Stand: 20.05.15 22:15 Uhr

Juryfinale macht Lust auf zweites Halbfinale

von Sahar Nadi

Die Länderjurys haben im sogenannten Juryfinale am Mittwoch ihre Punkte für das zweite Halbfinale abgegeben. Die 17 Acts müssen zwar noch zittern, bis am Donnerstag auch das Publikum abgestimmt hat - im Juryfinale haben sie aber schon mal alles gegeben, um zu punkten.

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Diese 17 Kandidaten müssen noch zittern

Guter Vorgeschmack

Die Interpreten ziehen das große Register an Effekten: Die Bühne erstrahlt in unzähligen Farben. Tausende Fans können das Warmsingen vor dem zweiten Semifinale live in der Stadthalle miterleben. Sie bekommen eine aufwendige Bühnenshow geliefert: glamouröse, glitzernde Outfits der Moderatorinnen und besonders hoch gehandelte Kandidaten wie den Schweden Måns Zelmerlöw oder das norwegische Duo Mørland & Debrah Scarlett. Sie alle geben einen Vorgeschmack auf das, worauf sich die Zuschauer im zweiten Halbfinale am Donnerstag freuen können.

Schwacher Auftakt

Die litauischen Kandidaten Monika Linkytė und Vaidas Baumila bei der Probe für das zweite Halbfinale auf der ESC-Bühne in Wien. © Rolf Klatt / NDR Foto: Rolf Klatt

Gesanglich noch nicht ganz auf der Höhe, dafür mit guter Laune: Monika Linkyte & Vaidas Baumila aus Litauen.

Zu Beginn der Show zeichnet sich das aber noch nicht ab: Mit Litauen startet das Juryfinale zwar mit munteren Beats, stimmlich jedoch eher schief als souverän. Und auch die Choreografie von Monika Linkyte und Vaidas Baumila scheint noch nicht wirklich zu sitzen. Nach den noch relativ bunt gekleideten Litauern läutet die Irin Molly Sterling eine ziemlich lang andauernde schwarz-weiß Phase ein - zumindest in Sachen Kleidung. Das irische Bühnenbild ist hingegen in warme Herbstfarben getaucht und kann ein bisschen von ihrer statischen Performance hinter dem Klavier ablenken. 

Unsichere und kraftvolle Stimmen

Ob sich Ralph Siegel mit seinen Schützlingen aus San Marino einen großen Gefallen getan hat, bleibt auch an diesem Abend diskussionswürdig. Mit einer riesigen Weltkugel im Rücken und von Tausenden Lichtern umgeben, versuchen die beiden jüngsten Teilnehmer des Contests zwar ihr Bestes - ob die Performance aber über die gesanglichen Schwächen der beiden hinwegtrösten kann, bleibt offen. Auch, weil direkt auf San Marino der Montenegriner Knez folgte - ein sehr erfahrener Musiker, der schon 1992 seine Solokarriere begonnen hat. Diese Bühnenerfahrung ist klar erkennbar. Auch die Tatsache, dass Knez seinen Song als einer der wenigen Künstler in Landessprache singt, könnte von Vorteil sein.    

Favoriten dominieren zweite Hälfte der Show

Die Lettin Aminata Savadogo probt auf der ESC-Bühne in Wien. © Rolf Klatt / NDR Foto: Rolf Klatt

Was für ein Kleid, was für ein Bühnenbild: Aminata sticht sowohl mit ihrem Song als auch mit ihrem Auftreten heraus.

Neben einigen technisch netten, aber auch etwas unspektakulären Auftritten, wie beispielsweise von der maltesischen Sängerin Amber, dominieren einige der großen Favoriten des Contests die zweite Hälfte des Juryfinales. So liefert das norwegische Duo Mørland & Debrah Scarlett ein sehr starkes, gefühlvolles Duett, bei dem jeder Ton ein Härchen am Körper aufrichtet.
Mit dem israelischen Act des jungen Nadav Guedj rückt nach vielen langsameren und ernsten Songs wieder die Partystimmung in den Vordergrund der Show. So wie auch bei der Lettin Aminata, die mit ihrem außergewöhnlichen Song "Love Injected" heraussticht. Die große Lichtshow in Rot, Schwarz und Weiß macht ihre Performance zu einem der eindrucksvollsten und unvergesslichsten Momente des Abends.

Faires Semifinale?

Einige - wie die Schweizerin Mélanie René - schaffen es an diesem Abend, positiv zu überraschen. Beim Auftritt der Portugiesin Leonor Andrade gibt es ein paar Tonprobleme, aber die Jury lässt sie am Ende der Show fairerweise noch einmal auftreten.

Das zweite Semifinale am Donnerstag verspricht spannend zu werden, nicht zuletzt aufgrund der starken Musikacts, die bereits seit Wochen favorisiert werden. Bleibt zu hoffen, dass im zweiten Semifinale die Gesangskünste und Performances überzeugen und nicht die Kontakte in den Osten.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr

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