Stand: 30.01.18 11:39 Uhr

Mikolas Josef singt für Tschechien

Mikolas Josef ist der tschechische Kandidat für den Eurovision Song Contest 2018. © Czech TV/Česká televize Fotograf: Robert Tichý

Mikolas Josef tritt mit dem Hip-Hop-Song "Lie to Me" in Lissabon an.

Wenig überraschend hat sich Mikolas Josef in Tschechien mit dem Titel "Lie to Me" gegen seine fünf Mitbewerber um das Ticket nach Lissabon durchgesetzt. Der 22-Jährige wurde in den Abendnachrichten als tschechischer Vertreter beim diesjährigen Eurovision Song Contest bekannt gegeben. Die TV-Verantwortlichen informierten Mikolas Josef auf ungewöhnliche Weise über seinen Sieg, indem sie vorgaben, er sei nur Zweiter geworden. Als der sichtlich enttäuschte Sänger über den Streich aufgeklärt wurde, mussten seine Reaktionen mit Piepgeräuschen übertönt werden, was nicht sonderlich verwundert, schließlich geizt auch der Text seines ESC-Beitrags nicht mit dem bekannten F-Wort.

Die erste tschechische Vorentscheidung seit zehn Jahren fand mehr oder weniger im Verborgenen statt, denn eine wirkliche Entscheidungsshow gab es nicht. Die sechs Finalisten waren aus insgesamt 400 Einreichungen ausgewählt und am 8. Januar auf YouTube vorgestellt worden. Eine internationale Jury aus ehemaligen ESC-Teilnehmern, darunter die Australierin Dami Im, der Schwede Robin Bengtsson und die Armenierin Iveta Mukuchyan, war für 50 Prozent der Wertung verantwortlich, die übrigen 50 Prozent wurden von tschechischen Fans über die Eurovision App vergeben. Allerdings konnten diese nur anhand der Videoclips entscheiden, denn eine Liveperformance der sechs Finalbeiträge gab es nicht zu sehen.

Zweite Chance

Für Mikolas Josef ist der Sieg bei der nationalen Vorentscheidung eine Art zweite Chance, denn schon im letzten Jahr war er vom tschechischen Fernsehen als Teilnehmer angefragt worden. Der Titel "My Turn" entsprach allerdings nicht seinen Vorstellungen und wurde daher in Kiew von Martina Bárta vorgetragen. Mit seiner Eigenkomposition "Lie to Me" dürfte der Singer-Songwriter, der auch als Model arbeitet, wesentlich mehr Chancen auf eine Finalqualifikation haben, denn der moderne Song geht sofort ins Ohr und in die Beine - was vielleicht auch an seiner Ähnlichkeit mit einem Titel von Jason Derulo liegt. Ziemlich sicher ist dagegen, dass der recht explizite Text überarbeitet werden muss, denn das F-Wort hört die EBU auf der Eurovisionsbühne gar nicht gerne.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 24.02.2018 | 19:05 Uhr