Die Skyline von London bei Nacht. © NurPhoto | David Cliff Foto: David Cliff

ESC 2023 nicht in der Ukraine - Großbritannien (UK) Favorit

Stand: 17.06.2022 13:50 Uhr

Der Eurovision Song Contest 2023 findet nicht in der Ukraine statt. Stattdessen nimmt die Europäische Rundfunkunion (EBU) nun Gespräche mit der britischen BBC auf.

Die Ukraine als Sieger des ESC 2022 wäre normalerweise als Ausrichter des kommenden Wettbewerbs gesetzt. Aufgrund des russischen Angriffskriegs im Land sei das allerdings nicht möglich, teilte die EBU in einem Statement mit: "Nach einer objektiven Analyse ist die Reference Group, der Vorstand des ESC, mit tiefem Bedauern zu dem Schluss gekommen, dass angesichts der aktuellen Umstände die Sicherheits- und Betriebsgarantien, die für einen Sender zur Ausrichtung, Organisation und Produktion des Eurovision Song Contest gemäß den ESC-Regeln erforderlich sind, nicht gegeben sein können." Als Zweitplatzierter des ESC 2022 soll Großbritannien (UK) nun die Alternative sein.

Ukraine wollte ESC gerne im eigenen Land ausrichten

Das Kalush Orchestra aus der Ukraine läuft mit Flaggen über die Bühne in Turin. © eurovision.tv/EBU Foto: Corinne Cumming
Die ukrainische Band Kalush Orchestra hat den ESC 2022 in Turin gewonnen.

Der ukrainische öffentlich-rechtliche Rundfunk UA:PBC hat im vergangenen Monat eine Reihe an Szenarien entwickelt, den ESC im eigenen Land auszurichten. Dabei ging es auch darum, wie die Sicherheit aller gewährleistet und wo genau der ESC stattfinden hätte können. Das Ministerium für Kultur und Informationspolitik, das Innenministerium und das Verteidigungsministerium waren hierbei involviert. Erst am Mittwoch veröffentlichte UA:PBC eine Pressemitteilung, in der von den Gesprächen mit der EBU berichtet wurde. Bereits am 10. Juni hat die ukrainische Regierung ein Organisationskomitee für die Vorbereitung und Durchführung des ESC gegründet. "Ich bin sicher, wir werden alle überraschen", ließ sich der ukrainische Minister für Kultur und Informationspolitik, Oleksandr Tkachenko, zitieren.

EBU möchte die Ukraine weiterhin unterstützen

Die EBU dankte UA:PBC für die Zusammenarbeit und das Engagements des vergangenen Monats und möchte in dem Statement ihre "Traurigkeit und Enttäuschung darüber teilen, dass der Wettbewerb im nächsten Jahr nicht in der Ukraine stattfinden kann". Gleichzeitig unterstrich sie, UA:PBC weiterhin zu unterstützen, um den "unverzichtbaren Service" der Rundfunkanstalt während der russischen Invasion aufrechtzuerhalten. Außerdem sollen die ESC-Shows im nächsten Jahr den Sieg der Ukraine widerspiegeln. Dies werde im Gespräch mit den zukünftigen Gastgebern Priorität haben, so die EBU. Ein Sprecher der britischen Regierung hat bereits bestätigt, dass die Kultur, die Kreativität und das reiche Erbe der Ukraine bei einem ESC in Großbritannien (UK) gewürdigt wird.

Großbritannien (UK) würde zum neunten Mal den ESC austragen

Insgesamt sechs Mal in der ESC-Geschichte wurde ein Wettbewerb nicht von dem Land ausgetragen, das ihn zuvor gewonnen hat. Zuletzt musste Israel 1980 aus finanziellen Gründen absagen und das niederländische Fernsehen richtete den Eurovision Song Contest in Den Haag aus. Die Ukraine war schon vier Mal Schauplatz von Eurovisions-Veranstaltungen. Kiew richtete bereits zweimal den ESC (2005, 2017) und zweimal den Junior ESC (2009, 2013) aus. Weil Großbritannien (UK) in der Vergangenheit schon häufiger eingesprungen ist, weil ein ESC-Gewinner nicht ausrichten konnte, oder wollte, hält man mit acht ESC-Shows im eigenen Land den Rekord. Viermal fand der ESC in London statt, jeweils einmal in Edinburgh, in Birmingham, in Brighton (beim Sieg von Abba) und in Harrogate (als Nicole gewonnen hat). Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat bereits die Bereitschaft gezeigt, den ESC in Schottland auszutragen. In einem Tweet spielt sie auf die Großstadt Glasgow an. Die dortige Arena, das OVO Hydro, war bereits Drehort für die ESC-Komödie "The Story Of Fire Saga".

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Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 25.06.2022 | 19:05 Uhr

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