Samira Efendi wird 2021 für Aserbaidschan beim ESC an den Start gehen.  Foto: Ruslan Nabiyev
Stand: 02.04.20 13:21 Uhr

Samira Efendi - auf dem Weg zur ESC-Königin

Samira Efendi vertritt Aserbaidschan beim ESC in Rotterdam © Ictimai Foto: Farhad Ali

Nur kurz nach der Absage des ESC 2020 nominiert Aserbaidschan Sängerin Efendi für 2021.

Samira Efendis Traum stand kurz davor, sich zu erfüllen. Viermal hatte sie schon versucht, für Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest teilzunehmen - überhaupt nur zwölfmal war das Land bislang beim ESC dabei. Schon 2019 schaffte sie es intern unter die letzten vier Künstler, schließlich wählte man aber Chingiz als Act für Tel Aviv. 2020 entschied sich die Jury in Aserbaidschan für sie. Musikexperten, Produzenten, Journalisten und Offizielle des Fernsehens wählten Efendi als Sängerin für den ESC in Rotterdam. Doch wegen der Coronapandemie wurde dieser Wettbewerb abgesagt. Nun muss sie noch ein Jahr länger warten - Samira Efendi repräsentiert Aserbaidschan 2021.

Efendis Musikkarriere läuft schon lange

Efendi

Name: Samira Efendiyeva
Geburtstag: 17.04.1991
Geburtsort: Baku, Aserbaidschan

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Samira Efendiyeva, auch Samira Efendi oder international nur Efendi genannt, wird 1991 in Baku geboren. Sie entstammt einer Offiziersfamilie und singt bereits als Kleinkind. Später macht sie an einer Musikschule einen Abschluss in Klavier und studiert am Nationalkonservatorium. Seit über zehn Jahren nimmt sie an zahlreichen Musikwettbewerben und TV-Shows teil. Im ESC-Vorentscheid 2014 covert sie in einer Vorrunde den albanischen ESC-Titel "It's All About You" von Juliana Pasha. Sie wird sowohl Dritte beim aserbaidschanischen "The Voice" als auch beim internationalen Musikwettbewerb "Silk Way Star", der 2017 in Kasachstan produziert wird. Bei der Abschlussfeier des Formel-1-Rennens 2018 in Baku singt Efendi die Hymne Aserbaidschans.

Efendi singt bislang oft in Landessprache

Samira Efendi wird 2021 für Aserbaidschan beim ESC an den Start gehen.  Foto: Ruslan Nabiyev

Efendi hat bislang vor allem mit Songs in Landessprache auf sich aufmerksam gemacht.

In Aserbaidschan ist Efendi vor allem mit landessprachlichen Songs bekannt. Drei aserbaidschanische Singles veröffentlichte sie im Jahr 2019. In allen von ihnen sind starke Ethno-Elemente herauszuhören. "Yarımın Yarı" ist im Stil orientalischer Popmusik gehalten, bei "Sən Gələndə" zeigt Efendi ihr Können in einer klassischen Popballade. Zum wohl spannendsten der Lieder, "Yol Ayrıcı", gibt es auch ein Musikvideo, das Efendi an verschiedensten Orten Europas zeigt, unter anderem am Eiffelturm in Paris. Ihr Song "Cleopatra", mit dem sie beim ESC 2020 starten wollte, klingt allerdings ganz anders - und überrascht.

"Cleopatra": Sei so stark wie eine Königin

Samira Efendi vertritt Aserbaidschan beim ESC in Rotterdam © Ictimai Foto: Farhad Ali

Als ägyptische Königin Kleopatra wollte sich Efendi eigentlich beim ESC 2020 zeigen.

"Cleopatra" wurde in einem Songwritingcamp im November 2019 in Spanien von Luuk van Beers, Alan Roy Scott und Sarah Lake geschrieben. Produzent ist der Niederländer Tony Cornelissen, der auch schon am deutschen ESC-Song "Glorious" von Cascada 2013 mitschrieb. In "Cleopatra" sind viele orientalische Instrumente wie die Oud (eine Laute), die Tar (ein Saiteninstrument) und die Balaban (ein Blasinstrument) zu hören, der Song klingt aber nicht folkloristisch. Inhaltlich geht es darum, auch in schweren Zeiten aufrecht wie eine Königin zu sein. Auch die ägyptische Königin Kleopatra sei betrogen worden und hätte häufig Trauer durchstehen müssen. Sie habe aber als Symbol weiblicher Unabhängigkeit immer Stärke gezeigt, heißt es von den Autoren. Der Song, dessen Refrain mit einem japanischen Mantra beginnt, hat einen treibenden Rhythmus, der am Ende fast schon explodiert. Das Musikvideo wurde im Qobustan-Nationalpark gedreht, dessen Landschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Mit welchem Lied Efendi Aserbaidschan beim ESC 2021 vertritt, ist noch nicht bekannt.

ESC: Aserbaidschan findet wieder in die Spur

Zum großen Teil werden die Songs aus Aserbaidschan von einheimischen Sängern performt und von internationalen Komponistenteams geschrieben. Das Land startete beim Eurovision Song Contest sehr erfolgreich. In den ersten sechs Jahren seit dem Debüt 2008 gab es nur Top-Ten-Platzierungen, darunter fiel auch der Sieg von Ell und Nikki in Düsseldorf 2011. Danach wurden die Ergebnisse etwas schlechter. Elnur Hüseynov qualifizierte sich in Wien 2015 nur knapp fürs Finale, Aisel scheiterte 2018 im Halbfinale. Mit Chingiz und "Truth" kam 2019 das Glück zurück. Aserbaidschan erreichte Platz acht und hätte diesen guten Rang mit "Cleopatra" bestätigen können. Nun wird Efendi eben 2021 versuchen, sich zur Königin zu krönen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 25.04.2020 | 19:05 Uhr