Die weißrussische ESC-Kandidatin Zena © BTRC
Stand: 08.03.19 09:20 Uhr

Zena fährt für Weißrussland nach Tel Aviv

Sie ist Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin und gerade einmal 16 Jahre alt: Zena heißt das Multitalent, das den belarussischen Vorentscheid für sich entschieden hat. Mit ihrem Latino-Popsong "Like It" erhielt sie von sechs der sieben Juroren die Höchstpunktzahl und damit den Auftrag zur Finalqualifikation in Tel Aviv. Zinaida Kupriyanovich, wie Zena im bürgerlichen Leben heißt, hat unter anderem Erfahrungen in den Junior-Wettbewerben der Songfestivals New Wave und Slavianski Bazaar sowie in der nationalen Vorentscheidung zum Junior ESC gesammelt. 2018 moderierte sie den Wettbewerb in Minsk. Ihr Titel wurde von Yulia Kireeva und Viktor Dobrysh ("Party for Everybody") geschrieben.

Internationale Bewerber

Offenbar war man in Weißrussland an entscheidender Stelle so sehr über das schlechte Abschneiden von Alekseev in Lissabon verärgert, dass man den Zuschauern die Mitverantwortung für die Wahl des heimischen ESC-Beitrags nicht mehr länger anvertrauen mochte. Dafür wurden die Live-Auditions von so vielen internationalen Bewerbern aufgesucht wie nie zuvor, darunter dem Briten Daz Sampson, der es ebenso wenig in die Endrunde schaffte wie der Rumäne Mihai. Der hatte es erst gar nicht für nötig befunden, sich für die Vorrunde nach Minsk zu bequemen. Mehr Glück dagegen hatte der Schwede Sebastian Roos, der als Mitglied der Gruppe Liverpool beim schwedischen Melodifestival 2003 immerhin die Trostrunde erreichte.

Abwechslungsreiches Feld

Die weißrussische ESC-Kandidatin Zena © BTRC

16-jähriges Multitalent aus Weißrussland: Zena fährt mit "Like It" nach Tel Aviv.

Alles in allem war das Starterfeld modern, bunt und abwechslungsreich, und die belarussischen Fans setzten hohe Erwartungen in ihren Vorentscheid. Umso heftiger fielen die Reaktionen über die Entscheidung der Juroren - darunter auch Dimitry Koldun - in den Online-Foren aus: Von Schiebung war die Rede, von gekauften Jurorenstimmen und von fehlendem Verständnis für den Geschmack der Generation YouTube. Einige Kommentatoren schämten sich gar für den "Trash" und wünschten sich die Naviband zurück. Die war 2017 nur leider ausgerechnet mit den Stimmen der Jury zum ESC geschickt worden. Die Entscheidung für Zena und ihre rhythmische Popnummer dürfte zumindest die 2000er-Jahre-Nostalgiker freudig stimmen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 15.05.2019 | 01:00 Uhr