Der dänische ESC-Teilnehmer Rasmussen
Stand: 26.03.18 12:30 Uhr

Rasmussen: Ein Wikinger für Dänemark

Hat jemand eine Zeitmaschine gesehen? Dann könnte Rasmussen aus ihr ausgestiegen sein - Dänemarks Kandidat für den Eurovision Song Contest 2018. Der Mann mit dem dunkelrotem Rauschebart, langen Haaren und schwarzer Kutte sieht aus, als sei er aus einer Fernsehserie wie "Game Of Thrones" oder "Vikings" entsprungen. Beim dänischen "Dansk Melodi Grand Prix" in Aalborg holt Rasmussen raue Seefahrer-Romantik auf die Bühne. Der 32-Jährige steht zwischen zwei großen Schiffen, hinter ihm schwappen dunkle Wellen über die Leinwand, während er sein düsteres "Higher Ground" singt. Nachdem Dänemark in Kiew 2017 mit Anja Nissens Ballade noch auf einen Schmachtfetzen gesetzt hat, heißt es nun: Der Wikinger kommt - auf zu neuen Ufern!

Der dänische Sänger Rasmussen

Dänemark: Rasmussen - "Higher Ground"

Deutschland hat Santiano, Dänemark hat Rasmussen. Mit seiner Seefahrer-Hymne "Higher Ground" will der 32-Jährige volle Kraft voraus ins Finale nach Lissabon segeln.

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"Saturday Night"-Legende Whigfield besiegt

Bei dem dänischen Vorentscheid lässt Rasmussen, der eigentlich Jonas Flodager Rasmussen heißt, sogar eine echte Legende aus dem Showgeschäft hinter sich. Er gewinnt gegen Sannie, die als Whigfield im Jahr 1994 mit ihrem Hit "Saturday Night" einen jahrelang andauernden Ohrwurm schaffte und wegen dem sich in den Diskotheken die Menschen auf die Tanzfläche drängten. Ein Disko-Song ist "Higher Ground" nicht. Das Lied regt nicht zum Mittanzen an - aber dafür zum Mitstampfen.

"Higher Ground" - düsterer Wikinger-Song

"Higher Ground" packt die meisten Menschen mit seiner düsteren Dramatik direkt beim ersten Hören. Obwohl der Song nicht besonders modern ist, klingt er nach Aufbruch. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum der in seiner Heimat bis dahin eher unbekannte Sänger Rasmussen beim Vorentscheid 50 Prozent der Stimmen von Jury und Publikum erhält und für Dänemark zum Eurovision Song Contest nach Lissabon segeln darf. Der Titel ist von der Geschichte des Wikingers Magnus Erlendsson inspiriert, der sich bei einer Schlacht weigerte zu kämpfen. Es sei kein Song über Gewalt, sagt Rasmussen, sondern eher ein Lied darüber, Konflikte friedlich zu lösen.

Rasmussen

Bürgerlicher Name: Jonas Flodager Rasmussen
Geburtsort: Viborg, Dänemark
Wohnort: Langå, Dänemark
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Songschreiber mit ESC-Erfahrung

Der Song stammt aus der Feder von Niclas Arn und Karl Eurén - die bereits für den schwedischen Beitrag von 2010 verantwortlich sind. Anna Bergdahl schafft es mit "This Is My Life" zwar nicht über die Halbfinalhürde - doch das muss nichts heißen. Seitdem ist erstens viel Wasser durch den Öresund geflossen und zweitens könnte ein schwedisches Songschreiber-Duo dem Dänen bei seinen Nachbarn Sympathiepunkte bringen. Drittens ist "Higher Ground" eine ganz andere Hausnummer als die Ballade aus 2010.

Leadsänger der Hair Metal Heröes

Seit 2011 macht Rasmussen Musik. Er ist Leadsänger der Hair Metal Heröes. Die Cover- Band lässt die Songs der 1980er-Jahre aufleben - von Abba bis Elton John. Die Bandmitglieder kleiden sich entsprechend mit Vokuhila-Frisuren, Haarbändern, Jeanswesten, bunten Leggins und Leoparden-Print. Rasmussens Bühnenname bei den Hair Metal Heröes ist Bon Jones. Bei Konzerten macht die Band ordentlich Stimmung, so richtig erfolgreich sind die Musiker mit ihren Cover-Songs allerdings nicht.

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Schafft es Rasmussen ins Finale?

Musicalbühne und Lehrerpult

Jonas Flodager Rasmussen hat aber noch andere musikalische Häfen: Neben den Aktivitäten mit seiner Retroband, spielt er in Musicals wie etwa "West Side Story" und "Les Misérables" mit. Außerdem unterrichtet er an der Performing Arts School in Aarhus und der Viborg Cultural School. Nun ist er bereit, in See zu stechen und neue Bühnen zu erobern. Die Ambitionen dürften klar sein: nach Conchita als nächster bedeutender Bart siegreich in die ESC-Geschichte einzugehen. Also hisst die Segel und auf geht’s nach Lissabon!

Dieses Thema im Programm:

ONE | 10.05.2018 | 21:00 Uhr