Albina Kelmendi und ihre Familie beim albanischen Festivali i Këngës im Dezember 2022. © RTSH Foto: RTSH

Albina & Familja Kelmendi fahren für Albanien nach Liverpool

Stand: 23.12.2022 11:20 Uhr

Wieder einmal schickt Albanien synkopierte Rhythmen zum ESC, diesmal mit Albina & Familja Kelmendi und dem Song "Duje". Das Festivali i Këngës hat sie allerdings nicht gewonnen.

von Dr. Irving Wolther

Gemeinsam mit ihrer Familie vertritt die 24-jährige Albina Kelmendi die albanischen Farben beim Eurovision Song Contest 2023 in Liverpool. Den Titel "Duje" ("Liebe ihn/sie") hat der Erfolgsproduzent und klassische Komponist Enis Mullaj gemeinsam mit Eriona Rushiti für sie geschrieben. Die beiden haben schon als Producer beziehungsweise Komponistin und Texterin von Jonida Maliqis Beitrag "Ktheju tokës" ESC-Erfahrung gesammelt. Die gebürtige Kosovarin Albina wurde 2014 durch ihren zweiten Platz bei "The Voice of Albania" bekannt, spielt Klarinette und hat schon zwei Alben veröffentlicht. Passend zu ihrem Song, der in synkopierten Ethno-Rhythmen von der Wichtigkeit familiärer Traditionen kündet, steht Albina mit ihren Eltern und Geschwistern auf der Bühne.

Publikum darf erstmals selbst bestimmen

Nach einem ersten, halbherzigen Versuch 2017, das Publikum zumindest ein bisschen an der Wahl des nationalen ESC-Beitrags zu beteiligen, durften die albanischen (und kosovarischen) Zuschauer in diesem Jahr erstmals selbst über ihren Song für Liverpool entscheiden. Das mag der gescheiterten Finalqualifikation von Ronela Hajati in Turin geschuldet sein, die nicht einmal das Festival eröffnen durfte, vielleicht aber auch den immer lauter werdenden Gerüchten um Schiebung und Vetternwirtschaft in der albanischen Jury. Die durfte immerhin noch ihren eigenen Festivalsieger küren und zwei zusätzliche Preise für die jeweils beste Performance in den beiden Kategorien etablierte Künstler und Newcomer vergeben. Außerdem entschied sie gemeinsam mit einer separaten Medienjury, welche fünf Nachwuchskünstler im großen Finale gegen die 16 Stars antreten durften.

Zwei Siegerinnen, die eine singt, die andere fährt

Elsa Lila gewinnt das albanische Festivali i Këngës im Dezember 2022, fährt aber nicht zum ESC. © RTSH Foto: RTSH
Elsa Lila gewinnt das albanische Festivali i Këngës zum dritten Mal. Zum ESC fährt sie aber nicht.

Die Routiniers konnten ihr Können am dritten der vier Abende ein zusätzliches Mal unter Beweis stellen und Meilensteine aus der Festivalgeschichte im Duett mit anderen bekannten Künstlerinnen und Künstlern (unter anderem Eneda Tarifa und Elhaida Dani) zum Besten geben. Am Ende eines musikalisch abwechslungsreichen Abends wurde Elsa Lila von der Fachjury nach 1996 und 1997 zum dritten Mal zur Festivalsiegerin gekürt. Ihre selbstgeschriebene Ballade "Evita", die sie ihrer Tochter gewidmet hat und mehr auf den Klang der Worte setzt als auf deren Inhalt, konnte das Herz der Zuschauer allerdings nicht gewinnen: Sie wählten den nur zu vertraut wirkenden Beitrag von Albina Kelmendi & Familie. Am Ende der Mammutshow gab es den allerdings nicht noch einmal zu hören - für die Geschichtsbücher taugt wohl nur ein Jurysieger.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 28.01.2023 | 19:05 Uhr

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