Ufer. Dann nimmt der Sänger die Kopfbedeckung ab, mit klarem Blick macht er sich auf den Weg über Wiesen und Dünen hinauf auf eine Anhöhe. Dort steht hinter Stacheldraht eine Gruppe von Menschen, Alt und Jung. Immer dramatischer bauen sich die Musik und die raue, kraftvolle Stimme von Oto Nemsadze auf, die zwischen Mut und Verzweiflung schwankt. Im Hintergrund singt ein stimmgewaltiger Männerchor, der sich überwiegend aus Mitgliedern der georgischen ESC-Teilnehmer Iriao zusammensetzt. Schließlich reißen die Menschen den Stacheldraht nieder - und Oto Nemsadze kann seinen Weg unbeirrt fortsetzen. Das Video vermittelt symbolisch die Botschaft des Songs: Grenzen überwinden. Es geht darum stark zu sein, durchzuhalten und immer weiterzugehen. Den Sprung ins Finale will Oto Nemsadze auch beim Eurovision Song Contest in Israel schaffen. Doch statt "Keep On Walking" heißt es im Halbfinale bereits "Stop On Walking", Georgien zieht wie im Vorjahr nicht ins Finale ein.

Der georgische Sänger Oto Nemsadze auf der Bühne beim 1. Halbfinale ©  picture alliance / dpa Foto: Ilia Yefimovich

Georgien: Oto Nemsadze - "Keep On Going"

Eurovision Song Contest -

Bedrohlicher Stacheldraht und ein Kaukasus-Panorama in Flammen: Der georgische Sänger Oto Nemsadze setzt bei der Performance von "Keep on Going" auf ein plakatives Bühnenbild.

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Karriere-Start mit Castingshow "Geostar"

Oto Nemsadze kommt in Gori in Zentralgeorgien zur Welt. Seine Mutter eröffnet ihm die musikalische Welt, er beginnt Gitarre und Klavier zu spielen. Aber auf die Musik allein verlässt sich der Georgier nicht: Oto Nemsadze schließt ganz klassisch ein BWL-Studium ab. Aber seine Leidenschaft gehört der Musik: 2010 gewinnt er "Geostar", die Castingshow ist vergleichbar mit "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Darüber hinaus gründet der Künstler eine Jazz-Band und geht mit ihr auf Tour. 2013 erscheint Oto Nemsadzes Debütalbum "A Sea Of Thoughts". Im gleichen Jahr landet er bei "Voice of Ukraine" auf Platz zwei. 2017 bleibt der Versuch, mit der Band Limbo eine ESC-Teilnahme zu schaffen, erfolglos.

Oto Nemsadze

Geburtstag: 18. Juni 1989
Geburtsort: Gori
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2019 nimmt der 29-Jährige erneut Anlauf auf den Songcontest. Voraussetzung ist die erneute Teilnahme an der georgischen Ausgabe von DSDS. Oto Nemsadze gewinnt die Show mit dem von Roma und Diana Giorgadzes geschriebenen Titel "Sul Tsin Iare", der inzwischen in "Keep O Going" umbenannt wurde, und sichert sich damit das ESC-Ticket für Tel Aviv. Anders als der Titel bleibt der Text in georgischen Landessprache bestehen und wird auch so von Oto Nemsadze in Israel gesungen.

Nemsadze gewinnt "Georgian Idol" mit "Keep On Going"

Der georgische ESC-Teilnehmer Oto Nemsadze singt vor einer georgischen Fahne © GPB

Sänger mit starker Stimme: Oto Nemsadze will für Georgien ins Finale.

"Don't Stop Me Now", der bekannte Queen-Titel, sollte den Finalisten zum Auftakt von "Georgian Idol", dem nationalen ESC-Vorentscheid, ein Ansporn sein, in der Endrunde ihr Bestes zu geben. Seit Januar hatten sich die Finalisten Runde für Runde unter die letzten vier gesungen und mussten am Ende ihr Können mit drei potenziellen ESC-Beiträgen unter Beweis stellen, aus denen sie jeweils einen wählen durften. Insgesamt 200 internationale Einreichungen hatte eine siebenköpfige Fachjury gesichtet und daraus die Songs dreier georgischer Komponisten herausgesiebt, mit denen die Kandidaten Giorgi Nakashidze, Liza Kalandadze, Oto Nemsadze und Giorgi Pruidze ins Rennen gingen, nachdem sie selbst ihre Startnummern gelost hatten.

Georgien hofft auf Finalteilnahme in Tel Aviv

In gewohnter Castingshow-Manier wurden die gesanglichen Leistungen aber auch die Songs von den Juroren, darunter auch die nicht wiederzuerkennende Natia Todua, gewürdigt. Ungewohnt dagegen waren die anspruchsvollen Kompositionen, mit denen die vier georgischen Hoffnungsträger das Ticket nach Tel Aviv gewinnen wollten. Hier blieb man der Linie des vergangenen Jahres treu, als die Ethno-Jazzband Iriao in Lissabon die Rolle als georgischer Kulturbotschafter übernahm. Nach zahlreichen Gastauftritten, unter anderem von Nina Sublatti, stand schließlich Oto Nemsadze als Publikumsfavorit fest. Seine charismatische Ausstrahlung sollte dafür sorgen, dass die georgischen Hoffnungen im ersten Halbfinale nicht schon wieder in Schönheit sterben.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 15.05.2019 | 02:10 Uhr