Die montenegrinische Band Highway © RTCG Foto: Djordje Zivaljevic
Stand: 11.05.16 01:37 Uhr

Mit Gitarrengewitter auf der Überholspur?

Anstelle der gewohnten folkloristischen Klänge gibt es beim ESC 2016 dröhnenden Gitarren-Sound aus Montenegro. Auch die Altersklasse der Künstler hat sich drastisch verjüngt. Setzte das Balkanland in den vergangenen zwei Jahren noch auf den 48-jährigen Knez und den 40-jährigen Sergej Ćetković, braust diesmal die Boyband Highway mit dem Rocksong "The Real Thing" zum ESC. Die Newcomer begeisterten 2015 bei "X Factor Adria" und schaffte es auf den vierten Platz. Es war wohl die durch die Castingshow erreichte Popularität, die die Verantwortlichen des Senders RTCG dazu veranlassten, die Jungs als ESC-Vertreter Montenegros zu bestimmen. Bei "X Factor Adria" traten Highway mit Sänger Petar Tošić (19) und den Gitarristen Marko Pešić (20) und Luka Vojvodić (20) noch als Trio an. Für Stockholm haben sie sich Keyboarder Bojan Jovović als Verstärkung an Bord geholt. Der 1985 geborene Musiker schraubt den Altersdurchschnitt der Band wieder ein wenig in die Höhe. Viel wichtiger ist aber, dass er ESC-Erfahrung mitbringt. 2005 trat er zusammen mit No Name für Serbien & Montenegro in Kiew an und erreichte einen glänzenden siebten Platz.

Der Sänger aus Montenegro von Highway verzerrt sein Gesicht beim Singen © NDR Foto: Rolf Klatt

Montenegro: Highway - "The Real Thing"

Eurovision Song Contest -

Das dröhnende Gitarrengewitter der Band Highway aus Montenegro hat im ersten ESC-Halbfinale nicht überzeugen können. Auch wenn sie mit ihrem Song "The Real Thing" alles gegeben hat.

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Gitarrenriffs, Elektrobeats und Testosteron

"The Real Thing" wartet mit donnernden Gitarrenriffs auf, gemixt mit Elektroklängen - und ist definitiv kein typischer ESC-Song. Mit testosteron-getränkter Stimme schleudern die Musiker ihren "Balz-Song" heraus. Es geht darum, eine Frau zu erobern und der Anwärter scheint zuversichtlich, früher oder später auch zum Ziel zu kommen ( I'm gonna fight for your love ... I'm gonna feel what my body knows ... Feel it I'm the real thing yeah). Für Text und Musik hat die Band die Crème de la Crème der kroatischen Musikszene angeheuert. Neben Newcomer und Highway-Gitarrist Luka Vojvodić gehören die etablierten Producer Skansi und D'Knock zum Komponisten- und Produzententeam. Letzterer hat schon mit Simply Red zusammengearbeitet und mit Kaliopi aus Mazedonien, die 2016 bereits zum zweiten Mal beim ESC startet.

Montenegro fährt komplett neues Programm

Highway

Bandmitglieder:
Petar Tošić (Gesang)
Marko Pešić (Gitarre + Gesang)
Luka Vojvodić (Gitarre + Gesang)
Bojan Jovović (Keyboard + Gesang)
Stadt: Podgorica
Land: Montenegro

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Nicht nur musikalisch, auch in der Wahl der Sprache grenzen sich Highway von ihren Vorgängern Knez (2015 in Wien) und Sergej Ćetković (2014 in Kopenhagen) ab. Sangen die ESC-Vorgänger noch in Landessprache, setzen die Teilnehmer 2016 auf Englisch. Es ist erstaunlich, dass sich die Sender-Verantwortlichen entschieden haben, in Stockholm alles anders zu machen, denn Vorjahresteilnehmer Knez schaffte mit "Adio" Rang 13 - die beste Platzierung in der jungen ESC-Geschichte des Landes. Auch Sergej Ćetković schnitt mit Platz 19 noch verhältnismäßig gut ab. In den Jahren zuvor schaffte es kein Kandidat ins Finale. Montenegro startete 2007 in Helsinki zum ersten Mal unabhängig von Serbien beim ESC. 2010 in Oslo und 2011 in Düsseldorf legte das kleine Land eine Pause ein.

Bei der Songpräsentation im montenegrinischen Fernsehen sagten Highway: "Unser Song ist herausfordernd, weil er energiegeladen und laut ist. Wir wollten anders klingen und das Publikum mit unserer Musik elektrisieren." Anscheinend ist ihnen das beim ersten Halbfinale nicht gelungen. Zumindest nicht in der Form, die sie angestrebt haben.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2016 | 21:00 Uhr